Die Küche schließt

Die Verdi-Gewerkschafter sammelten Unterschriften vor Ort.
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Küchenschließung: Gewerkschaft sammelte Unterschriften auf dem Werdener Wochenmarkt

Das Wohl und Wehe der Werdener Krankenhäuser ist immer ein viel diskutiertes im Städtchen. In St. Josef werden Ende August Küche und Cafeteria geschlossen.

Diese Schließungen sind ein weiterer Baustein der „Entflechtung“ der ökumenischen Krankenhausgemeinschaft Kliniken Essen-Süd. Die Küche liegt räumlich im Bereich des evangelischen, bekochte aber auch das katholische Haus. Damit ist nun Schluss, der evangelische Teil nimmt kein Essen mehr aus dieser Küche ab. Die Kliniken Essen-Mitte haben nämlich mit der Eröffnung einer zentralen Großküche ein Ausrufezeichen gesetzt.  Hier werden die Essen für drei Krankenhäuser gekocht, auch für das in Werden. Die Gerichte werden in der Zentralküche im „Cook-and-Chill“-System weitgehend fertig gestellt, vor dem Transport herunter gekühlt und in den jeweiligen Krankenhäusern fertig zubereitet.

Schließung überraschte

Das katholische Krankenhaus dagegen gehört zum Verbund des Universitätsklinikums. Dort kocht die Firma Klüh die Essen, ab September wird St. Josef mit Gerichten aus dem Standort Mettmann beliefert. Dahinter steht der Wunsch, das Werdener Krankenhaus umzustrukturieren und mittelfristig neu auszurichten. Das finanzielle Defizit des eigenen Küchenbetriebs war seit längerem bekannt. Doch bisher war das Personal von einem wie auch immer gearteten Schrumpfen ausgegangen. Freiwillig ist nur eine Kollegin gegangen. Die Schließung überraschte 32 Mitarbeiter, sieben weitere hatten befristete Verträge. Erst 2014 hatte St. Josef 24 Küchenmitarbeiter vom evangelischen Haus übernommen. Der neue Caterer hatte zwar in Aussicht gestellt, Mitarbeiter zu übernehmen. Es wurde auch abgefragt, ob man sich eine Beschäftigung dort vorstellen könnte. Die Bereitschaft zum Wechsel war aber gering, da in einem anderen Tarif weniger gezahlt worden wäre. In St. Josef wird es weiterhin einen Kiosk geben, der sein Angebot ausbauen möchte. Ein weiterer Effekt: Einige Werdener Schulen müssen sich einen neuen Partner für die Essen ihrer Ganztagbetreuung suchen.

Gewerkschaft fordert Übernahme

Nun sammelte die Gewerkschaft Verdi Unterschriften, auch auf dem Werdener Wochenmarkt. Bei regnerischem Wetter gewiss kein Vergnügen, den Arbeitnehmervertretern aber wichtig. So demonstrieren sie ihre Solidarität mit den Entlassenen. Der Personalrat will den Vorstand der Uniklinik dazu bewegen, die von der Schließung betroffenen Mitarbeiter an anderer Stelle zu übernehmen. Sprecherin Petra Bäumler-Schlackmann: „Das Universitätsklinikum Essen ist ein riesiger Betrieb mit Tochterunternehmen wie der Ruhrlandklinik, dem Herzzentrum Huttrop, dem Westdeutschen Protonentherapiezentrum. Bei über 8.000 Beschäftigten muss es doch möglich sein, 39 Arbeitsplätze zu finden.“ Das müsse ja nicht unbedingt im Bereich Küche sein, zum Beispiel gehe es auch um die Essensausgabe für die Patienten. Nach Gesprächen mit den Beteiligten möchte der Vorstand sich bemühen, Stellen in der Uniklinik zu finden. Es gibt einen Sozialplan und Abfindungen für die Betroffenen. Vorsichtige Signale einer Entspannung. Doch die Personalratsvorsitzende Alexandra Willer sieht ihren Protest auch grundsätzlich: „Wenn Schließungen so einfach durchkommen, droht uns eine Lawine…“

Auch Elke Regber sammelt eifrig Unterschriften. Als Vorsitzende des Betriebsrates der Ruhrlandklinik will sie Solidarität demonstrieren, hat aber ebenfalls die Situation in Heidhausen im Blick: „Noch haben wir eine eigene Küche, aber bisher nur eine Zusage, dass sie nicht kurzfristig geschlossen wird.“ Bisher wurden schon 1.000 Unterschriften gesammelt, auch in Werden kamen noch etliche dazu. Doch der Regen wollte einfach nicht enden, es verschwammen bereits die ersten Buchstaben. Die Aktion wurde also beendet, bevor die Listen unbrauchbar wurden.

Autor:

Daniel Henschke aus Essen-Werden

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