Schwimmverein Steele 11 e.V. ist schwer vom Hochwasser getroffen
Freibad Steele ist ein Totalschaden - Aufgeben ist aber keine Option

Das Freibadbecken ist ein Totalschaden, der Gesamtschaden beläuft sich auf eine siebenstellige Summe: Marc Oberdörster und Hannelore Rottmann vom Schwimmverein Steele 11 e.V. ziehen Bilanz nach dem Hochwasser. Aufgeben ist für sie aber keine Option. Foto: Georg Lukas
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  • Das Freibadbecken ist ein Totalschaden, der Gesamtschaden beläuft sich auf eine siebenstellige Summe: Marc Oberdörster und Hannelore Rottmann vom Schwimmverein Steele 11 e.V. ziehen Bilanz nach dem Hochwasser. Aufgeben ist für sie aber keine Option. Foto: Georg Lukas
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Das Becken steht leer, ist von rotem Flatterband umsäumt: Das kleinste Freibad im Stadtgebiet an der Westfalenstraße 210a wurde schwer vom Hochwasser getroffen. Die gröbsten Aufräumarbeiten hat der Schwimmverein Steele 11 e.V. dank zahlreicher Helfer schon hinter sich, doch die Restaurierung des Geländes wird sich voraussichtlich noch bis weit über die nächste Saison hinausziehen.

Von Sara Drees

"Mit kamen fast die Tränen, als ich das hier gesehen hab", gesteht Marc Oberdörster, Vorstandsmitglied und Gerätewart. Gerade erst hatte der Verein alles so organisiert, dass coronakonform hätte wieder trainiert werden können - bis das Gelände komplett geflutet wurde. Auch für Hannelore Rottmann gab es bei diesem Anblick kein Halten mehr. "Wir sind durch unsere Lage direkt an der Ruhr hochwassererprobt - aber in dieser Form haben wir es in den letzten Jahrzehnten noch nie erlebt", so die 1. Vorsitzende. "Wasser ist unser Element, aber das war einfach zu viel", bestätigt Trainerin Anke Freyenberg.
Bis zu 2,30 Meter hoch stand das Wasser am Vereinsheim. Die drei Hochleistungspumpen hatten bei diesen Wassermassen längst keine Chance mehr. "Die Strömung war so gefährlich, dass wir nur noch zuschauen konnten", erinnert sich Vorstandsmitglied Bodo Peters zurück an die Situation. Zu diesem Zeitpunkt war vom Schwimmbecken nichts mehr zu sehen, nur noch der Duschkopf ragte aus dem Wasser. Per Handyvideo haben die Mitglieder dokumentiert, wie ein Wohnwagen knapp einen Meter am Steg vorbeischwamm. "Fast hätte er den auch mitgerissen und zerstört, da hatten wir also noch richtig Glück", so Peters.
Weit über 100 Vereinsmitglieder, Freunde und spontane Helfer - versorgt mit belegten Brötchen der Konditorei Fritsche - packten über das Wochenende an, entsorgten das vom Wasser zerstörte Mobiliar. Komplette Schränke landeten im kostenlos zur Verfügung gestellten Container, demolierte Liegen genauso wie vollgesogene Kissen - insgesamt rund 60 Kubikmeter Müll. "Zudem stand ja auch alles voll Schlamm", erzählt Rottmann. In Schubkarren transportieren die Helfer die Schlammmassen ab, reinigten Böden und retteten alles an Tischen und Bänken, was eben noch brauchbar erschien. Am Ende der Aufräumaktion stehen die Räume beinahe leer. Auch hochwertige technische Geräte wie ein Aufsitzrasenmäher sind nicht mehr zu retten. Und das Becken selbst? "Ein Totalschaden", weiß Rottmann. "Das Grundwasser hat den Beton nach oben gedrückt; die Beckenplane ist gerissen." Selbst die Sicherheitszäune seien samt schwerer Betonklötze einfach vom Wasser herausgerissen worden, auch Startblöcke und eine der neuen Leuchtturmumkleiden.
"Das wichtigste aber ist: Es gab keine Personenschäden", da sind sich alle Vereinsmitglieder einig.
Der gesamte Sachschaden belaufe sich auf eine siebenstellige Summe, "aktuell können wir es aber noch nicht genau beziffern, die Liste wird immer länger", so die erste Vorsitzende. Neben dem neuen Becken müsse auch das Haus verputzt, gestrichen und neu eingerichtet werden. Mit Blick auf den nächsten angekündigten Starkregen will man bei der Restaurierung vorsorgen: mit Edelstahl und ausgelagerter Technik. "Wir machen das jetzt richtig, das heißt lieber auf ein Teil verzichten und dafür mehr in die Sicherheit investieren", betont Rottmann. Eine Öffnung in der kommenden Saison sei angesichts der bevorstehenden Arbeiten utopisch, aber Aufgeben definitiv keine Option.
Welche Gelder überhaupt für das städtische Bad zur Verfügung gestellt werden können, müssten die nächsten Wochen zeigen. Mit Spendensammlungen hat der Verein aber direkt begonnen. "Die jungen Mitglieder sind mit unserer Sparente Momo bis nach Steele reingelaufen und haben gesammelt", so Peters stolz. Wer mag, kann das Freibad durch den Kauf eines "Schwimmbadretter"-T-Shirts - eine Kooperation mit Iris Zielonka und ihrer Design-Werkstatt „meineArt.“ - unterstützen. Ein Spendenkonto ist ebenfalls eingerichtet. Alle weiteren Infos erhalten Interessenten unter www.steele11.de.

Autor:

Sara Drees aus Dortmund

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