Kolumne: Voerde

Voerde ist ein kleiner, unbekannter Ort am Niederrhein ganz in der Nähe von Dinslaken. Aber unbedeutend? Nein, das ist der Ort nun wirklich nicht.

Am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das war gut so. Daß mit dem Begriff "Wort" Jesus gemeint ist, wissen sicherlich die beflissenen Gottesdienstbesucher. Soweit zur Bibel.

Wer sich mit Mythologie beschäftigt, weiß, daß der Niederrhein reich an Mythen ist. Beispielsweise den Mythos, daß am Niederrhein zuerst die Landschaft war. Sie war schon dort, als den den sogenannten Urknall noch gar nicht gegeben hatte.

Und dann trat Gott in Erscheinung.. Als er sah, wie gut ihm der Niederrhein landschaftlich gelungen, war er zufrieden. Doch wo ihn ansiedeln? Planeten wie Pluto oder Uranus sind zu lebensfeindlich. Nur der Planet Erde sollte sich als ideal erweisen.

Folgt man dem christlich-biblischen Schöpfungsbericht, machte sich Gott daran, Pflanzen, Tiere und Menschen zu erschaffen. Hier erwies er sich als besonders kreativ. Natürlich gab es Dinosaurier und andere Irrtümer der Schöpfung. Doch bei uns Menschen hatte unser Schöpfergott Schwierigkeiten. So versuchte er beispielsweise, "Marsmenschen"; Uranier oder Plutonier am Niederrhein anzusiedeln. Sie sind in der regionalen Mythologie als "Blaublüter", hohlwangige und hyperschlanke Gestalten mit Flügeln auf dem Rücken oder pinguinähnliche Wesen a la H. C. Lovecraft in Erinnerung geblieben. Spuren haben diese Außerirdischen nicht hinterlassen; es sind jedenfalls noch keine gefunden worden.

Die offizielle Geschichte des Niederrheins beginnt mit den Römern (siehe Archäologischer Park Xanten). Seitdem gibt es die Exobiologie mit der Suche nach Lebensformen, die bislang noch nicht entdeckt wurden. Die Römer behaupteten zum Bleistift, es würde Einhörner am Niederrhein geben.

Es gibt zahlreiche Berichte, bei den Germanen würde es einäugige Riesen, Menschen ohne Kopf mit einem Gesicht auf der Brust und Frauen mit männlichen Rauschebärten geben. In den städtischen Archiven von Xanten gibt es angeblich antike Zeichnungen von solchen Menschen - sie sollen aus der Römerzeit stammen.

Auf das Mittelalter mit seinen zahlreichen Legenden von Hexen, Zauberern, Magiern soll hier nicht weiter eingegangen werden - die Veröffentlichungen darüber sind ja schon Legion nd können in jeder gut sortierten öffentlichen Bücherei eingesehen werden.

Warum ich das alles hier erzähle? Der Grund dafür ist ganz einfach. In Voerde hat sich ein Verein konstituiert, der all´ diese Mythen und Legenden systematisch erforschen möchte. "Wir sind das Voerde schuldig," wie Adelgunde Edeltraud Müller-Meyer-Willyshausen (sie ist eine der wenigen Damen, die noch drei Wörter in ihrem Familiennamen tragen darf) betont.

Autor:

Andreas Rüdig aus Duisburg

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