Straßenfeuer-Rekord

Karin Schneider, Norbert Labatzki, Bianca Wollbrink, Helmut Hasenkox und Georgina Radons strahlten um die Wette angesichts des Rekorderlöses von beinahe 14.000 Euro.Foto: Gerd Kaemper
  • Karin Schneider, Norbert Labatzki, Bianca Wollbrink, Helmut Hasenkox und Georgina Radons strahlten um die Wette angesichts des Rekorderlöses von beinahe 14.000 Euro.Foto: Gerd Kaemper
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Die fünfte Straßenfeuer-Spendengala, die mit dem Verein Arzt Mobil, der in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert, ein „Jubiläum“ feierte, hat sich inzwischen zu einer Veranstaltung entwickelt, die gesellschaftlich sehr gut angenommen wird.

Sage und schreibe 13.937,43 Euro

Davon zeugt nicht nur die Tatsache, dass das Bürgerforum im Hans-Sachs-Haus in diesem Jahr bis an seine Kapazitätsgrenzen von 700 Plätzen ausverkauft war, sondern auch, dass noch sehr viel mehr Karten hätten verkauft werden können, wenn es möglich gewesen wäre.
Entsprechend hoch ist der Erlös der fünften Gala, der mit 13.937,43 Euro einen neuen Rekord darstellt. „Darin enthalten sind neben dem reinen Kartenverkauf auch der Erlös der Versteigerung des Kunstwerkes von Stephanie Albers und spontane Spenden, die die Besucher noch an dem Abend übergeben haben“, freut sich Initiator Norbert Labatzki.
Ermöglicht wurde die Summe auch dadurch, dass in diesem Jahr komplett auf Werbung durch Plakate und Flyer verzichtet wurde. Die einzigen Kosten entstanden durch die Security, die Reinigung und ein kleines Fotohonorar an den Betreiber der Obdachlosenzeitung Paperboy Alexandros Ahmed, der Labatzki auf die Idee gebracht hatte.
Norbert Labatzki dankte nicht nur den Beteiligten, wie emschertainment GmbH, Stadt Gelsenkirchen oder Musiktheater im Revier, sondern auch den vielen ehrenamtlichen Unterstützern, ohne die die Spendengala in der bekannten Form nicht möglich wäre.

Aus einer privaten Initiative wurde eine "Place to be"-Veranstaltung

An die Anfänge vor fünf Jahren erinnerte sich Prof. Dr. Helmut Hasenkox und schilderte: „Ich war damals echt skeptisch, aber ich muss sagen, dass es sich bei dem jetzt erzielten Erlös um eine sehr ernstzunehmende Spende handelt. Und ich bin selbst in einem Serviceclub tätig und weiß, welche Spendensummen die Regel sind. Es fällt uns auch von Jahr zu Jahr immer leichter Künstler zu verpflichten, die kostenlos in den Dienst der guten Sache treten, weil die Veranstaltung immer bekannter wird. Und ich kann schon mal verraten, dass wir bereits jetzt den Top-Act für die sechste Straßenfeuer-Spendengala am Sonntag, 7. April 2019, verpflichtet haben. Es wird eine Frau sein, mehr möchte ich jetzt noch nicht verraten.“
Labatzki legt dann auch gleich das Ziel fest, dass dann die 15.000-Euro-Marke geknackt werden soll. Denn der Erlös kommt den Menschen in Gelsenkirchen zugute und zwar denen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Und hier hat sich der Initatior mit den Vereinen Arzt Mobil und Warm durch die Nacht- Gelsenkirchen packt an! zwei Partner ausgesucht, mit denen er sich sehr verbunden fühlt.

Obdachlosenhilfe ist gesicherter durch diese Spende

„Warm durch die Nacht ist genauso aus einer Privatinitiative entstanden wie die Spendengala und ich habe den höchsten Respekt davor, dass hier Menschen neben ihrem Job, egal ob Schichtdienst oder nicht, ehrenamtlich tätig sind“, erklärt Labatzki. „Ebenso wichtig ist aber auch das Arzt Mobil, dessen hauptamtlich Beschäftigte sehr engagiert im Einsatz sind und eine wichtige Aufgabe in der Stadt schultern.“
Und das ist nicht immer leicht, wie Diplom-Sozialpädagogin Karin Schneider weiß: „Das letzte Jahr war sehr schwierig für uns. Ohne die Mittel aus der Spendengala hätten wir unsere Arbeit nicht in der Form erledigen können. Jetzt gibt es neue Verträge mit der Stadt, die uns besser absichern, aber die Spende der Gala hilft uns, die Dinge des täglichen Lebens anzuschaffen. Und sei es eine neue Standheizung für unser Arzt Mobil, das ja auch nicht jünger wird. Und wer möchte sich schon bei Frosttemperaturen vor einem Arzt ausziehen müssen?“

Sachspenden gehen immer weiter zurück, die Not der Menschen bleibt

Früher erhielt der Verein viele Materialspenden aus der Pharmaindustrie, wie Verbandstoffe und ähnliches. Seitdem diese Unterstützung beinahe komplett weggefallen ist, belastet die Anschaffung die knappen Mittel des Vereins.
Georgina Radons ist Streetworkerin bei Arzt Mobil und freut sich, dass dank der besseren finanziellen Ausstattung in diesem Jahr wieder ein Fußballtraining für die von ihnen betreuten Obdachlosen angeboten werden kann. „Das gibt den Menschen nicht nur ein Stück Normalität, sondern fördert auch deren Bewegung, die meist völlig zurückgefahren wird.“
Auch Bianca Wollbrink von Warm durch die Nacht zeigte sich froh, dass das Engagement des Vereins inzwischen so anerkannt ist, dass es den Ehrenamtlern möglich ist, Dinge, die zur Versorgung der Obdachlosen und Bedürftigen fehlen auch mal eingekauft werden können.

Warm durch die Nacht hätte gern zwei Wünsche frei....

„Es passiert immer mal wieder, dass Dinge ausgehen und gerade keine neue Sachspende, die den Bedarf deckt, eingeht. Wir befinden uns jetzt erstmals in der glücklichen Lage, dass wir hier Nachschub kaufen können“, freut sich die engagierte Gelsenkirchenerin. Und sie äußert auch einen Wunsch, den der Verein an die Stadt hätte: „Eine kostenlose Toilette in der Stadt und ein kleiner Frischwasserbrunnen wären tolle Anschaffungen, die am Ende ja nicht nur den Bedürftigen zur Verfügung stehen würden.“
Dass eine solche Toilette auch einer gewissen „Wartung“ bedarf, ist allen Beteiligten klar, aber die Ideen fließen auch sofort. Das reicht von einem Toilettendienst aus den Reihen der angesprochenen Klientel über Toilettenpaten ähnlich denen der Bogestra-Haltestellen bis hin zur Möglichkeit, vielleicht tatsächlich Personal einzustellen.
Anhand solcher Ideen wird sehr schnell klar, wie sehr sich die beiden Vereine auch verbunden fühlen. So freut sich Karin Schneider, dass Warm durch die Nacht stets sehr schnell einspringt, wenn dem Arzt Mobil bürokratische Hürden im Weg sind. „Das haben wir bei der Tierfutteraktion festgestellt und genauso bei einer dringend und kurzfristig benötigten Babyausstattung. Aber es geht auch nicht nur um materielle Unterstützung, sondern auch das ehrenamtliche Engagement, das uns unterstützt etwa bei Hausbesuchen und solchen Dingen“, weiß Schneider.
Und Biana Wollbrink ergänzt: „Wir haben eine sehr gute Netzwerkarbeit zwischen Ehrenamt und Hauptamt geschaffen. Denn meist beginnt ja unsere Arbeit, wenn die Streetworkerinnen Feierabend haben. So ergänzen wir uns auf ganzer Linie.“

Bedürftige stehen noch zwei Mal in 2018 im Fokus

Anlässlich des Drogentotengedenktages, der in diesem Jahr am 20. Juli gefeiert wird, werden die beiden Vereine auch wieder gemeinsam aktiv und planen derzeit schon fleißig. Am 5. September bittet Arzt Mobil dann zur Feier des runden Geburtstages.

Autor:

silke sobotta aus Gelsenkirchen

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