Fridays for Future
Mal kurz die Welt retten

Lena Kah geht seit Januar regelmäßig freitags demonstrieren. Sie ist aktiv in der Fridays for Future Bewegung und setzt sich für den Schutz des Klimas ein.
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  • Lena Kah geht seit Januar regelmäßig freitags demonstrieren. Sie ist aktiv in der Fridays for Future Bewegung und setzt sich für den Schutz des Klimas ein.
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Angefangen hat alles im Januar, mit einer WhatsApp-Nachricht, die sie eigentlich nur weiterleiten sollte: Lena Kah, war neugierig, was ihre Schwester Therese ihr da geschickt hatte – und fing an zu googeln.

Seitdem ist die 17-Jährige, die in die elfte Klasse des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums geht und sich für Gesellschaftswissenschaften, Geschichte und Politik interessiert, Klimaaktivistin. Sie geht nicht nur, wann immer sie kann, zu den Freitagsdemos, sie organisiert auch gemeinsam mit anderen Schülern und Studenten alles rund um die Fridays for Future Bewegung in Dortmund.

„Ich bin dann auf der Fridays for Future Seite gelandet und habe Vorlagen für Plakate runtergeladen und die in der Schule aufgehängt. Bei der allerersten Freitagsdemo in Dortmund waren dann auch schon von den insgesamt 80 Demonstranten 30 von unserer Schule dabei. An unserer Schule läuft das mit den Demos vergleichsweise gut. Im Anfang haben wir eine Beurlaubung für mich beantragt.“ Familie Kah, die in Kurl lebt, war schon immer umweltbewusst: „Das war für uns gar nicht so ein krasser Unterschied, Umwelt und Klima waren immer schon wichtige Themen bei uns.“ Heute sind sie die Hauptthemen bei den abendlichen Diskussionen der Familie. Neben der großen Schwester Therese sind auch die Eltern in der Klimaschutzbewegung aktiv, bei den Parents for Future.

Therese ist mittlerweile so etwas wie ein Promi der Bewegung: Sie war schon im Fernsehen bei Dunja Halali und später bei Anne Will zu Gast: „Zuerst war das nicht so krass, aber als sie bei Anne Will in der Talkshow war, haben mich schon viele darauf angesprochen.“ Ein halbes Jahr streiken die Schüler nun, auch in den Ferien gehen sie auf die Straße: „Wir werden jeden Freitag demonstrieren, auch wenn die Beteiligung in den Ferien vielleicht etwas sinkt, wir machen weiter.“

Die nächsten Veranstaltungen sind schon geplant: Am 6. Juni veranstalten Fridays for Future im Rahmen des Dortmunder Klimabündnisses eine Infoveranstaltung in der Pauluskirche. Ab 14 Uhr gibt es dort ein gemischtes Programm, dass die Jugendlichen selbst zusammengestellt haben. Vom 31. Juli bis zum 4. August läuft dann mit dem bundesweiten Sommerkongress im Revierpark Wischlingen eine Großveranstaltung. Sie soll zur weiteren Vernetzung beitragen: „Viele Aktive haben sich noch nie gesehen, sie kennen sich nur über Telefonkonferenzen oder die Nachrichten, die sie hin und her schreiben. Wir wollen Ideen austauschen, ein großes Brainstorming machen.“ Daneben gibt es einen Rückblick und Ausblick auf die zukünftigen Pläne, zum Beispiel auch auf den großen Generalstreik, der für den 20. September angesetzt ist und zu dem auch Gewerkschaften und andere Organisationen mobilisiert werden sollen.

In Dortmund soll es neben den etablierten Freitagsdemos weitere Aktionsformen geben: „Am 6. August machen wir zu ersten Mal eine Fahrraddemo, auch eine Tanzdemo, kreative Aktionen oder Swarmings, wie die Extinction Rebellion-Leute das machen, können wir uns vorstellen.“ Noch mehr Leute auf die Straße zu bringen, und besonders Studenten zu aktivieren, ist das allgemeine Ziel: „Die Studenten fühlen sich offenbar noch nicht angesprochen, mit zu demonstrieren. Dabei können und sollen zu unseren Veranstaltungen und Demos alle Altersklassen kommen.“

Lenas Leben hat sich ziemlich verändert, seit sie bei FFF aktiv ist: „Früher war das in unserer Familie so, dass wir gesagt haben, das kann man anders machen. Heute heißt es: Das muss man anders machen.“ Seit Januar lebt Lena vegan, ein Mittel um den eigenen ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Viel mehr kann sie selbst gar nicht tun: „Die Strukturen für ein klimaneutrales Leben sind ja gar nicht gegeben. Wenn ich nur mal den ÖPNV hier in Dortmund als Beispiel nehme, ob es jetzt die teure Fahrradmitnahme oder die Anbindung ist. Auch die Radwege in Dortmund sind nicht gut.“ Viel Luft nach Oben gebe es für den Klimaschutz in Dortmund, sagt sie. Ob und welche Forderungen sie an die Lokalpolitik bei den Kommunalwahl im nächsten Herbst stellen werden, ist für FFF noch nicht klar: „Wir machen uns da erstmal schlau.“ Viel lesen und sich informieren muss man als Aktivistin: „Den IPCC-Bericht (Intergovernmental Panel on Climate Change) habe ich schon gelesen, das wird unter uns viel diskutiert.“

Manchmal ist die ganze Beschäftigung mit der Klimakrise auch bedrückend. „“Es gibt viele böse Kommentare, besonders auf Facebook. Das darf man sich nicht so zu Herzen nehmen.“ Auch von den Politikern fühlen sich die jungen Leute nicht besonders ernst genommen, und die Reaktionen der Altparteien auf die Europawahl haben sie genau zur Kenntnis genommen: „Das war schon sehr schade. Aber die Untätigkeit der Parteien soll uns nicht abschrecken. Wir werden weiter Druck ausüben.“

Die Klimakrise ist für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen das wichtigste Thema bei der kommenden Wahl: „Das beeinflusst unsere Entscheidung ganz stark“. Persönlich hat sich Lena noch nicht entschieden, welche Partei sie im nächsten September für den Stadtrat wählen wird. „Ich werde dann im Wahlomat gucken, wo die größte Übereinstimmung mit meinen Zielen ist.“ Und auch wieder mit ihren Großeltern reden: Ich weiß, dass bei allen vier das Thema Klima ihre Wahlentscheidung beeinflusst hat.“ Für Lena ist klar: Sie wird sich auch weiterhin für eine bessere Welt einsetzen, wenn es eines Tages keine Freitagsdemos geben wird – wenn die Politik das Problem löst.

Infos:

www.fridaysforfuture.de
www.parentsforfuture.de

Die Dortmunder Gruppen sind über WhatsApp zu erreichen. Die Freitagsdemos beginnen in der Regel um 12 Uhr auf dem Friedensplatz. Auch in den Ferien.

Lena Kah geht seit Januar regelmäßig freitags demonstrieren. Sie ist aktiv in der Fridays for Future Bewegung und setzt sich für den Schutz des Klimas ein.
Auch die Eltern gehen mittlerweile für das Klima auf die Straße. Bei den Fridays for Future Demonstrationen sind nicht nur Schüler, sondern auch Erwachsene dabei.

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