Stolpersteine
Die Steine sprechen mit uns

Der Bildhauer Gunter Demnig kommt wieder einmal nach Gelsenkirchen, um im Auftrag des Projekts Stolpersteine Gelsenkirchen Mahnmale für Opfer des Holocausts in den Boden einzulassen.
  • Der Bildhauer Gunter Demnig kommt wieder einmal nach Gelsenkirchen, um im Auftrag des Projekts Stolpersteine Gelsenkirchen Mahnmale für Opfer des Holocausts in den Boden einzulassen.
  • Foto: Gerd Kaemper
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Am 23. Mai werden Stolpersteine in Ückendorf, Resse und Buer verlegt. Interessierte können teilnehmen.

Zu den nachhaltigsten Gedenkorten im Alltag gehören die in vielen europäischen Städten verlegten „Stolpersteine“ des Bildhauers Gunter Demnig. Sie werden flächenbündig vor den letzten selbst gewählten Wohnhäusern in den Bürgersteig eingelassen und erinnern namentlich an einstige Nachbarn, die Opfer der NS-Diktatur wurden; Stolperschwellen hingegen gedenken Opfergruppen und Unrechtsorten.

Stolpersteine seit 2009 in GE

Seit 2009 werden die kleinen Denkmale auch in Gelsenkirchen verlegt. Die Stolpersteine sprechen mit uns, still, leise und unaufdringlich, 365 Tage im Jahr. Eine ihrer Botschaften lautet: „Zur Mahnung an uns, jeder Missachtung des Lebens und der Würde des Menschen mutig und ohne Zögern entgegenzutreten.“
Verlegt werden am 23. Mai zehn Stolpersteine an der Bergmannstraße 43 zur Erinnerung an die Familien Heymann und Löwenstein, drei an der Bochumer Straße 92 für die Familie Buchthal, einer an der Hedwigstraße 1 für Dr. Samuel Hocs, drei an der Buer-Gladbecker-Straße 12 für die Familie Caro und eine Stolperschwelle zur Erinnerung an den NS-Unrechtsort Polizeigefängnis/Zwangsarbeiter an der Ecke Kurt-Schumacher-Straße/Hölscherstraße.

Uhrzeiten per E-Mail erfragen

Wer an den Verlegungen teilnehmen möchte, kann die genauen Uhrzeiten per Mail an a.jordan@gelsenzentrum.de erfragen.
Gemeinsam mit Bildhauer Gunter Demnig und Stolpersteinpaten werden am 23. Mai allein 13 Stolpersteine im Kreativquartier Ückendorf verlegt. Die Patenschaften für die zehn Stolpersteine, die an der Bergmannstraße an die jüdischen Familien Heymann und Löwenstein erinnern, hat Uta Meyhöfer übernommen und damit die kleinen Mahnmale auch finanziert. Sie hat eine besondere Beziehung zu den Familien: Ihre Mutter hat als Kind in einer der Wohnungen, aus denen die beiden Familien vertrieben wurden, gelebt. „Die Juden seien dann später einfach ausgereist“, so habe es ihre Mutter immer erzählt, sagt Uta Meyhöfer. Daran habe sie jedoch nie glauben wollen, die Recherchen des Projekts Stolpersteine Gelsenkirchen bestätigten ihren langjährigen Verdacht.

Stolperschwelle in Buer als Symbol

Die Stolperschwelle in Buer wird symbolhaft im Gedenken an mehr als 40.000 Männer, Frauen und Kinder aus West- und Osteuropa verlegt, die in Gelsenkirchen zwischen 1940 und 1945 als Zivilisten oder Kriegsgefangene zur Ableistung von Zwangsarbeit in der deutschen Kriegswirtschaft und Rüstungsproduktion ausgenutzt und als billige Arbeitskräfte ausgebeutet wurden.
Die Stolperschwelle erinnert auch an unbekannte Zwangsarbeiter, für die sich der Weg in den Tod vom Polizeigefängnis Buer nachweisen lässt.

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