80 Schüler verlassen das Willibriord-Gymnasium
Ab jetzt führen sie selbst Regie

Das sind die Abiturienten des Willibrord-Gymnasiums, die jetzt ihren Abschluss feierten.
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  • Foto: Ralf Beyer
  • hochgeladen von Jörg Terbrüggen

Endlich durften Leon Tiemer und Mirco Verwaayen einmal über das reden, was ihnen die letzten Jahre auf dem Herzen lag. Und das taten sie auch in einer sehr kurzweiligen Rede im Pädagogischen Zentrum des Willibrord-Gymnasiums. Der Anlass war ein feierlicher, denn für 80 Schüler endete am Samstag die Zeit auf dem Emmericher Gymnasium.

Alles fing damit an, dass man auf eine neue Schule kam, mit neuen Mitschülern, Lehrern und Klassenräumen. Man lernte langsam seine neue Klasse kennen, aber kannte niemanden aus denParallelklassen. Und dann war da diese Klassenfahrt nach Xanten, wo sich beim Fußball spielen Klassenrivalitäten bildeten, die bis zum zehnten Schuljahr bestanden. Und als es plötzlich keine Klassen mehr gab, sondern nur noch eine große Stufe, traf man Leute, die man vorher noch nie gesehen hatte.
Auf der Skifahrt wurde dann endlich das Eis gebrochen und neue Freundschaften geschlossen. "In dem vollgepackten Bus hatte man ja gar keine andere Möglichkeit mehr, als mit den anderen in Kontakt zu kommen." Das Team funktionierte, und das letzte Jahr verging wie im Fluge. Und nun standen die Schüler im PZ als frisch gebackene Abiturienten. "Auf der einen Seite ist es schade, dass sich die Gemeinschaft, die wir in den letzten Jahren aufgebaut haben, nun größtenteils auflöst; aber wir wissen auch, dass es nun an der Zeit ist, neue und eigene Wege zu gehen." 
Doch vor dem Abschied wollten die Schüler Danke sagen. Und sie fingen mit den unbesungenenHelden an; diejenigen, die zwar immer im Hintergrund aktiv waren, aber dennoch über die gesamte Schullaufbahn für optimale Bedingungen gesorgt haben. Da waren zum einen die Hausmeister, aber auch die Putzfrauen, die sich tagtäglich durch das Chaos kämpften, das die Schüler hinterließen und immer dafür sorgten, dass die Schüler glänzen konnten. Ein Dank ging auch an die Seelen der Schule, nämlich an Melanie Derksen und Nadine Eichhorn. Die beiden Sekretärinnen waren wahrscheinlich die einzigen Personen auf diesem Planeten, die es geschafft haben dutzende Krankmeldungen, die Termine der Schulleitung und die vielen Anliegen der
Schüler gleichzeitig zu managen.
"Ein extra Dankeschön dafür, dass sie auch noch beim 50ten Mal erklärt haben, welche Knöpfe man in welcher Reihenfolge für wie lange durchdrücken musste, um eine Durchsage zu machen." Und dann waren schließlich die Lehrer an der Reihe: "Es gab Tage, da haben wir sie geliebt, es gab aber auch die Tage, an denen wir sie lieber nicht gesehen hätten. Für alle, die es jetzt noch nicht verstanden haben, wir reden natürlich von unseren lieben Lehrern. Es gab sie, diese magischen Unterrichtsstunden, die wir nie vergessen werden, meistens haben wir in diesen Stunden Filme geguckt, aber wir mussten uns auch wochenlang durch Faust und Shakespeare quälen. Hiermit wollen wir danke sagen, für jede einzelne Hausaufgabe, für jedes ausgeteilte Blatt und für jedes Buch, das wir uns kaufen durften." 
Ganz besonderer Dank wurde den Oberstufenkoordinatoren Frau Daringhausen und Herr Schütz zuteil, "die uns nicht nur mit Power-Point-
Präsentationen und tollem Unterricht zum Abitur geführt haben, sondern uns
auch in jeglichen Problemsituationen zur Seite standen. Wir garantieren ihnen, die Stufen nach uns werden ihnendas Leben nicht einfacher machen." Danke sagten die Schüler Astrid Bilke-Arndt und Björn Rossa, die es sich seit vielen Jahren zur Aufgabe gemacht haben, Schüler zum erfolgreichen Abitur zu führen. "Sie, Frau Bilke-Arndt, haben sowohl die Lateiner nach Rom als auch unseregesamte Stufe nach Hamburg begleitet, wo wir Sie auch außerhalb Ihres
hervorragenden Unterrichts kennen lernen durften. Sie, Herr Rossa, konnten uns leider nicht auf unserer Abschlussfahrt begleiten, haben sich aber stets für unsere Stufe eingesetzt und sich durch Ihr Engagement Ihr Dankeschön redlich verdient." 
"Nichts gegen Sie, Herr Bieke, aber bedauerlicherweise hatten wir nicht ausreichendZeit Sie kennen zu lernen. Wir sind jetzt in einer ungewohnten Position: Sie, als unserer Schulleiter, stehen noch am Anfang, wir, der Abiturjahrgang, am Ende. Was wir Ihnen aber versichern können: mit dem Willibrord-Gymnasium haben Sie einen sehr guten Fang gemacht, und wir sind der Meinung, das Willibrord-Gymnasium mit Ihnen auch. Damit Sie sich in Emmerich besser einleben können, haben wir für Sie einen kleinen Emmericher Korb zusammengestellt, mit allem was man braucht, um in diesem kleinen Städtchen zurechtzukommen." Und sie wollten natürlich nicht die Frau vergessen, die hier einen Großteil der Schullaufbahn das Sagen hatte: Inge Hieret McKay.
Aber natürlich endet der Weg nicht mit dem Abitur, es geht immer weiter. "Nur mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass ab jetzt wir selbst Regieführen."
Bürgermeister Peter Hinze meinte in seiner Rede: „Abiversal – ab jetzt führen wir Regie“ – so heißt Ihr Motto! Ein Motto, wie es treffender nicht sein kann, finde ich. Ab heute bestimmen Sie selbst die Richtung, in die Sie gehen und den Film, in dem Sie die Hauptrolle spielen möchten. Sie selbst bestimmen das Drehbuch und den Drehort. Die Welt mit ihren unbegrenzten Möglichkeiten liegt vor Ihnen und wartet auf Sie." Weiter sagte er: "Sie verfügen über ein solides Fundament für Ihren weiteren Werdegang. Sie haben viele Kompetenzen erworben und viel Wissen in den unterschiedlichsten Bereichen angesammelt."
Die Schüler hätten gelernt, wie man Wissenslücken schließe und an neu auftauchende Probleme herangehe. "Und noch etwas, was für unsere Gesellschaft von grundlegender Bedeutung ist, haben Sie während Ihrer Schulzeit mitbekommen: Für Sie ist es selbstverständlich, mit Vielfalt umzugehen. Hier am Willibrord Gymnasium lernen Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Herkunft und Konfession zusammen und finden sich zu einer Gemeinschaft. Hier ist man neugierig aufeinander und hat Verständnis für andere Kulturen und Traditionen. Und diese Haltung, dieser Respekt voreinander ist das, was wir in unserer Gesellschaft brauchen, in der immer noch oder schon wieder viele Vorurteile und Ressentiments bestehen."
Abschließend bemerkte der Bürgermeister: "Ab heute führen Sie Regie! Sie drehen Ihren eigenen Film! Ein Film gefällt niemals allen Zuschauern; wichtig ist aber, dass Ihr eigener Film Ihnen selbst gefällt und Sie Spaß daran haben. Nämlich nur dann wird er zum Welterfolg und am Ende mit einem Oscar gekrönt!"

Autor:

Jörg Terbrüggen aus Emmerich am Rhein

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