Keine akute Einsturzgefahr - doch Risse in der Helmstraße geben Rätsel auf

Aufregung in der Helmstraße. Ein Mehrfamilienhaus musste evakuiert werden. Bewohnbar ist es aktuell nicht, doch es drohe keine akute Einsturzgefahr.
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  • Foto: Müller
  • hochgeladen von Christa Herlinger

Die Risse in ihren Häusern haben sie sofort bemerkt. Im Laufe der Woche waren sie aufgetreten, in dem einen oder anderen Gebäude. Am Freitag kam es dann noch dicker. Vor dem Haus Nummer 71 sackte ein Stück des Gehwegs ab. Die Anwohner schlugen Alarm, die Behörden wurden aktiv. Noch am Abend mussten die Mieter eines Mehrfamilienhauses ihre Wohnungen verlassen.

Die Evakuierung hat Bestand. Das Haus bleibt weiter gesperrt. Am Montag waren noch einmal Experten der Stadt vor Ort, die das Gebäude in Augenschein nahmen. Eine akute Einsturzgefahr schlossen sie aus, bewohnbar sei das Haus aber derzeit nicht. Von Ruhe also weiterhin keine Spur in der ansonsten ruhigen Wohnstraße in Unterfrintrop.

Feuerwehr und THW überwachen Risse

Das ganze Wochenende herrschte reger Betrieb in dem betroffenen Straßenabschnitt, Feuerwehr Essen und Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks waren vor Ort, haben die Situation überwacht. Insgesamt sind in acht Häusern Risse festgestellt worden, auch in den Gärten, so berichten Anwohner, seien die Auswirkungen der Absenkungen zu sehen.
Was fehlt, ist eine Erklärung, warum sich die Situation in Unterfrintrop so zugespitzt hat. Bislang ist die Ursache ist unbekannt.
„Wir haben Bodensetzungen in dem Bereich“, bestätigte Sascha Keil von der Feuerwehr Essen bereits am Samstagfrüh. Möglich wären nach bisherigen Erkenntnissen ein durch die Hitzewelle abgesenkter Grundwasserspiegel oder Bergschäden. Ausgeschlossen werden für den Moment etwaige Hohlräume oder ein Bruch von Leitungen unter den Gebäuden.

Evakuiertes Haus ist aktuell nicht bewohnbar

Mit Hilfe von Rissmonitoren hatte das THW die Schäden das ganze Wochenende über im Blick. An den Häusern sind Messtreifen angebracht. Mit ihrer Hilfe lässt sich feststellen, ob weitere Absetzungen erfolgen.
Weiterer Handlungsbedarf wurde bislang nicht gesehen. „Wir haben bisher nur Gefahrenabwehr betrieben, indem wir ein akut betroffenes Haus geräumt haben, das nicht mehr bewohnbar war“, beschreibt Keil die Lage vor Ort.
Zu Wochenbeginn erfolgte der Wachwechsel. Seitdem ist das Amt für Stadtplanung und Bauordnung der Stadt am Zuge. Gemeinsam mit dem Geologischen Dienst NRW. Die Experten müssen entscheiden, wie es mit den betroffenen Häusern an der Helmstraße weitergeht. Und natürlich die Gründe für die daumendicken Risse und die Absenkungen eruieren. Vor allem an der Ursachenforschung wird mit Hochdruck gearbeitet. Die festgestellten Risse in den Gebäuden, darüber herrscht Einigkeit unter den Fachleuten, deuten auf Absackungen hin.
Ob das Ende der Fahnenstange bereits erreicht ist, vermag niemand zu sagen. „Es kann sein, dass es noch mehr Häuser werden", so Keil von der Feuerwehr. "Man guckt nicht immer in jede Ecke, ob dort ein Riss ist.“

Stadt zieht Gutachter für Ursachenforschung hinzu 

Alle betroffenen Häuser werden weiter überwacht. "Die angebrachten Markierungen zeigen uns genau, inwieweit die vorhandenen Risse auf weitere Bewegungen hindeuten", so Silke Lenz, Pressesprecherin der Stadt Essen. Dort bleibt man weiter am Ball. Bereits am Dienstag gingen die Kontrollen in Unterfrintrop weiter. "Alle betroffenen Häuser wurden erneut in Augenschein genommen", bestätigte Silke Lenz.
Zudem werde die Stadt Essen eine gutachterliche Begleitung für die Ursachenforschung hinzuziehen.

Aufregung in der Helmstraße. Ein Mehrfamilienhaus musste evakuiert werden. Bewohnbar ist es aktuell nicht, doch es drohe keine akute Einsturzgefahr.
THW und Feuerwehr haben die Entwicklung der Gebäuderisse am Wochenende genau im Blick gehalten. Jede Veränderung wäre sofort registriert worden. Seit Wochenbeginn ist das Amt für Stadtplanung und Bauaufsicht am Drücker. Die Experten suchen mit Hochdruck nach den Ursachen.

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