Kulturell ist viel los in Gelsenkirchen

Volles Haus vermeldete die „flora“ beim Kulturempfang. Leider konnte nur die Leiterin des Kulturraums „die flora“, Wiltrud Apfeld, krankheitsbedingt nicht dabei sein. Die Begrüßung der Gäste übernahm für sie der Referatsleiter Kultur  Dr. Volker Bandelow. Foto: Gerd Kaemper
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  • Volles Haus vermeldete die „flora“ beim Kulturempfang. Leider konnte nur die Leiterin des Kulturraums „die flora“, Wiltrud Apfeld, krankheitsbedingt nicht dabei sein. Die Begrüßung der Gäste übernahm für sie der Referatsleiter Kultur Dr. Volker Bandelow. Foto: Gerd Kaemper
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Der Kultur-Dezernent hatte in diesem Jahr an einem etwas ungewöhnlichen Termin zu m traditionellen Kulturempfang gebeten, dem Zustrom der Kulturschaffenden in Gelsenkirchen schadete die Terminwahl aber nicht. Vielmehr präsentierte sich die Kulturszene so bunt wie die Stadt in der sie lebt und agiert.

So bunt wie die Stadt

Von ganz jung bis schon richtig alt, quer durch alle Nationalitäten und Genres, die politischen Lager und Sponsoren, war wieder mal alles dabei und bewies das reichhaltige kulturelle Leben in der Stadt Gelsenkirchen und die Wertschätzung, die ihm entgegen schlägt.
Für die musikalische Einstimmung sorgten drei Jazzmusiker, die mit ihren unterschiedlichen Musikreihen in Gelsenkirchen den Jazz einem breiten Publikum zugänglich machen und das von der Altstadt über Bismarck bis nach Buer.

Die Jazz-Stadt Gelsenkirchen

Gemeint sind Daniel Sanleandro Fernández, der die jüngste Jazz-Reihe in Gelsenkirchen ins Leben rief mit DSF@Rosi und immer am ersten Mittwoch im Monat in das Szenelokal Rosi an der Weberstraße einlädt. Am 4. Februar lautet das Motto ab 19 Uhr „Tribute to Eric Clapton“.
Egal ob GEjazzt Open in der JazzArt Galerie an der Florastraße 28 (das nächste Mal am 12. Februar, ab 21 Uhr) oder GEjazzt auf Consol (am 20 Februar ab 20 Uhr), Bassist Martin Furmann sorgt für die passenden Klänge.
Und last not least lädt sich Gitarrist Christian Hammer immer wieder drei Gäste in den hohen Norden der Stadt oder besser die „werkstatt“ an der Hagenstaße ein. Das nächste Hammer+3 gibt es am 8. Februar ab 19.30 Uhr.
Drei Musiker und drei Stücke präsentierten sie den Gästen des Kulturempfangs und Gastgeber Manfreid Beck dankte als Mitglied des Verein GEjazzt. Dabei bekannte er: „Kulturell ist einfach zu viel los in Gelsenkirchen, als dass ich als Kulturdezernent immer überall dabei sein könnte.“ Doch dafür hatten die Anwesenden durchaus Verständnis.

An der Kultur wird nicht gespart

Wie schon in den Vorjahren begrüßte Beck auch in diesem Jahr wieder Oberbürgermeister Frank Baranowski unter den Gästen und erklärte, dass ein solcher Besuch in anderen Städten nicht zur Regel gehört. Und Beck nutzte die Gelegenheit auch direkt, um dem Verwaltungschef dafür zu danken, dass in Gelsenkirchen trotz klammer Kassenlage immer das bestmögliche getan wird, um ein breites Kulturspektrum zu erhalten.

Erinnerungen an den verstorbenen Jürgen Schimanek

„Beck muss weg, sagt Schimanek“, mit diesem Spruch zierte der streitbare, aber auch humorvolle Jürgen Schimanek einst die Tür zum Büro von Manfred Beck, der nun die Anwesenden zu einer Gedenkminute an den im letzten Jahr verstorbenen Gelsenkirchener Künstler aufforderte.

Das war das Jahr 2015

Traditionell blickt der Kulturdezernent bei dem Empfang zurück auf das vergangene Jahr und wagt einen Blick in die Zukunft. Gern blickte er zurück wenn es um die Modernisierung der „flora“ ging, die nun auch einen gewissen Komfort für die Künstler hinter der Bühne birgt. Und auch das wiedererstrahlte Consol-Gelb erfreute den Dezernenten.
Er ließ das Gaudium mit dem osmanischen Dorf, die Kulturrucksackaktion mit der Nachbarstadt Herten, den 100. Geburtstag des Rhein-Herne-Kanals, den Baufortschritt an der Künstlersiedlung Halfmannshof und vieles andere Revue passieren. Noch gewöhnungsbedürftig ist für Beck die Tatsache, dass das Sinfoniekonzert der Neuen Philharmonie nur noch montags gespielt wird, dafür gefällt ihm die Neukonzeptionierung hin zu mehr crossover und der Kammermusikreihe im Hans-Sachs-Haus, die der neue Generalmusikdirektor Rasmus Baumann initiiert hat. Als eine Erfolgsgeschichte sieht Beck das Kreativquartier Ückendorf und die Entwicklung der Bochumer Straße.
Wenig Verständnis hatte der Gastgeber für den Verkauf von Kunstwerken, den das Land NRW tätigt, um die Kassen zu füllen. Er hoffte, dass das für die Stadt Gelsenkirchen wirklich das allerletzte Mittel bleiben sollte, um den Haushalt zu sanieren. Verärgert zeigte sich Manfred Beck über die mutwillige Zerstörung des Kricke-Kunstwerkes neben dem ehemaligen Versorgungsamt an der Vattmannstraße/Fritz-Rahkob-Platz.

Ein Ausblick auf 2015

Personelle Veränderungen gibt es im Kunstmuseum, wo Reinhard Hellrung in den Ruhestand wechselt und im Schloss Horst, wo der „Schlossherr von Oberbürgermeisters Gnaden“ Elmar Alshut ebenfalls in Rente geht.
Dafür gibt es schon jetzt ein „Volles Programm“ für das Veranstaltungsjahr 2015 mit dem 111. Geburtstag von Schalke 04, der dem königsblauen Dezernenten natürlich besonders am Herzen liegt, der Fortführung des Kulturrucksacks, neuen Highlights im Musiktheater im Revier und neuen Ausstellungen im Kunstmuseum. Letzteres ist als eines von acht nordrhein-westfälischen Museen auserkoren für die zeitgenössische Kunstausstellung „ChinaArt.Ruhr“. Außerdem vertreten zwei Nachwuchsmusiker ihre Heimatstadt Gelsenkirchen beim Landeswettbewerb Jugend musiziert und die Stadtbibliothek in Buer erhält ein neues Domizil und kann sich von einem langjährigen Provisorium verabschieden.
„GEmeinsam haben wir viel geschafft, aber es liegt noch viel vor uns“, resümiert Dr. Manfred Beck.

Autor:

silke sobotta aus Gelsenkirchen

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