Verkehrswende noch lange nicht erreicht

Düsseldorf, 26. Juni 2020

Da sich in den letzten Monaten aufgrund vieler Gründe, wie z.B. die Einführung von Umweltspuren, Radwegen und Radschutzstreifen sowie durch die Coronakrise die Nutzung von PKW, LKW, Rheinbahn, Fahrrad und weiteren Verkehrsmitteln (Deutsche Bahn, Privatbahnen, Flughafen, Schifffahrt) mehrfach verändert hat, und, da mittlerweile die coronabedingten Beschränkungen situationsbedingt wieder aufgehoben wurden, fragte die Ratsfraktion Tierschutz FREIE WÄHLER in der letzten Ratsversammlung die Verwaltung, wie sich die Nutzungen und Schadstoffausstöße verändert haben und welche
Empfehlungen bzw. Schlußfolgerungen sich daraus ableiten lassen könnten.

Die Verwaltung teilte mit, dass sie davon ausgehe, dass die Anfrage im Wesentlichen auf die Veränderung im Mobilitätsverhalten durch den Covid19-Virus abstellt.
In Bezug auf Mai 2019 zu Mai 2020 hat der PKW- und LKW-Verkehr um rund 20 bis 30% und der die Nutzung des ÖPNV um 40 bis 60% abgenommen, während die Nutzung des Fahrrads um 25 bis 45% zugenommen hat.

„Von den relevanten Luftschadstoffen Stickstoffdioxid (NO2), Feinstaub, Ozon und Benzol ist für Düsseldorf mittlerweile noch NO2 relevant und in der öffentlichen Diskussion. Insofern wird nachstehend auf die NO2-Belastung eingegangen.
Der maßgebliche Grenzwert für Luftschadstoffe bezieht sich immer auf IMMISSIONEN. Als IMMISSION bezeichnet man die Belastung, die an einer Messstelle im öffentlichen Straßenraum oder im Hintergrund erfasst wird. Der Begriff EMISSION hingegen bezeichnet den Schadstoffausstoff von Verkehrsmitteln, Gewerbe und Industrie oder Feuerungsanlagen. Der maßgebliche Grenzwert ist zudem ein auf über ein Kalenderjahr gemittelter Jahresmittelwert, so dass eine Entwicklung nur im Vergleich zweier Jahresmittelwerte valide abgelesen werden kann. Werte in diesem Sinne liegen zu den Jahren 2018 und 2019 vor, für das Jahr 2020 aber noch nicht. …

Die beginnende Normalisierung weist darauf hin, dass die Nutzung der Verkehrsmittel sich sukzessive wieder den Verhältnissen vor Covid19 nähert. Es muss daher nach wie vor das Ziel sein, die angestrebte Verkehrswende zu erreichen und die hierfür erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen. Dafür wird aktuell die zweite Stufe des Mobilitätsplans D erarbeitet und an Einzelmaßnahmen im Radwegenetz oder der LSA-Steuerung, ÖPNV-Beschleunigung usw. gearbeitet.“

Claudia Krüger, Vorsitzende der Ratsfraktion Tierschutz FREIE WÄHLER und Spitzenkandidatin für TIERSCHUTZ hier! zur nächsten Kommunalwahl am 13. September 2020 in Düsseldorf: „Die Antwort der Verwaltung ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert.
Erstens: In unserer Sachdarstalleung zur Anfrage wiesen wir klar auf mehrere Gründe hin; die Verwaltung geht jedoch „nur“ auf Corona ein.

Zweitens: Es ist schön zu erfahren, dass „nur“ noch Stickstoffdioxid relevant sein soll. Gefragt hatten wir jedoch nach Veränderungen bei allen Schadstoffausstößen.

Drittens: Wenn sich jetzt die Nutzung der Verkehrsmittel den Verhältnissen vor Covid19 annähert, dann haben die bisherigen Maßnahmen der Verkehrswende wohl noch nicht genügend Wirkung entfalten können.

Deshalb mein Fazit: Die Verkehrswende ist noch lange nicht erreicht.
Der Klimawandel schreitet voran. Der Klimanotstand ist ausgerufen. Das Notwendige muss schneller getan werden. Dabei muss Akzeptanz bei den Bürgern und Nutzern der Verkehrsmittel geschaffen werden. Dies geht nur im Dialog auf Augenhöhe.
Und: Neben dem Klima- und Umweltschutz müssen auch Tier- und Menschenschutz berücksichtigt werden. Dafür habe ich die letzten sechs Jahre gearbeitet. Dies werde ich auch in den nächsten fünf Jahren tun.“

Foto: © Landeshauptstadt Düsseldorf_Melanie Zanin

Autor:

Alexander Führer aus Düsseldorf

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