Giuseppe Spota und die MIR Dance Company haben mit "Momo" einen eindrucksvollen Tanzabend geschaffen
Von grauen Herren und gelben Mänteln

Zahlreiche weiße Kunststoff-Stühle bilden das ungewöhnliche und zugleich abwechslungsreiche Bühnenbild der jüngsten Inszenierung der MIR Dance Company. Szene mit Brecht Bovijn.
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  • Zahlreiche weiße Kunststoff-Stühle bilden das ungewöhnliche und zugleich abwechslungsreiche Bühnenbild der jüngsten Inszenierung der MIR Dance Company. Szene mit Brecht Bovijn.
  • Foto: MIR/Bettina Stöß
  • hochgeladen von Frank Blum

Vor wenigen Monaten hat Giuseppe Spota als Direktor der MIR Dance Company die Nachfolge der gefeierten Choreographin Bridget Breiner angetreten. Mit dem Tanzabend "Momo" präsentiert er nun seine erste eigene Inszenierung am Musiktheater im Revier. Und die ist ausgesprochen gelungen.

Wer kennt sie nicht, die Geschichte von "Momo", die bereits im Jahr 1973 von Michael Ende geschrieben und mit dem Deutschen Jugendbuchpreis ausgezeichnet wurde.
Rund zwölf Jahre später wurde daraus eine Literaturverfilmung. Unvergessen: Radost Bokel mit dunklem Lockenkopf und die Schildkröte Kassiopeia.
Ist "Momo" in der Inszenierung von Giuseppe Spota, der auch für Bühnenbild und Kostüme verantwortlich zeichnet, also ein Stück für Kinder und Jugendlichen?
Wohl eher nicht, denn "Momo" - gespielt im Kleinen Haus des MIR - ist ein ambitionierter, moderner und anspruchsvoller Tanzabend, der vom vermuteten Handlungsballett weit entfernt ist und der jungen Company Höchstleistungen abverlangt.
Zur Musik von Sigur Rós und Atmo, einer gelungenen Mischung aus leisen Tönen und harten Beats, werden die Tänzerinnen und Tänzer zur erstaunlich synchronen Masse Mensch und zu eindrucksvollen Solisten zwischen den Zeitdieben.
Dabei ist "Momo" über 40 Jahre nach Erstveröffentlichung mit Blick auf die ursprüngliche Handlung aktueller denn je und sogar eine Verbindung zur Umwelt-Aktivistin Greta Thunberg und ihrer Klima-Bewegung „Fridays for Future“ wird in den rund 70 Minuten der Aufführung gelungen hergestellt. (Nicht nur) die gelbe Jacke macht's möglich.
Und darum geht's: Graue Herren von der Zeitsparkasse lehren, dass es im Leben alleine auf Leistung und die Vermehrung von Reichtum ankäme. Allein Momo kann sich den Zeitdieben in den Weg stellen. Das junge Waisenmädchen hat eine seltene Gabe: Sie kann sehr gut zuhören und bringt andere dazu, an ihre Träume und Talente zu glauben. Nicht nur ihre Freunde Gigi und Beppo verändern sich in ihrer Gegenwart. Momo prägt auch die Menschen in der Umgebung des verlassenen Amphitheaters, das sie ihr Zuhause nennt. Die grauen Herren machen gezielt Jagd auf das junge Mädchen. Eine mysteriöse Schildkröte gibt Momo die Hoffnung, dass sie ihnen nicht nur entkommen, sondern auch ihre Freunde retten könnte.

Weitere Termine: 8., 9., 16., 29. Februar; 1., 15., 29. März

Autor:

Frank Blum aus Essen-West

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