Einheitlicher Nahverkehrsplan Ruhr wichtiger Schritt

DIE LINKE im RVR fordert massiven Ausbau des ÖPNV

DIE LINKE im Regionalverband Ruhr (RVR) begrüßt das gestern vorgestellte Mobilitätskonzept des Regionalverbandes Ruhr (RVR) ausdrücklich. In dem Konzept sind sehr viele gute und richtige Ansätze aufgeführt, die schon seit langer Zeit Forderungen der Linken sind. Die Fraktion DIE LINKE im RVR unterstützt dieses Konzept, welches als ersten Schritt den Vorschlag enthält, dass die Kommunen dem RVR die Erarbeitung eines einheitlichen Nahverkehrsplans übertragen.

Olaf Jung, Mitglied im Fraktionsvorstand DIE LINKE im RVR dazu: „Ein einheitliches Konzept aus einem Guss für eine städteübergreifende Verkehrsplanung ist seit langem überfällig. Der ÖPNV im Ruhrgebiet muss deutlich attraktiver werden, um als Alternative auch von mehr Bürger*innen angenommen zu werden. Das Konzept ist ein guter Anfang, muss aber zu einem massiven Ausbau des ÖPNV und einer einheitlichen Verkehrsgesellschaft für die Kommunen im Ruhrgebiet weiterentwickelt werden. Ohne grundsätzliche Reformen der kommunalen Verkehrsbetriebe, ihrer Organisation und ihrer Strukturen wird der Anteil des Nahverkehrs an der Gesamtmobilität im Ruhrgebiet nicht auf ,Metropolstandard‘ gesteigert werden können.“

Unklar ist darüber hinaus, wer die Kosten für die Umsetzung des Mobilitätskonzeptes des RVR übernehmen wird. Die bereits in der Ruhrkonferenz diskutierten und in die feste Planung des NRW-Verkehrsministeriums aufgenommenen Mobilitätsmaßnahmen und die dem Ruhrgebiet in Aussicht gestellten Finanzierungszusagen in Höhe von einer Milliarden Euro werden den gesamten Finanzierungsaufwand nicht decken. Des Weiteren muss auch die verkehrsverbundunabhängige Tarifgestaltung zwischen den verschiedenen Verbundakteuren sozial, gerecht und günstig ausfallen und Berücksichtigung finden. Weiterhin sind viele Fragen der Infrastruktur, die ausgebaut werden muss, ungeklärt.

Olaf Jung weiter: „Die Stadt Wien und andere Metropolen sind hier Vorreiter und Vorbilder in Sachen Personennahverkehr, Vernetzung und dichte verzahnte Taktzeiten, aber auch in der günstigen Preisgestaltung der Tarife. In der Konsequenz nutzen durch die attraktive Gestaltung mehr als 40% der Wiener*innen den ÖPNV. Im Bundesschnitt in den Metropolen liegt der Anteil der ÖPNV-Nutzer*innen hingegen nur bei 20% und im Ruhrgebiet sogar nur bei 10%. Ein erstes Ziel muss also die Steigerung der Nutzung in der Metropole Ruhr auf den Bundesschnitt von 20% sein.“

Autor:

Heike Kretschmer aus Essen-West

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