Vollsperrung der A40 beginnt am 7. Juli

Der gesperrte Bereich der A40 in Essen. Quelle: www.essen.de
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  • hochgeladen von Sara Holz

Wieviel Chaos uns tatsächlich bevorsteht, wenn auf der A40, der Hauptschlagader des Ruhrgebiets, nichts mehr geht, ist kaum abzusehen. Die Vorbereitungen jedenfalls sind getroffen. In drei Wochen schon ist Baubeginn.

Baustellen
Vom 7. Juli bis 30. September, also rund drei Monate, bleibt dann die A40 auf Essener (Teil-)Gebiet durch den Landesbetrieb Straßen.NRW gesperrt - eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Schließlich gilt es, rund 95.000 Fahrzeuge täglich (in der Ferienzeit etwa 15 Prozent weniger) auf anderen Wegen am Baustellengebiet vorbei zu führen.
Auslöser für das Großprojekt war die Stadtwaldbrücke, die unvermeidbar abgerissen und neuaufgebaut werden muss. Doch dies bleibt nicht die einzige Baustelle, an der gearbeitet wird. Parallel dazu erhält der nicht mehr den Sicherheitsstandards entsprechende "Ruhrschnellwegtunnel" eine neue technische Ausstattung. Auch die "Helbingbrücken" bedürfen einer Sanierung, werden unter anderem mit neuem Belag ausgestattet, instandgesetzt wird in gleichem Zug ebenfalls die Fußgängerbrücke "Steubenstraße". 16 Millionen Euro verschlucken die gebündelten Baumaßnahmen.

Umleitungen
In Fahrtrichtung Duisburg betrifft die Sperrung die Strecke zwischen dem Autobahndreieck Essen-Ost und der Anschlussstelle Essen-Zentrum (West). Geschlossen sind die Zufahrten Essen-Huttrop und Essen-Zentrum (Ost). Der Verkehr wird auf die A52 geführt. Ziele innerhalb von Essen erreichen Autofahrer dann über die Abfahrten Kray und Frillendorf oder von der A52 aus über Bergerhausen oder Rüttenscheid.
In Richtung Bochum bleibt das Teilstück von der Anschlussstelle Essen-Zentrum (West) und der Anschlussstelle Essen-Huttrop gesperrt, so auch die Zufahrt Essen-Zentrum (Ost). Ab Zentrum (West) wird innerstädtisch bis zur A40-Zufahrt an der Steeler Straße umgeleitet. Über Mülheim-Winkhausen, Mülheim-Heimaterde sowie Essen-Frohnhausen und Essen-Holsterhausen sind Ziele innerhalb Essens anzufahren.
Der überregionale Verkehr läuft über die A45 und A43 beziehungsweise A3 und A42.

Vorbereitung
Damit steht der Stadt Essen der bisher längste und umfangreichste Ausfall der A40 bevor. Für neuen Asphalt war bereits einmal eine 14-tägige Sperrung vonnöten, ebenfalls zwei Wochen kosteten Lärmschutzmaßnahmen. Aus diesen Erfahrungen schöpfen nun die Verantwortlichen. "Doch die beidseitige Sperrung über drei Monate, das ist eine ganz neue Herausforderung", gibt Dieter Schmitz, Amtsleiter des Amtes für Straßen und Verkehr, zu. In enger Kooperation mit EVAG und Polizei verliefen deshalb Planung und Vorarbeiten. Diese befinden sich nun im Endspurt. In den kommenden Wochen werden noch Hinweisschilder aufgestellt, Gelbmarkierungen vorgenommen und etwa die Ausfahrt Essen-Frillendorf, die einer stärkeren Frequentierung im momentanen Zustand nicht gewachsen wäre, ausgebessert.

S 6 fällt 6 Wochen aus
Am 7. Juli dann startet das Großprojekt. In den ersten sechs Wochen (bis 19. August) fällt zeitgleich auch die S-Bahn-Linie 6, welche unter der Stadtwaldbrücke entlang fährt, zwischen Essen-Hauptbahnhof und Düsseldorf-Derendorf aus. Die Sanierungsmaßnahme der Deutschen Bahn ermöglicht erst den Brückenabbau im straffen Zeitplan. Mit Ende der Sommerferien aber läuft der Betrieb wieder regulär, bis dahin ersetzt die S6 ein Schienenersatzverkehr.

Ausnahmesituation
Wesentlich länger müssen Autofahrer sich dagegen mit der Ausnahmesituation arrangieren. Erst am 30. September soll das Autobahnstück wieder freigegeben werden. Bis dahin heißt es, längere Fahrtzeiten und Wege einzukalkulieren, auf Staus eingestellt zu sein, Umwege zu suchen, möglichst unnötige Fahrten zu vermeiden und im besten Falle Fahrgemeinschaften zu bilden. Damit der Verkehr auf den Umleitungsstrecken möglichst reibungslos verläuft, wird die Polizei erhöht Präsenz zeigen und insbesondere in Kreuzungsbereichen Acht geben. Hier zählen Ulrich Faßbender, Pressesprecher der Essener Polizei, und seine Kollegen natürlich auch auf die Unterstützung der betroffenen Autofahrer und bitten, Kreuzungsbereiche stets freizuhalten, nicht mehr bei Dunkelgelb einzufahren oder etwa bei kleinen Unfallschäden das Fahrzeug ungünstig stehen zu lassen.

Alternative Verkehrsmittel
Natürlich bilden auch alternative Verkehrsmittel, so etwa das Fahrrad für kurze Strecken oder auch der ÖPNV eine Alternative. Essen verfügt mit 26 Haltepunkten für RE, RB und S-Bahn (14 verschiedene Linien) über eine gute Anbindung. Auch U-Bahn, Tram und Bus sorgen für eine gute Erschließung der Stadtteile. Doch auch hier fehlt es den Organisatoren natürlich an entsprechenden Erfahrungswerten. Schon jetzt sind innerstädtisch die Kapazitäten an Fahrzeugen zu Stoßzeiten häufig ausgereizt. Dennoch, gerade zu ruhigeren Tageszeiten, abseits des Berufsverkehrs, empfehlen Olaf Frei, EVAG-Pressesprecher, und sein Team die Nutzung von Bus und Bahn. Ungefährdet sehen sie die Abläufe der Fahrten auf der Nordstrecke, der U11, der U18, generell aller unterirdischer Strecken sowie von Osten/Kray aus. Mit Pendelbussen möchte man kritischere Linien in den Griff kriegen. Zu Beeinträchtigungen kommen könnte es vor allem hier: 101, 103, 105, 106, 109, 142, 145, 146, 147, 154, 155, SB 15, 160, 161, 166.
Falsch liegen könne man mit ÖPNV generell nicht, so Frei, denn entscheidend seien ja die sogenannten Blechmeter: "15 Fahrgäste in der Bahn brauchen immer weniger Platz als 15 PKW-Insassen." Längere Warte- und Fahrtzeiten als üblich seien jedoch auch hier absolut einzuplanen; aktuelle Infos sollen stets über "moderne Kanäle" (Social Media) abrufbar sein.

www.a40.nrw.de
Mehr Infos erhalten Interessenten über die Adresse www.a40.nrw.de . Den Baufortschritt und den aktuellen Verkehrsfluss an den Schwerpunkten sind über drei Webcams an der Stadtwaldbrücke, der Anschlussstelle Essen-Mitte sowie dem Autobahndreieck Essen-Ost online zu verfolgen. In die Stauerkennung der Navigationsgeräte ist die Baustelle eingespeist, die errechnete Umleitung ist dabei jedoch System-abhängig und stimmt nicht unbedingt mit der empfohlenen Strecke überein. Lärmbelästigungen in direkter Umgebung der Baumaßnahmen sind nicht auszuschließen, entsprechende Beschwerden von Anwohnern werden entgegen genommen unter Tel. 0201 / 88 59 5 88 oder per Email an info@uib.umweltamt.essen.de .

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