Gabriele Kipphardt wurde Bürgermeisterin im Stadtbezirk IX
Die Neue möchte Brücken bauen

Gabriele Kipphardt ist neue Bürgermeisterin im Stadtbezirk IX. 
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Gabriele Kipphardt (CDU) ist als neue Bürgermeisterin des Stadtbezirks gewählt worden. Erstmalig führt eine Frau den Bezirk an, erstmals lenkt jemand aus Kettwig die Geschicke der BV IX.

Im großen Essener Ratssaal leitete Alterspräsident Hanslothar Kranz 45 Jahre nach seiner Einsetzung als Bezirksvorsteher den Beginn der BV-Sitzung und bezeichnete sie als historisch: „Heute werden die Weichen gestellt für die Zukunft der BV.“ Abstandhalten und Maskenpflicht auf den Plätzen prägten eine konstituierende BV-Sitzung, die noch mehr Historisches zu bieten hatte. Gleich 10 der 19 Bezirksvertreter sind neu ins Gremium gewählt worden. Kranz lobte die teils langjährig aktiven Ausgeschiedenen und nannte als besonderes Beispiel den ehemaligen Bezirksbürgermeister Michael Bonmann. Die politische Gewichtung ist kaum verändert: die Grünen konnten zwei Sitze dazu gewinnen, die SPD verlor einen Platz, neu ist die AfD dabei. Mit einem Altersschnitt von 58 Jahren könnte die BV etwas jünger sein, immerhin ist sie deutlich weiblicher geworden. Der Frauenanteil hat sich von einem Drittel auf fast die Hälfte aller BV-Mitglieder erhöht. Die meisten BV-Mitglieder (sieben) kommen aus Kettwig, aus Werden sechs. Neu ist die Funktion eines Mobilitätsbeauftragten.

Vier Stellvertreter

Erstmals stehen der Bezirksbürgermeisterin gleich vier Stellvertreter zur Seite. Höchst ungewöhnlich und auch schwer zu kommunizieren. Gemeinhin haben die Essener BVs zwei Stellvertreter gewählt, in den Bezirksvertretungen VI und VIII kam ein dritter hinzu. Der CDU war es aber wichtig, auch die FDP einzubinden. Die neue Verteilung von vier stellvertretenden Bezirksbürgermeistern sei ein klares Signal für eine gemeinsame Gestaltung, Wertschätzung und Verantwortung. Die Grünen mochten nur drei Stellvertreter installieren, verpassten aber in geheimer Abstimmung knapp mit 9 zu 10 Stimmen ihr Ziel. Für die geheime Wahl der fünf Posten wurden zwei Listen aufgestellt, die ihre Mandate nach dem d‘Hondt‘schen Höchstzahlenverfahren erhielten. Während auf die Liste 2 genau die acht Stimmen von Bündnis 90 / Grüne (4) und SPD (4) entfielen, bekam die Liste 1 eine Stimme mehr, als CDU (9) und FDP (1) zusammen zählen. Der neuen Bezirksbürgermeisterin wurden die Stellvertreter Ludger Hicking-Göbels (Bündnis 90 / Grüne), Herbert Schermuly (CDU), Benjamin Brenk (SPD) und Gerd Kolbecher (FDP) zur Seite gestellt.

Konstruktiver Dialog

Hanslothar Kranz führte die neue Bezirksbürgermeisterin in ihr Amt ein und ging dann zu seinem Platz: „So, jetzt trete ich ins Glied zurück.“ Gabriele Kipphardt hielt eine kurze Dankesrede, in der sie auch kommende Aufgaben der BV skizzierte: „Es ist besser, eine Brücke zu bauen, als eine Mauer. Ich werbe für einen konstruktiven Dialog. Das soll ein Leitbild sein für unsere BV. Wir wollen da sein für die Menschen, für ihre Anliegen, Wünsche, Ängste. Egal, ob in Bredeney, Kettwig, Werden, Heidhausen, Schuir oder Fischlaken. Lassen Sie uns Brücken bauen im Bezirk zum Wohle seiner Bürger und Bürgerinnen.“
Die Bezirksvertretung wählte zudem Annette im Brahm als Kinder- und Jugendbeauftragte, Doris Kierim als Seniorenbeauftragte, Plarent Kazani als Kulturbeauftragten sowie Daniel Behmenburg, Gisela Berndt und Hilde Hess-Steinauer als Mitglieder der Programmkonferenz. Das neu geschaffene Amt des Mobilitätsbeauftragten bekleidet Max Stahr, in der Personalkommission bei der Besetzung von Schulleitungsstellen wird Stephan Sülzer die BV vertreten und Ursula Tomasdottir-Goddard in Unfallkommission und Kinder-Unfallkommission.

Schwarz-gelbe Koalition

Nachdem die Grünen und dann auch die SPD einer festen Koalition mit der CDU Absagen erteilt hatten, verhandelten für die CDU der BV-Fraktionsvorsitzende Stephan Sülzer und der Stadtbezirksvorsitzende Guntmar Kipphardt weiter mit der FDP in Person ihres Einzelvertreters Gerd Kolbecher. Auf Grundlage der höchsten gemeinsamen Übereinstimmung und Schnittmenge für die nächsten fünf Jahre wurde zwischen CDU und FDP eine gemeinsame Koalition vereinbart. Beide Partner werben für ein demokratisches Miteinander und laden SPD und Bündnis 90 / Grüne ein, bei Sachthemen mitzuwirken. Der Bogen sei breit gespannt, unter anderem wurden genannt: Frühkindliche Betreuung und Bildung, Stärkung der Sportvereine, mobilitätsfördernde Verkehrspolitik, Stadtteilentwicklung, Kulturangebote, Ehrenamt und Generationendialog, Sicherheit und Sauberkeit sowie Nachhaltigkeit und Digitalisierung.

Autor:

Daniel Henschke aus Essen-Werden

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