Kommentar: Die Steigerung von Pleiten, Pech und Pannen hat einen Namen
Schalke bemitleidenswert

Sport-Vorstand Jochen Schneider ging offenbar mangelhaft vorbereitet in das Online-Format „mitGEredet“ und blamierte sich gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen Alexander Jobst und Christina Rühl-Hamers. Foto: Gerd Kaemper
  • Sport-Vorstand Jochen Schneider ging offenbar mangelhaft vorbereitet in das Online-Format „mitGEredet“ und blamierte sich gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen Alexander Jobst und Christina Rühl-Hamers. Foto: Gerd Kaemper
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Den FC Schalke 04 - also seine Anhänger und Mitglieder - kann man nur noch bemitleiden. In dieser Woche produzierte das abgeschlagene Schlusslicht der Fußball-Bundesliga eine Posse, die als weitere Steigerung von Pleiten, Pech und Pannen der jüngeren Vergangenheit verstanden werden darf. 

Am 8. Februar verbreitet der Verein die Mitteilung, dass die frühere Fernsehmoderatorin Daniela Ulbing bereits am 1. Februar die Leitung der "Stabsstelle Kommunikation" übernommen habe, wo die "Bereiche Sportkommunikation, Unternehmenskommunikation sowie TV Produktion, Vermarktung und Club Media gebündelt werden". Diese Personalie war dann auch Thema eines Online-Formats mit dem Titel  „mitGEredet“. Es soll der Aussprache zwischen Mitgliedern und Vorstand des Vereins dienen. Bei dieser Gelegenheit blamierte sich der vollständig vertretene Vorstand bis auf die Knochen. 

Moderator Jörg Seveneick, wie Ulbing (damals noch Fuß heißend) den Fußballfans als Reporter in Erinnerung, trug die Frage eines Mitglieds vor, der wissen wollte, warum die Personalie Ulbing „erst am 8. Februar auf der Vereinshomepage veröffentlicht wurde, obwohl sie schon seit dem 1. Februar  im Amt ist“. Die Antwort des Vorstandstrios: peinliches Schweigen. Sport-Vorstand Jochen Schneider, Marketing-Vorstand Alexander Jobst und Finanz-Vorstand Christina Rühl-Hamers schauten sich an, als hätten sie von diesem Vorgang noch nie etwas gehört. 

Rühl-Hamers erbarmte sich nach Sekunden der Sprachlosigkeit sowie einem ergebnislosen "Jochen?" in Richtung Schneider und ergriff das Wort. Es sei nicht richtig, dass Ulbing am 1. Februar begonnen hätte, Vertragsbeginn sei der 3. Februar. Auf der Homepage ihres Arbeitgebers steht allerdings 1. Februar.

Jochen Schneider, in dessen Aufgabenbereich auch das Ressort Kommunikation fällt, blickte derweil hilfesuchend seine Vorstandskollegen an, bevor er zugab, "ein Stück weit überfragt“ sein. Gefolgt von erneut lähmender Sprachlosigkeit der Führungsriege. Schließlich sprach Schneider Alexander Jobst direkt an: "Alex, vielleicht kannst du mich da unterstützen?“, fragte er Richtung Marketing-Vorstand Jobst. Der stimmte "gerne" zu, konnte allerdings ebenfalls die gewünschte Erklärung der terminlichen Widersprüche nicht liefern.

Weitab von Erstklassigkeit - das gilt bei S04 längst nicht nur für die (Noch-) Erstligaprofis. Dieser Verein ist auf vielen Ebenen abgewirtschaftet. Es wird Zeit, den personellen Neuanfang für die Zeit nach dem kommenden Abstieg einzuleiten. In der Kabine und auf der Führungsebene.  
Marc Keiterling

Autor:

Marc Keiterling aus Essen

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