Fast 15.000 Mal Rettung aus der Luft
Jahresbilanz von deutschen Rettungs-Helis wurde veröffentlicht

Pilot Jörg Sparbrodt, Rettungsassistent Rainer Wolfger und Notärztin Dr. Veronika Weichert gehören zum Team von Christoph 9. Foto: Bartosz Galus
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  • Pilot Jörg Sparbrodt, Rettungsassistent Rainer Wolfger und Notärztin Dr. Veronika Weichert gehören zum Team von Christoph 9. Foto: Bartosz Galus
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Wenn es wirklich hart auf hart kommt und das Warten auf einen Rettungswagen die entscheidenden Minuten zu lange dauern würde, kommen sie zum Einsatz: Die orangefarbenen Zivilschutz-Hubschrauber. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe stellte nun im Hangar des Unfallkrankenhauses Duisburg (BGU) die Einsatzbilanzen von „Christoph 9“ und den bundesweit 17 anderen Rettungshubschraubern vor. Ein Hubschrauber am Himmel ist faszinierend anzusehen. Mit welcher Geschwindigkeit sich die Rotorblätter drehen und wie scheinbar spielerisch sich Flughöhe und Flugrichtung verändern lassen, versetzt sicher nicht nur Kinder ins Staunen. Wenn diese Hubschrauber allerdings orange sind, muss man sich einer Sache gewiss sein: Hinter diesem Flug steht der Unglücksfall eines Menschen. Ob erlittene Traumata, Herz-Kreislaufversagen oder andere lebensbedrohliche Situationen; wenn es um jede Minute geht, hilft oft nur der Zivilschutz-Hubschrauber. Schon als Christoph Unger, Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), seine Rede zur Veröffentlichung der Jahresbilanz begann, betonte er, welche Akteure hinter den Zahlen stehen, die er nun präsentieren würde. Dabei stellte er den Einsatz aller Instanzen in den Mittelpunkt, die an der Luftrettung beteiligt sind: Die Piloten und Techniker der Bundespolizei, die Notfallsanitäter, die von der Feuerwehr bereitgestellt werden und nicht zuletzt die Mediziner, wie die der Duisburger Unfallklinik. Denn nur, wenn alle Hand in Hand arbeiten, so Christoph Unger, könne man im Ernstfall bestmögliche Hilfe leisten. Und solche Ernstfälle hat es im Jahr 2019 deutschlandweit genau 14.816 Male gegeben, davon 1047-mal in Duisburg. Dabei hat der Duisburger Hubschrauber Christoph 9 insgesamt 308 Patienten transportiert. Mit sechs Sucheinsätzen pro Jahr war Christoph 9 bundesweit führend, was das Aufsuchen vermisster Personen betrifft. Dies, so Christoph Unger, hänge mit der unmittelbaren Nähe zum Rhein zusammen, da vermisste Personen oftmals als ertrunken und im Rhein abgetrieben vermutet werden. Da allein das Einzugsgebiet von Christopher 9 rund 5,2 Million Menschen umfasst, kommt es beim Start des Helikopters auf jede Sekunde an. Die ständige Kontrolle der Ausrüstung und die allmorgendlichen Besprechungen des Rettungsteams sollen daher dafür sorgen, dass zwischen dem Alarmsignal und dem Abheben des Rettungshubschraubers maximal zwei Minuten vergehen, erklärte Dr. Veronika Weichert, ärztliche Leiterin des Luftrettungszentrums Duisburg. So sei man etwa acht Mal schneller als ein Rettungswagen bei normaler Verkehrslage, fügte die Unfallchirurgin hinzu. Seit 2019 gibt es am Luftrettungsstandort Duisburg noch eine Besonderheit: Als erster Hubschrauber deutschlandweit erprobte Christopher 9 das Mitführen von Blutkonserven und konnte seitdem schon acht Patienten mit schneller Blutzufuhr retten. „Verbluten wird somit zu einer vermeidbaren Todesursache“, fasste Marko Brade vom Luftrettungszentrum zusammen. Und wie viel Realität hinter den Schilderungen des Ärzteteams steckt, wurde noch während Pressetermins deutlich, als im Hangar der Alarm losschellte und das Rettungsteam, ehe man sich versah, mit Christopher 9 zum Einsatzort abhob.

Autor:

Sascha Mangliers aus Duisburg

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