Im Zukunftsgarten Emscher nordwärts 2027 bei der IGA über den Haldensprung zum Wolkenspielplatz bummeln
Dortmund zeigt Zukunftsvision an der Emscher

Die Nr. 13 hat sich als Glückszahl erwiesen: Dieser Entwurf der Berliner bbz Landschaftsarchitekten, der mit einer 50 Meter langen Brücke im zukünftigen grünen Hansapark die alte Kokerei und das neue Energie-Quartier mit der Aussichtshalde verbindet, gewann von 16 Visionen den städtebaulichen Wettbewerb.
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  • Die Nr. 13 hat sich als Glückszahl erwiesen: Dieser Entwurf der Berliner bbz Landschaftsarchitekten, der mit einer 50 Meter langen Brücke im zukünftigen grünen Hansapark die alte Kokerei und das neue Energie-Quartier mit der Aussichtshalde verbindet, gewann von 16 Visionen den städtebaulichen Wettbewerb.
  • Foto: bbz landschaftsplaner
  • hochgeladen von Antje Geiß

Grün, grüner, IGA: Was die Internationale Gartenausstellung in sieben Jahren im Revier bietet, etwa an der alten Kokerei, darauf machten Landschaftsplaner jetzt schon im Rathaus Lust. Denn mit "Emscher Nordwärts" soll Hansa in Huckarde, der Deusenberg und auch die HSP-Brache zu einem blühenden Publikumsmagneten werden.

50 Mio. Euro will sich die Stadt alle IGA-Projekte für 2027 kosten lassen. 10 Mio. Euro sollen in das Projekt "Unsere Gärten" fließen. Dafür ist in Dortmund Innovatives geplant. So werden Besucher auf alten Kokerei durch eine riesige Wolke aus Millionen kleinster Nebeltröpfchen wandern können, historische Straßenbahnen angetrieben von Wasserstoff, der Energie der Zukunft, werden Touristen vom Hoesch-Spundwand-Gelände bis zum Straßenbahnmuseum Mooskamp kutschieren. Auch autonomes Fahren können sich die IGA-Planer hier vorstellen.

Motto: Wie wir morgen leben wollen

Das Motto der IGA will heute Antworten finden, wie wir morgen leben wollen. In Dortmund: ökologisch, vernetzt und gemeinschaftlich.
Überhaupt spielt die Umwelt nicht nur beim neuen Energie-Campus, der an der Kokerei projektiert ist, eine große Rolle. Wer auf dem Emscherweg mit dem Rad unterwegs ist, wird über neue Rad- und Wanderwege nicht nur zum Industriedenkmal, sondern auch bis zur Rheinischen Straße und über einen neuen Brückenschlag vom Grünanger direkt zur Aussicht auf den Deusenberg geführt.

Brückenschlag zum Aussichtspunkt

Da so, wie lange gewünscht, die Gleise überwunden werden, tauften Planer die zukünftige Brücke, die bis 2025 für 5,2 Mio. Euro gebaut werden soll, Haldensprung.
Einstimmig entschied jetzt ein Jury nach einem Wettbewerb, wie der
Zukunftsgarten „Emscher nordwärts“ aussehn wird. Die besten "elegantesten" Entwürfe und großzügigsten Konzeptionen für das große Dortmunder Stadtentwicklungsprojekt kommen aus Berlin. Die bbz Landschaftsarchitekten entwerfen einen Hansapark, der mit blühenden Blumen- und Freiluftschauen für die Dauer der Gartenausstellung von April bis Oktober 2027 entrittspflichtig wird.

Kokerei: Hoffnung auf Welterbe

Für den Vorsitzenden der Wettbewerbs-Jury Prof. Gerd Aufmkolk ist die Kokerei Hansa, die einst für Coca Cola weichen sollte, ein großartiger Ort, "und hoffentlich mal Welterbe."
"Es gibt eine riesige Fangemeinde für alte Industrieplätze, die sehen will, wie in postindustrieller Zeit damit umgegangen wird", ist sich Oberbürgermeister Ullrich Sierau sicher, dass die IGA 2027 zwischen rostigen Rohren, Batterien und Türmen mit Wolkenwirbel, Bewegungspark und Bühne "ein Kracher" und weltweit Einmaliges präsentieren wird. Für die Naherholung, die nicht nur in Corona-Zeiten geschätzt wird, soll die Ausstellung Dortmunds grüner Sport-, Spiel-, und Freizeitort werden, der bleibt.

Norden soll Süden einholen

Doch auch nördlich und südlich des Geländes werden entlang der Emscher Stadtteile und Landschaftsräume stärker verbunden und die Quartiere gestärkt. Dortmund nutzt die Gartenschau, um die Potentiale seines Nordens zu heben, der mit dem Süden beim Wandel wieder schritthalten soll.
Insgesamt soll die IGA eine langfristige Entwicklung anschieben, die auch über 2027 hinaus mehr Lebensqualität für die Dortmunder mit sich bringt.

Ausstellung im Salzlager

Alle Wettbewerbsbeiträge werden vom 14. bis 24. Juli im Salzlager der Kokerei Hansa an der Emscherallee 11 gezeigt. Die drei prämierten Entwürfe werden unter IGA Dortmundveröffentlicht und an der Baustelle des Basecamps an der Kampstraße ausgehängt.
Nun werden die ausgewählten Pläne vertieft. Die baulichen Maßnahmen sollen bis 2025 beendet sein, damit darauf aufbauend die Pflanzungen für die Gartenschau in Dortmund erfolgen können.
Eingebettet in das Projekt „nordwärts“ entsteht entlang der Emscher, das zukunftsweisende Stadtentwicklungsvorhaben „Emscher nordwärts“. Es habe großer Strahlkraft und soll auch Besucher aus dem Ausland anziehen. Mit dem Zukunftsgarten „Emscher nordwärts“ ist Dortmund mit Duisburg und Gelsenkirchen einer der Hauptstandorte der IGA. Der Zukunftsgarten „Emscher nordwärts“ wird dabei zu einer Drehscheibe für die Stadt-, Freiraum- und Tourismusentwicklung.

35 Hektar Blütenpracht 

  • Auf 35 Hektar an der Kokerei Hansa und am Deusenberg werden rund 4.500 Dahlien, Begonien, Fuchsien... gepflanzt.
  • Außerdem rund 4.000 qm Staudengewächse.
  •  Auf Rund 10.000 qm ist wechselnde Bepflanzung vorgesehen.
  •  Bäume und Sträucher werden rund 3.000 qm begrünen.
  •  Haus- und Themengärten werden auf 5.000 qm angelegt.
  •  Nach der IGA werden die Flächen für Spiel, Sport und Freizeit nachhaltig umgestaltet.

Hintergrund: 

Die Gestaltung des Zukunftsgartens „Emscher nordwärts“, mit dem Dortmund sich an der Internationalen Gartenausstellung Metropole Ruhr (IGA) 2027 beteiligt, nimmt Form an.
Die Stadt Dortmund hat zusammen mit der IGA Metropole Ruhr gGmbH den internationalen, interdisziplinären freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb IGA Metropole Ruhr 2027 gGmbH ausgelobt. Er bildet die planerische Grundlage für den Zukunftsgarten „Emscher nordwärts“. 16 nationale und internationale Büros haben sich am Wettbewerb beteiligt und ihre Vorschläge für die Ausgestaltung des eintrittspflichtigen Bereichs der Gartenschau in Dortmund eingereicht. In dem Gebiet rund um die Kokerei Hansa in Huckarde liegen unter anderem der Grünanger, das Brückenbauwerk „Haldensprung“, das Bahnbetriebswerk Mooskamp, der Energiecampus sowie der Deusenberg. 

Sieben Monate Freiluftschauen

In den Wettbewerbsbeiträgen wurden Vorschläge für den Zukunftsgarten „Emscher nordwärts“ zusammengestellt. Die Planungen umfassen zum einen Teil dauerhafte bauliche Maßnahmen und Investitionen, die den IGA-Standort und die umgebenden Quartiere nachhaltig aufwerten sollen. Darüber hinaus sehen die Wettbewerbsbeiträge besondere Elemente für die Blumen- und Freiluftschauen vor, die nur für die Dauer der Gartenausstellung in der Zeit von April bis Oktober 2027 zur Inszenierung vorgesehen sind und nach der Ausstellung größtenteils wieder zurückgebaut werden.

Das entschied die Jury: 

1. Preis: Federführendes Büro: bbz Landschaftsarchitekten Berlin GmbH,
Mitglied der Bewerbergemeinschaft: WETZEL & VON SETZ GbR, Fachplaner: W&V Architekten

Die Arbeit formuliert einen attraktiven neuen Hansapark aus, dessen Höhepunkt ein großer „Wolkenspielplatz“ mit Nebelbildung ist. Der Entwurf überzeugte durch seine Großzügigkeit und Eleganz. Auch der Haldensprung zum Deusenberg ist einladend und attraktiv gestaltet.

2. Preis Federführendes Büro: Atelier Loidl Landschaftsarchitekten Berlin GmbH, 
Mitglied der Bewerbergemeinschaft: Sauerzapfe Architekten GmbH, Fachplaner: ifb frohloff staffa kühl ecker Beratende Ingenieure PartG mbB

 Die Besonderheit dieses Entwurfes liegt in der Auflösung von strengen geometrischen Formen und der gezielten Anordnung von einzeln verteilten Angeboten für das Präsentationsjahr der IGA und die anschließende Erholungs- und Freizeitangebot für die Bewohner der angrenzenden Stadtteile. Eine großzügig angelegte Schleifenrampe führt auf die Brücke zum Deusenberg, der damit für die Bürgerschaft als Hoch- und Aussichtspunkt erschlossen wird.

3. Preis
Federführendes Büro: Carla Lo Landschaftsarchitektur
Mitglied der Bewerbergemeinschaft: Werkraum Ingenieure ZT GmbH

Der Arbeit gelingt es, einen guten räumlichen Zusammenhang mit dem Denkmalbereich der Kokerei Hansa und dem nördlich anschließenden Grünanger herzustellen. Der zukünftige Technologiepark wird gut in das Gelände des neu entstehenden Parks eingebunden. Die Angebote für die IGA 2027 und die spätere Nachnutzung des Geländes konzentrieren sich richtigerweise auf die neuen Ränder des Parks. Der Brückenschlag zum Deusenberg gelingt – auch hier gibt es attraktive Angebote für die Zeit der Internationalen Gartenausstellung.

Autor:

Antje Geiß aus Dortmund-City

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