Gedenkstättenfahrt nach Israel - Jugendliche erleben eine Fahrt voll intensiver Erlebnisse

Das Gruppenfoto entstand an der Grabeskirche in Bethlehem .
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Israel. “Erinnern für eine gemeinsame Zukunft”, so lautete auch in diesem Jahr wieder das Thema der Gedenkstättenfahrt nach Israel an der insgesamt 24 Jugendliche im Alter zwischen 17 und 26 Jahren teilgenommen haben.

Bei einem Vortreffen im Jüdischen Museum in Dorsten, wurden die Jugendlichen von Maren Großbröhmer über die Gründung des Staates Israel informiert. Außerdem gab es einen kleinen Einblick in das Judentum, aber auch die aktuelle politischen Situation in Israel wurde besprochen.

Mit einiger Anspannung, aber auch großer Vorfreude flog die Gruppe dann nach Israel. Die erste Station mit Guide Uriel Kashi, war am nächsten Tag Bethlehem im West-Jordanland. Dort stand der Besuch der Geburtskirche Jesus auf dem Programm, die von Kaiser Konstantin erbaut und bis zum heutigen Zeitpunkt alle Kriege überstanden hat. Anschließend hatten die Jugendlichen noch reichlich Zeit, die Altstadt von Bethlehem auf eigene Faust zu erkunden.

Zurück in Jerusalem fand ein Gespräch mit der Vorsitzenden der Hilfsorganisation Amcha , Johanna Gottesfeld, statt. Amcha ist ein nationales Zentrum für psychosoziale Unterstützung von Holocaust-Überlebenden und deren Familien in Israel.

Am nächsten Tag fand eine ganztägige interreligiöse Stadtführung in Yerushalaim-”Ort des Friedens”-statt. Besonders beeindruckend war der Blick auf den Tempelberg, wo sich der Felsendom und die Al Aqsa-Moschee befinden. An der Klagemauer steckten die Jugendlichen kleine Zettel mit persönlichen Wünschen in die Ritzen der Westmauer.

Emotionale Gespräche mit Überlebenden des Holocaust

Die historische Ausstellung der Gedenkstätte Yad Vashem, die für die von den Nationalsozialisten ermordeten Juden errichtet worden ist, besuchte die Gruppe einen Tag später. Nach dem Rundgang in der Ausstellung fand ein Treffen und Gespräch mit dem Zeitzeugen Saul Oren statt, der im Alter von 14 Jahren zusammen mit seinem Bruder nach Auschwitz deportiert wurde. Anschließend kam er mit elf weiteren Jugendlichen ins KZ-Sachsenhausen, wo der Arzt Arnold Dohmen medizinische Versuche an den jungen Menschen durchgeführte. Er überlebte das KZ und lebt heute mit seiner großen Familie in Jerusalem.

Der Besuch der Gedenkstätte Yad Vashem , insbesondere das Gespräch mit Saul Oren, hinterließ bei den Jugendlichen ein sehr intensives Gefühl von Traurigkeit und Wut aber auch großer Freude, da Oren nach den schrecklichen Erlebnissen in Auschwitz und Sachsenhausen, in Israel eine neue Heimat gefunden hat.

Im Seminarzentrum Givat Haviva hatten die Jugendlichendie Möglichkeit mit den Mitarbeitern über das Thema „Arabische Minderheit und Jüdisch-Arabische Koexistenz zu diskutieren. Anschließend folgte eine Tour entlang der Grünen Linie der Sperranlagen, sowie in das Dorf Barta´ah, das durch die Grüne Linie getrennt wird. Dort wurde die schwierige Lebenssituation der palästinensischen Bevölkerung sehr deutlich.

Stadtführungen in Jaffa und Tel Aviv standen ebenfalls noch auf dem Programm der Gedenkstättenfahrt. Hier wurde das Haus Meir Dizengovs besucht, wo David Ben Gurion 1948 die Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel verkündigte. Anschließend ging es zum Rabin Platz, wo im November 1995 der israelische Ministerpräsident von einem jüdischen Extremisten ermordet wurde.

Der letzte Programmpunkt war auch der Emotionalste. In der südlich von Tel-Aviv gelegenen Stadt Holon befindet sich das Kulturzentrum Beit Lehiyot. Ein Begegnungszentrum für Holocaust-Überlebende. Hier erhielten die Jugendlichen die Möglichkeit, Einblicke in die Geschichte der Holocaust-Überlebenden Herta Goldmann, Chava Wolf und Batsheva Dagan zu bekommen. Mit beeindruckender Offenheit und Emotionalität erzählten sie von ihren sehr persönlichen Erfahrungen während der Naziherrschaft.

Ganz besonders wird der Appell von Batsheva Dagan in Erinnerung bleiben, den sie an die Jugendlichen richtete: " Ihr tragt keine Schuld für die Verbrechen der Nationalsozialisten, jedoch Verantwortung dafür, dass sich diese Zeiten des Terrors nicht wiederholen."

Die Jugendlichen waren sich nach einer ersten Auswertung der Fahrt einig, dass die gemeinsame Zeit in Israel eine sehr intensive und emotionale Erfahrung für sie war. 

Das Gruppenfoto entstand an der Grabeskirche in Bethlehem .
Zeitzeugin Batsheva Dagan erzählte den Jugendlichen sehr offen über ihre Erlebnisse während des Holocaust.
Autor:

Lokalkompass Gladbeck aus Gladbeck

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