Deutschland-Achter will EM-Titel in Polen verteidigen
Olaf, wir fahren nach Posen

"Training" beim Medientag auf dem Dortmund-Ems-Kanal in Lindenhorst: Neuling Olaf Roggensack (3.v.l.) sitzt an Position 3 im Deutschland-Achter, der im polnischen Posen seinen Europameister-Titel verteidigen will.
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  • "Training" beim Medientag auf dem Dortmund-Ems-Kanal in Lindenhorst: Neuling Olaf Roggensack (3.v.l.) sitzt an Position 3 im Deutschland-Achter, der im polnischen Posen seinen Europameister-Titel verteidigen will.
  • Foto: Detlev Seyb/Deutschland Achter GmbH
  • hochgeladen von Ralf K. Braun

Eine besondere Ruder-Europameisterschaft: Der Deutschland-Achter startet bei den Wettkämpfen vom 9. bis 11. Oktober im polnischen Posen (Poznan) mit Olaf Roggensack als Neuling an Bord in den einzigen 2.000-Meter-Wettkampf des Jahres.

„In dieser Saison mussten die Sportler aus dem Team Deutschland-Achter auf vieles verzichten. Umso mehr steigt nun die Vorfreude auf die erste und einzige Regatta über die olympische 2.000-Meter-Distanz in dieser Saison.

Allen Umständen zum Trotz geht der Deutschland-Achter als EM-Titelverteidiger selbstbewusst in den Wettkampf. Mit an Bord ist erstmals der 23-jährige Olaf Roggensack vom RC Tegel - Wohnsitz Dortmund.

Weiterhin fester Bestandteil des deutschen Flaggschiffs, das im Ruderleistungszentrum Dortmund am Kanal in Lindenhorst stationiert ist, sind Johannes Weißenfeld, Laurits Follert, Jakob Schneider, Torben Johannesen, Malte Jakschik, Richard Schmidt, Hannes Ocik und Steuermann Martin Sauer.

„Das war eine in vielerlei Hinsicht besondere Saison, und auch die EM wird für uns in dieser Situation etwas ganz Besonderes“, sagt Bundestrainer Uwe Bender: „So eine Erfahrung, wie jetzt während der Corona-Pandemie, hat noch niemand von uns gemacht. Die Saison war für alle nicht einfach, Enttäuschung und Verunsicherung waren zwischenzeitlich groß. Die Zusage der EM war für uns in diesem Sinne eine riesige Erleichterung. Wir brauchen diesen einen Wettkampf.“

Der Deutschland-Achter gewann seit 2013 sieben Mal in Serie den EM-Titel. Olaf Roggensack, der Neuling im Boot, hat eine verrückte Saison hinter sich. Erst sicherte er sich als jüngster im Team einen Rollsitz im deutschen Flaggschiff, dann kam noch vor dem ersten Wettkampf die Corona-Pause und, als das Training wieder losging, stoppte ihn eine Schulterverletzung. Doch der 23-Jährige kämpfte sich in Rekordzeit zurück.

„Olaf ist ein junger, wertvoller Mann für den Deutschland-Achter. Er hat sich schnell wieder rangearbeitet und den Rückstand aufgeholt“, lobt Bender. Roggensack fiebert seinem ersten Wettkampf im Deutschland-Achter entgegen: „Ich verspüre eine große Vorfreude. Natürlich herrscht auch eine gewisse Anspannung, aber wir fahren gut vorbereitet zur EM.“

Im Hinblick auf die Ziele bei der EM, bei der das deutsche Flaggschiff auf die Niederlande, Italien, Rumänien und Litauen trifft, ist Bender vorsichtig optimistisch: „Es wird Unterschiede in der Art und Weise geben, wie die Nationen durch die Corona-Pandemie gekommen sind. Wir wissen nicht, wie diese ausfallen, aber wir sind gut vorbereitet. Das Boot läuft, wie wir uns das vorgestellt haben. Deswegen haben wir unsere Ziele wie immer hochgesteckt. Wir haben die letzten sieben Jahre in Reihe den EM-Titel gewonnen und wollen auch diesmal ganz unabhängig von allen Dingen drumherum erfolgreich sein.“

Standortbestimmung für den Vierer ohne Steuermann

Das langfristige Ziel bleiben die ins kommende Jahr verschobenen Olympischen Spiele in Tokio. Der Deutschland-Achter hat als Weltmeister seinen Platz sicher, der Vierer ohne Steuermann muss sein Ticket in der Qualifikation Mitte Mai 2021 in Luzern noch lösen. Die EM, zu der insgesamt 13 Vierer gemeldet haben, ist deswegen eine gute Standortbestimmung. „Das Mindestziel ist es, alle anderen nicht für Olympia qualifizierten Nationen hinter uns zu lassen. Ansonsten wollen wir schauen, was geht. Natürlich würden wir gerne wieder dahin kommen, wo wir letztes Jahr waren“, sagt Vierer-Bundestrainer Tim Schönberg.

Der Vierer errang im vergangenen Jahr EM-Bronze. Aus dem erfolgreichen Quartett von damals sind Felix Wimberger und Maximilian Planer dabei, dazu kommen Wolf-Niclas Schröder und Paul Gebauer. Planer ist vor einigen Wochen dazugestoßen. Der 29-Jährige hatte nach einem Nierenversagen beim internen Ergometertest Ende Januar und dem zwischenzeitlichen Gedanken an ein Karriereende, ein beeindruckendes Comeback hingelegt.

„Das Team hat sich gut eingefahren, wir haben die richtigen Schritte gemacht. Es wird Zeit, dass wir jetzt endlich wieder Rennen haben“, so Schönberg. Als Ersatzleute komplettieren Marc Leske und Maximilian Korge das Team Deutschland-Achter bei den Europameisterschaften in Posen.

P.S.: Nicht zu vergessen: Anlässlich des Medientages am Dortmunder Ruderleistungszentrum in Lindenhorst wurde auch bekanntgegeben, dass Wilo, Weltmarktführer für Pumpen und Pumpensysteme mit Sitz in Dortmund sowie Hauptsponsor des Team Deutschland Achter seit 2010, die Zusammenarbeit bis 2024 verlängert hat.

FINALE
 Das Achter-Finale bei der EM auf dem Maltasee in Posen (Polen) ist für Sonntag 11. Oktober, um 15.01 Uhr angesetzt.
 Das ZDF zeigt die Final-Wettkämpfe der Ruder-EM in Posen am 11. Oktober online im zdfsport.de-Livestream.

Autor:

Ralf K. Braun aus Dortmund-Ost

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