Stolpersteinverlegung und Gedenken an die Dorstfelder Familie Rosenthal
Erinnerung lebendig halten

Am jüdischen Denkmal fand eine kleine Gedenkveranstaltung für die von den Nazis ermordete Familie Rosenthal aus Dorstfeld statt.
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Mehr als 20 Stolpersteine sind an verschiedenen Standorten in der Stadt verlegt. Sie erinnern an die systematische Verfolgung und Vernichtung von Juden durch das NS-Regime. In Dorstfeld wurden nun Stolpersteine in Erinnerung an die jüdische Familie Rosenthal verlegt, die durch die Gräueltaten der Nationalsozialisten deportiert und ermordet wurden.

Zum Gedenken an die Familie Rosenthal und an die Opfer des Holocaust fand am jüdischen Mahnmal eine Veranstaltung im kleinen Kreis statt. Gemeinsam mit dem Stadtarchiv koordiniert der Jugendring Dortmund die Stolpersteinverlegungen für Dortmund. Mit den Stolpersteinen vor dem Haus wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten.

Erinnerung vor dem Wohnhaus

In die Steine werden Name, Geburtsjahr, Daten zu Deportation und Ermordung eingraviert. Inzwischen liegen Stolpersteine in 1.265 Orten Deutschlands und in 21 Ländern Europas. „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, sagt Gunter Demnig, der Kölner Künstler, der das Kunstprojekt ins Leben rief.

In Dortmund konnten mit seiner Hilfe bereits über 300 Menschen vor dem Vergessen bewahrt werden. So waren auch jetzt viele junge Menschen gekommen, um bei der Stolpersteinverlegung im Bereich des Dorstfelder Hellwegs und der Bandelstraße dabei zu sein.

An Familie Rosenthal gedacht

Mit einer Kranzniederlegung und Redebeiträgen wurde an das Schicksal der Familie Rosenthal und an die Opfer des Holocaust am jüdischen Mahnmal in Dorstfeld erinnert. Unter anderem sprachen der Kantor der jüdischen Kultusgemeinde sowie Bezirksbürgermeister Friedrich Fuß. Schüler der Martin-Luther-King-Gesamtschule erinnerten mit biografischen Texten an das Schicksal der Familie Rosenthal. Die Witwe Rosalie Glowacz, geborene Rosenthal, hatte in der Bandelstraße 24 in Dorstfeld gewohnt, ehe sie mit 88 Jahren zum Umzug in das so genannte „Judenhaus“ an der Stiftstraße 21 gezwungen wurde. Die letzten sechs Monate ihres Lebens verbrachte sie im Ghetto Theresienstadt, ehe sie starb.

Engagierte Familienmitglieder

Josef Rosenthal war vor dem 1. Weltkrieg und in den frühen 1920er Jahren 1. Vorturner des Allgemeinen Turnvereins Dorstfeld. Die Familie Rosenthal engagierte sich in vielen Ehrenämtern und war in Dorstfeld immer sehr angesehen. Josef Rosenthal starb im April 1944 in Theresienstadt. Die genauen Umstände seines Todes bleiben unbekannt.

Schule übernimmt Patenschaft

Die Gesamtschule wird die Patenschaft für die Stolpersteine übernehmen und sich um die Pflege kümmern, aber auch mit der Schülerschaft die Erinnerung an das Schicksal der Familie Rosenthal wachhalten. Organisiert wurde die Gedenkveranstaltung durch das Projekt Quartiersdemokraten in Kooperation mit dem Jugendring Dortmund. Veranstalter war der Verein zur Förderung von Respekt, Toleranz und Verständigung in Dortmund-Dorstfeld.

Autor:

Lokalkompass Dortmund-West aus Dortmund-West

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