Umfrage der Woche
Wie stark beeinflussen die sozialen Medien die Bundestagswahl?
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Die Neuwahlen des deutschen Bundestags werden am 23. Februar stattfinden. Der Wahlkampf ist längst angelaufen. In der aktuellen Situation mit komplexen Krisen und aufgeheizten online-Diskussionen stellt sich die Frage, welchen Einfluss soziale Medien auf den Wahlkampf und den Ausgang der Wahl haben können.
Es geht um Aufmerksamkeit: Um möglichst häufig gelikt, kommentiert und vor allem geteilt zu werden, verbreiten soziale Medien wie X, TikTok, Instagram und Facebook oft radikale Ansichten. Und vor allem die AfD und ihre als gesichert rechtsextrem eingestufte Jugendorganisation Junge Alternative gelten als die aktivsten Parteien, vor allem bei TikTok.
Es geht um Aufmerksamkeit
Da stellt sich die Frage: Findet der entscheidende Wahlkampf in den sozialen Medien statt? Dennis Steffan ist Professor am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Freien Universität Berlin und hat sich unter anderem auf die Kommunikation im Wahlkampf spezialisiert. Er sagt: „Social Media allein entscheiden nicht die Wahl.“ Aber: Die Netzwerke seien eines von vielen wichtigen Werkzeugen – und die Bedeutung der Plattformen würden zunehmen.
Bedeutung nimmt zu
In einem Beitrag vom RedaktionsNetzwerk Deutschland heißt es weiter: Doch nicht alle Parteien könnten bei diesem Stilmittel gleichermaßen mithalten. Rechte oder extremistische Parteien seien klar im Vorteil, so Professor Steffan. „Die AfD lebt von Negativität und Emotionalisierung im Wahlkampf, sie unterlegt ihre Videos mit Musik, damit alles sehr dramatisch wirkt.“ So könne man den politischen Gegner viel besser adressieren.
Negativität und Emotionalisierung
Wie gut das funktioniert, ist derzeit in einem anderen EU‑Land zu beobachten: Anfang Dezember urteilte das rumänische Oberste Gericht, Russland habe über die chinesische Social-Media-Plattform TikTok die Parlamentswahl in Rumänien massiv beeinflusst. Es ordnete an, die Wahl zu wiederholen, berichtet die Deutsche Welle. Die Gefahr der externen Beeinflussung innerdeutscher Debatten durch Soziale Medien im Kontext der Bundestagswahl 2025 ist ein Thema der Antwort der Bundesregierung (20/12872) auf eine Kleine Anfrage der CDU/CSU-Fraktion (20/12548). Danach könnten fremde Staaten versuchen, gezielt Einfluss auf die öffentliche Debatte und den politischen Meinungsbildungsprozess im Vorfeld der Bundestagswahl 2025 zu nehmen.
Ausländische Desinformation
Im Zusammenhang mit der Bundestagswahl sei mit einer Zunahme ausländischer Desinformation, insbesondere auf Sozialen Medien, und ausländischen Manipulations- und Einflusskampagnen im Informationsraum zu rechnen, führt die Bundesregierung aus. Obwohl nur schwer gemessen werden könne, welche konkreten Auswirkungen der Einsatz von Mitteln wie Bots oder Propaganda-Kanälen, die den Sozialen Medien eigen sind, tatsächlich auf demokratische Wahlen hat, gehe von ihm grundsätzlich eine Gefahr für den politischen Willensbildungsprozess und die freie Meinungsbildung aus.
Was glaubt ihr: Wie stark beeinflussen die sozialen Medien die Bundestagswahl? Macht mit bei unserer Umfrage der Woche und schreibt eure Meinung zu dem Thema in die Kommentare.

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