Dreck trotz Mängel-App
Essen muss Müll-Sünder bestrafen

Bezirksbürgermeister Gerd Hampel (SPD, links) ist immer wieder der Ansprechpartner, wenn Leser sich über Müll-Vandalismus beschweren. Unser Foto zeigt Rentner Günter Adam, der sich in der Redaktion über die Vermüllung des Stadtteils Bergmannsfeld empörte. Foto: Lew
  • Bezirksbürgermeister Gerd Hampel (SPD, links) ist immer wieder der Ansprechpartner, wenn Leser sich über Müll-Vandalismus beschweren. Unser Foto zeigt Rentner Günter Adam, der sich in der Redaktion über die Vermüllung des Stadtteils Bergmannsfeld empörte. Foto: Lew
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"Essen soll sauberer werden", dieses Ziel hat OB Thomas Kufen seit Amtsantritt zur Chefsache gemacht. Z.B. per Handy können die Essener inzwischen wilde Müllkippen etc. melden, aber sauberer geworden ist die Stadt dadurch kaum. Im Gegenteil...

Insgesamt 19.100
App-Meldungen

Seit November 2018 können die Essener Bürger illegalen Müll und verdreckte Stellen im Stadtgebiet über die kostenlose Mängelmelder-App per Handy melden. Für die Stadt ist das eine Erfolgsstory. So teilte das Stadtpresseamt mit: "Nach einem Jahr Laufzeit waren insgesamt über 19.100 Meldungen eingegangen, was einem monatlichen Meldevolumen von etwa 1.590 Meldungen entspricht. Im Dezember 2019 konnten bei Kontrollen insgesamt 25 Verstöße festgestellt werden. In 9 Fällen wurden bereits Bußgelder bis zu 100 Euro festgesetzt, in 5 Fällen musste das Bußgeldverfahren wieder eingestellt werden."
"Das ist eine verschwindend geringe Strafmaßnahmen-Quote," kritisiert Bezirksbürgermeister Gerd Hampel. Denn er hat im Essener Osten (Bezirk VII) und als Mitarbeiter der EBE (Entsorgungs-Betriebe Essen) auch stadtweit eine wichtige Erkenntnis gemacht: "Immer wieder sind es genau die gleichen Stellen, an denen Bürger Müll-Vandalismus melden. Etwa an Sammelstellen für Altglas- und -Papier, wo regelmäßig Sperrmüll, Restmüll, Bauschutt, Farbreste etc. abgestellt werden. Beschweren sich die Bürger, kommen die EBE-Mitarbeiter und machen sauber - doch schon wenig später sieht es wieder genauso vermüllt aus." Hampel findet die Idee der Mängelmelder-App grundsätzlich gut, fordert aber ein, dass der "kommunale Ordnungsdienst" endlich auch die Verursacher ins Visier nimmt: "Oberbürgermeister Kufen hat diesen Ordnungsdienst doch kürzlich personell aufgestockt. Dann muss man die Müll-Hot Spots, die ja bekannt sind, jetzt auch überwachen. Nur, wenn man Täter in flagranti erwischt, kann man sie sofort bestrafen. Das hat dann auch eine abschreckende Wirkung. Sonst hat die App keine Nachhaltigkeit. Die Bürger beschweren sich, dann ist wenig später wieder alles vermüllt und sie geben der Stadt bzw. den EBE-Mitarbeitern die Schuld. Das läuft bisher falsch."
Laut Hampel werden derzeit angefragte Sperrmüll-Termine besser überprüft, denn oft bekommen Bürger zwar ihren Termin, haben aber keine Lust, bis dahin zu warten und stellen ihre Sachen einfach früher auf die Straße. Eine solche regelmäßige Prüfung fordert Hampel auch beim Thema wilde Müllkippen.

Bezirksbürgermeister Hampel:
"Wenn nicht endlich
mehr Müll-Sünder bestraft
werden, hat die Mängel-App
keine Nachhaltigkeit."

Der Bezirksbürgermeister zum STADTSPIEGEL: "Auch mehr Quartiersmanager in den Stadtteilen würden helfen. Sie können überprüfen, ob z.B. das vorgehaltene Mülltonnen-Volumen für große Mehrfamilienhäuser reicht und Bewohner, die sich nicht auskennen, mit den Müll-Richtlinien vertraut machen."
Die App findet sich hier:

KOMMENTAR:
Die Stadt ist ein zahnloser Tiger...

Dass Bürger über eine Mängelmelder-App Müll-Vandalismus direkt an das städtische Team von "Essen bleib(t) sauber" melden können, ist eine saubere Sache.
Gleichzeitig ist es dann aber auch an der Zeit, bzw. längst überfällig, dass die Stadt Müll-Vandalismus endlich umfassend bestraft. Oberbürgermeister Kufen hat den kommunalen Ordnungsdienst personell aufgestockt? Prima, dann müssen die Streifen jetzt nur noch auch abends und nachts stattfinden. Am helllichten Tag wird man wohl niemanden erwischen, der illegal Müll in der Gegend abstellt.
Sonst bleibt es beim "Hase-Igel-Prinzip": Die einen werfen einfach überall alles hin und wissen ja, dass irgendwer das schon irgendwann wieder aufräumt. Diesen Zeitgenossen muss die Stadt bissig entgegentreten, sonst bleiben Bußgeld-Erhöhungen und Mängel-App nur zahnlose Verwaltungs-Tiger.

Autor:

Detlef Leweux aus Essen-Steele

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