TuS-Ennepetal-Trainer Alexander Thamm über die Spielabsagen des FVN
"Es gibt wichtigere Dinge als Fußball"

Ennepetals Trainer Alexander Thamm begrüßt die Aussetzung des Spielbetriebs.
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  • Foto: TuS Ennepetal
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Der Spielbetrieb im Westdeutschen Fußballverband (WDFV) ist bis zum 19. April ausgesetzt. Damit reagiert der Verband in enger Abstimmung mit seinen 13 Kreisen auf die jüngste Entwicklung rund um das Thema Coronavirus.

"Es war keine leichte Entscheidung, denn eigentlich ist es unser aller Bestreben, Spielbetrieb zu ermöglichen und nicht zu unterbinden. Es gilt die Sorgen der Vereine ernst zu nehmen, die Gesundheit aller steht im Vordergrund“, so WDFV-Präsident Peter Frymuth.
Betroffen sind alle Meisterschafts- und Pokalspiele der Frauen und Jugend sowie im Herrenbereich alle Partien abwärts der Oberliga. Damit war der 2:1-Sieg des TuS Ennepetal am vergangenen Sonntag gegen den SV Schermbeck das vorerst letzte Oberligaspiel in der Region.

Letztes Training nur mit "Bauchschmerzen" möglich

"Es gibt in den letzten Wochen nur dieses Thema. Ehrlich gesagt hatte ich als verantwortlicher Trainer am Donnerstag beim Training schon Bauchschmerzen", zeigt sich TuS-Trainer Alexander Thamm im Gespräch mit der wap schon fast erleichtert über die Aussetzung des Spielbetriebs. "Es gibt im Leben viel wichtigere Dinge als Fußball", führt der Ex-Profi fort. Er spricht von einer "enormen Verpflichtung", die der Sport hat. "Ich habe daher absolutes Verständnis für diese Entscheidung."

TuS Ennepetal setzt Training für mindestens eine Woche aus

Der Trainingsbetrieb ist von der Entscheidung des FVN vorerst nicht betroffen. Über das genaue Vorgehen können die Vereine verantwortungsbewusst selbst entscheiden. Thamm stellt allerdings klar, dass der Trainingsbetrieb für eine Woche komplett eingestellt wird. "Die Jungs haben jetzt erstmal eine Woche Pause. Danach werden wir von Woche für Woche entscheiden." Bei der Entscheidung will der Verein auch den Rat von Ärzten herbeiziehen.
Danach wird entschieden, ob das Training stattfinden kann - und wenn ja, in welcher Form. "Wir hatten bereits am Donnerstag von unserem Präsidenten das Verbot, uns in einer Kabine umzuziehen und zusammen zu duschen", so Thamm. Notfalls solle aber auch der Trainingsbetrieb zum Erliegen kommen. "Wir sind alles Amateure und der Fußball ist unser Hobby. Wenn es unvermeidbar ist, werden wir es so machen - auch wenn dann eine enorme Leere in mir herrschen wird."

Saison könnte im Sommer zu Ende gebracht werden

Der ehemalige Spieler von Rot-Weiss Essen regt an, die Saison im Sommer zu Ende zu bringen."Ich habe bereits mit zwei Trainerkollegen über das Thema gesprochen. Aus unserer Sicht würde es Sinn machen, die Spiele in der Sommerpause nachzuholen. Bei dem guten Wetter würden sich sicherlich viele über englische Wochen freuen."
Somit würde auch die bei den meisten Spielern unbeliebte Sommervorbereitung wegfallen. "Wir stünden dann ja voll im Saft. Da können wir besser jetzt ein paar Wochen pausieren", so Thamm.
Bis zum 19. April wird das auch mindestens der Fall sein. Danach muss die Situation neu bewertet werden. "Wir müssen versuchen die Epidemie einzudämmen. Dafür nehmen wir die Entscheidungen gerne in Kauf."

Thamm fordert EM-Absage

Das fordert er aber auch vom Profifußball. Zwar kann Thamm verstehen, dass Absagen in der Bundesliga "aufgrund der vielen Sponsoren" schwierig seien, andererseits "geht es hier um unsere Menschheit". Daher fordert er abschließend auch. "Die EM muss abgesagt werden!"
Ob das ein realistisches Szenario werden kann, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Die Bundesliga will ihren Spielbetrieb jedenfalls ab kommenden Dienstag, 17. März, bis mindestens zum 2. April aussetzen. Eine endgültige Entscheidung stand zu Redaktionsschluss noch nicht fest.

Autor:

Christian Schaffeld aus Oberhausen

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