Zwei neue Stolpersteine in Borbeck halten Erinnerung wach

Gunter Demnig auf der Arbeit
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Ungewöhnlich der Auflauf vor dem Haus Höhenweg 30. Gunter Demnig war nach Frintrop gekommen. Der Name des Berliners ist untrennbar mit den "Stolpersteinen“ verbunden. Sie sollen an Menschen erinnern, die in der Zeit des Nationalsozialismus deportiert wurden und meist dem Holocaust zum Opfer fielen. Seit Dienstag erinnert eine kleine Metallplatte an Heinrich Imbusch.

In seiner Jugend wohnte Imbusch auf dem Höhenweg in Frintrop. Der Politiker der Zentrumspartei (*1878 †1945) war einer der bedeutenden christlichen Gewerkschaftsführer Deutschlands. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde er wegen seiner Überzeugungen verfolgt und war ab 1933 mit seiner Familie auf der Flucht. Kurz vor Ende des Krieges starb er an einer Lungenentzündung und Entkräftung im Keller des Elisabeth-Krankenhauses in Essen.

Gedenken an christlichen Gewerkschafter

Vor dem Haus Nummer 30 verlegte der Künstler Gunter Demnig am vergangenen Dienstag zum Gedenken an den christlichen Gewerkschafter einen Stolperstein. Den ersten in Frintrop. „Großvater hat den Höhenweg immer als seine Heimat bezeichnet“, erinnert sich Enkel Norbert Imbusch.
Die Verlegung des Stolpersteines war für die anwesende Familie und Freunde ein sehr emotionales Erlebnis. „Diese besondere Ehrung unseres Großvaters bedeutet uns viel“, versichert Norbert Imbusch und seine Schwester Beate Simmat ergänzt: „Das ist eine ganz besondere Würdigung im Nachhinein.“

Tante hatte alles über den Urgroßvater gesammelt

Urenkelin Alexandra Künzel erzählt, dass ihr Urgroßvater immer präsent in der Familie war. „Wir haben als Kinder immer in einem Album geblättert, in dem eine Tante die ganzen Zeitungsausschnitte über den Urgroßvater gesammelt hatte. Ich finde es schön, dass auch durch den Stolperstein das Andenken aufrechterhalten wird.“
Arnd Brechmann, Vorsitzender der St. Josef-Frintrop-Stiftung, die auch für die Kosten aufkam, würdigte den "bedeutendsten Frintroper der Zeitgeschichte" in einer kurzen Rede.
Ein zweiter Stolperstein wurde am Dienstag vor dem Don Bosco Gymnasium zum Gedenken an den Salesianerpater Theodor Hartz (*1887 †1942) gelegt. Der langjährige Leiter des St. Johannes-Stiftes in Essen-Bochold wurde im Juni 1942 in das Konzentrationslager Dachau deportiert und verstarb dort zwei Monate später an Entkräftung.

Erinnerung an Salesianerpater

Vor dem Haupteingang zum St. Johannesstift wird nun die Erinnerung an den Salesianerpater wachgehalten. Sein Schicksal hat P. Johannes Wielgoß in zahlreichen Aufsätzen dokumentiert. Finanziert und initiiert wurde die Verlegung des Stolpersteins in Bochold durch die Ursula und Klaus Metzelder-Stiftung. "Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist", sagte der Kölner Bildhauer am Dienstag. An Pater Theodor Hartz erinnert in Borbeck auch der Straßenname an dem das Don-Bosco-Gymnasium liegt sowie eine Gedenktafel am Eingang des Hülsmannfriedhofs.
Abiturienten des Leistungskurses Geschichte nahmen mit ihrem Geschichtslehrer Tobias Liehs an der Verlegung teil. 

Text: Doris Brändlein

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