Kulturempfang macht neugierig auf die "Szeniale"
Kulturelle Neugier lebendig halten

Die Talkgäste standen beispielhaft für die bunte Palette der Angebote, die von bildender Kunst, Theater und Performance, über Fotografie und Tanz bis Literatur und Poetry, Musik, Film und mehr reicht.Foto: Gerd Kaemper
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  • Die Talkgäste standen beispielhaft für die bunte Palette der Angebote, die von bildender Kunst, Theater und Performance, über Fotografie und Tanz bis Literatur und Poetry, Musik, Film und mehr reicht.Foto: Gerd Kaemper
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Im Kulturraum „die flora“ traf sich wieder einmal die Kulturszene der Stadt zu ihrem Neujahrsempfang und bewies dabei einmal mehr wie bunt die Stadt ist, wenn es um die Vielfalt der Kultur geht. Und „bunt“ ist in diesem Jahr ein ganz besonderes Stichwort, wie im Laufe des Abends zu erfahren war.

Die Leiterin der „flora“, Wiltrud Apfeld, bereitete ihren Gästen einen herzlichen Empfang und sorgte für ein Aufatmen unter den Anwesenden, als sie verkündete, dass die Undichtigkeit des Bierfasses behoben sei und dem Zapfen des Gerstensaftes nichts im Wege stehen würde.
Dabei fasste sich die Hausherrin kurz und begrüßte das bunte Volk der Kulturschaffenden, das einen Eindruck von der Bandbreite des Treibens in der Stadt lieferte.
Als Gastgeberin fungierte Städträtin Annette Berg, in deren Vorstandsbereich die Kultur angesiedelt ist. Sie begrüßte neben den Kulturschaffenden der Stadt auch Gäste aus der Politik. So ist Oberbürgermeister Frank Baranowski jedes Jahr aufs Neue ein gern gesehener Gast. Aber auch die Landtagsabgeordneten der SPD, Heike Gebhard und Sebastian Watermeier, waren unter den Anwesenden. MdB Markus Töns war aus privaten Gründen verhindert, aber der Vorsitzende der Landschaftsversammlung des LWL, Dieter Gebhard, war mit von der Partie. Und auch der neue Bochumer Kulturdezernent, der in Gelsenkirchen bekannte Dietmar Dieckmann war dabei und freute sich auf die Zusammenarbeit mit seiner Amtskollegin Annette Berg.
Eine Herzensangelegenheit waren der Kulturdezernentin die Glückwünsche an MiR-Intendant Michael Schulz, dessen Vertrag verlängert wurde und der mit „seinem“ Haus eine klare Positionierung in gesellschaftspolitischen und kulturellen Diskursen für unsere Stadtgesellschaft bietet. Dabei erinnerte Berg an die Botschaft, die das Dach des MiR ziert: „Unsere Gesellschaft ist und bleibt offen, frei und stark.“ Ein klares Statement mit Strahlkraft über die Stadtgrenzen hinaus.
Für dieses Jahr gab Annette Berg die Botschaft aus: „Es soll um Respekt und Toleranz gehen und darum, dass man die kulturelle Neugier nicht verlieren darf. Die Neugier auch auf das Neue, vielleicht das Ungewohnte oder gar fremd Erscheinende. Wir arbeiten, so viel kann ich hier schon sagen, daran, diese Frage in den Mittelpunkt eines Diskursprojektes zu stellen, bei dem wir mit den Mitteln der Kunst und der kulturellen Bildung den Dialog mit den Menschen in unserer Stadt suchen wollen, die von den Informationen, die täglich und oft ungeprüft auf sie einströmen, verunsichert sind.“
Nach wie vor ist der Dezernentin, die auch für Bildung zuständig ist, wichtig, dass die kulturelle Bildung gestärkt wird. Ein Beitrag dazu ist aus ihrer Sicht der Neubau einer Sekundarschule auf dem Gelände des ehemaligen Schalker Vereins.
Als ein deutliches Zeichen dafür, dass die Stadt Gelsenkirchen in Sachen Bildung und Nachhaltigkeit auf dem richtigen Weg ist, stellt für Berg auch die Tatsache dar, dass von den 35 Talentschulen, die das Land NRW als förderungswürdig erachtet hat, vier in Gelsenkirchen heimisch sind. „Das Berufskolleg Königstraße, die Gesamtschulen Horst und Ückendorf sowie das Ricarda-Huch-Gymnasium sind von einer unabhängigen Jury als Talentschulen ausgewählt worden. Dazu beglückwünsche ich die Schulen, auch wenn weitere drei Gelsenkirchener Schulen leider leer ausgingen, ist das ein sehr gutes Ergebnis für die Stadt“, freute sich Berg. Und das zu Recht, denn keine andere Stadt konnte mit so vielen Schulen die Jury überzeugen wie Gelsenkirchen.

Die "Szeniale" wirft ihre Schatten voraus

Wieder zurück beim Blick auf die Kultur freute sich die Kulturdezernentin ein ganz besonderes Festival anzukündigen: „Wir haben im Herbst 2017 in einer ganztägigen Zukunftswerkstatt die Idee eines gemeinsamen Projektes der freien Szene entwickelt. Der Rat der Stadt hat diese Idee mit einem entsprechenden Haushaltsansatz gewürdigt. Und ich bin sehr begeistert, was seitdem entstanden ist und was – so viel kann ich schon verraten – dann am 13. Juli diesen Jahres in Ückendorf erstmals über die Bühne gehen wird. Die „Szeniale“ als ein Tag der freien Kultur, der alle zwei Jahre immer einen anderen Stadtteil in Szene setzen wird.“
Mit einem kurzen Film stellte der Gelsenkirchener Filmemacher und Journalist Roman Milenski die Örtlichkeit der ersten Szeniale und damit den diesjährigen Gastgeber Ückendorf vor. Mr. Poipower sorgte mit einer Lichtperformance, bei der die „Szeniale“ die Hauptrolle spielte, für Begeisterung.
In einer kleinen Talkrunde stellten einige der an der Szeniale, dem 24-Stunden-Festival der freien Künste, beteiligten Künstler ihre Ideen und Planungen vor. Mit dabei waren der Musiker Christian Donovan, der Fotograf Reinhold Krossa, der Grafiker Christoph Lammert, die bildende Künstlerin Barbara Ring und der Musiker Julian Rybarski.
Bezeichnend bei dieser Talkrunde war, dass die Beteiligten in Buer, Scholven, Ückendorf und der Neustadt beheimatet sind, also quer durch die Stadt. Aber auch die Vielfalt der kulturellen Betätigung gibt schon mal einen Hinweis auf das, was die Besucher am 13. Juli in Ückendorf erwartet, wenn die erste Szeniale ihre Tore öffnet.
Und hierzu sind auch Bürger eingeladen, denn Christoph Lammert schilderte, dass gern auch Ückendorfer an diesem Tag ihre Gärten öffnen können für kulturelle Veranstaltungen und somit einen eigenen Beitrag zum Festival beisteuern. Denn das Motto lautet: „Unsere neue Stadtfarbe heißt „Gelsenbunt“, wie szeniale ist das denn...“
Um das Festival zu finanzieren, werden noch Firmen gesucht, die schon mit einer kleineren Spende von etwa 2.000 Euro zum Gelingen der Szeniale beitragen können. Infos gibt es unter szeniale.de.

Autor:

silke sobotta aus Gelsenkirchen

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