Grundschulen: Stadt und Kirchen finden Kompromiss

Zeigten sich mit dem Ergebnis ihrer Gespräche zufrieden: (v. l.) Erste Beigeordneter Rainer Weichelt, Jörg Baumeister, Brunhild Thiesing, Schulleiterin Uhlandschule, Pfarrer Uwe Hildebrandt, Propst Andre Müller Bettina Weist, Leiterin des Amtes für Bildung und Erziehung  und Ute Kirsten, kommissarische Leiterin Vinzenzschule.
  • Zeigten sich mit dem Ergebnis ihrer Gespräche zufrieden: (v. l.) Erste Beigeordneter Rainer Weichelt, Jörg Baumeister, Brunhild Thiesing, Schulleiterin Uhlandschule, Pfarrer Uwe Hildebrandt, Propst Andre Müller Bettina Weist, Leiterin des Amtes für Bildung und Erziehung und Ute Kirsten, kommissarische Leiterin Vinzenzschule.
  • hochgeladen von Christian Gensheimer

Um das Grundschulangebot im Stadtgebiet auch in Zukunft sicherzustellen, hat die Verwaltung dem Schulauschuss ein Konzept vorgestellt, das vorsieht, die katholische Vinzenzschule mit der evangelischen Uhlandschule sowie die kathlische Antoniusschule mit der Gemeinschaftsgrundschule am Rosenhügel zu jeweils einer Schule zusammenzulegen.

Unter Berücksichtigung der Schulrechtsänderung vom 7. November 2012, reagiert die Stadt damit eigenen Aussagen nach auf rückläufige Schülerzahlen. So verfolgt der Landtag das Ziel, kleinere Klassen zu bilden und pädagogisch sinnvolle sowie organisatorisch machbare Schulangebote mit einer wohnortnahen Schulversorgung zu verbinden.
Mit Vertretern beider christlicher Kirchen hat es, so war in einem Pressegespräch zu hören, einen „intensiven Austausch“ gegeben, gemeinsam die schulpolitischen Entscheidungen zur Zusammenlegung von Grundschulen verschiedener Konfessionen zu tragen.
„Das wir einen gemeinsamen Nenner gefunden haben, lässt mich zufrieden in die Zukunft blicken,“ berichtet der Erste Beigeordnete Rainer Weichelt vom Gespräch mit den Beteiligten Bettina Weist, Leiterin des Amtes für Bildung und Erziehung, Propst Andre Müller, Pfarrer Uwe Hildebrandt und den Sprechern der beiden Kirchen im Schulauschuss Pfarrerin Reile Hildebrandt-Junge-Wentrup und Jörg Baumeister.

Zusammen wolle man die Gladbecker Schulentwicklung positiv begleiten. „Wir müssen uns den gesellschaftlichen Veränderungen stellen, der Zunahme konfessionsloser Schüler, Schüler anderer Glaubensrichtungen und dem demografischen Wandel,“ so Propst Andre Müller. Im Einvernehmen mit Eltern, Verwaltung und Schulräten „soll eine gemeinsame Schuleinheit entstehen“, stärkt auch die Evangelische Kirche das Vorhaben.
Uwe Hildebrandt: „Gute Beispiele für solch eine Gemeinschaftsschule gibt es bereits in Mitte an der Wittringer Schule und in Ost an der Regenbogenschule. Wir stehen zwar vor Herausforderungen, hoffen jedoch auch im Süden auf gute ökumenische Zusammenarbeit.“ Die Schulen im Süden stehen dem Konzept demnach ebenso aufgeschlossen gegenüber.

Brunhild Thiesing, Schulleiterin Uhlandschule, und Ute Kirsten, kommissarische Leiterin Vinzenzschule, erzählen vom Wunsch der Eltern, ihre Kinder auf eine Schule zu schicken- konfessionell oder nicht-, bei der es ihnen freisteht, sie am Religionsunterricht teilhaben zu lassen. Auch in einer Gemeinschafstschule würden die Kinder im Einklang mit der Landesverfassung nach christlichen Wertvorstellungen erzogen, womit auch die Eltern muslimischer Kinder einverstanden seien.

Die christliche Ausrichtung trage wesentlich zur Profilbildung der Schule bei. Gerade wegen der tendenziell steigenden Zahl von Kindern mit Migrationshintergrund (in der 1. Klasse der Uhlandschule sind 50 Prozent der Kinder islamischer Herkunft, in der Vinzenzschule 63 Prozent), liege die Zukunft in der Gemeinschaftschule, sind sich die Verantwortlichen sicher.
Der Verwaltungsvorschlag wird dem Schulauschuss in der Sitzung am 4. März vorgelegt, eine Schulneubildung wird aber frühestens zum Beginn des Schuljahres 2014/2015 in Kraft treten.

Autor:

Christian Gensheimer aus Essen-Nord

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