SG Welper und TuS Blankenstein gemeinsam für Kunstrasen

Sie stehen hinter dem gemeinsamen Projekt Kunstrasen: (v.l.) Rainer Sprenger (TuS-Geschäftsführer), Michael Boehnke (SG-Hauptgeschäftsführer), Frank Schwedt (Vorsitzender TuS Blankenstein), Dieter Jörges (TuS-Hauptkassierer), Wolfgang Zimmermann (Präsident der SG Welper), Wolfgang Wortmann (SG-Abteilungsleiter Fußball), Heinz-Werner Papenhoff (SG-Vizepräsident), Jens Liebetanz (zweiter TuS-Vorsitzender) und Michael Lenz (SG-Geschäftsführer Fußball). Foto: Römer
  • Sie stehen hinter dem gemeinsamen Projekt Kunstrasen: (v.l.) Rainer Sprenger (TuS-Geschäftsführer), Michael Boehnke (SG-Hauptgeschäftsführer), Frank Schwedt (Vorsitzender TuS Blankenstein), Dieter Jörges (TuS-Hauptkassierer), Wolfgang Zimmermann (Präsident der SG Welper), Wolfgang Wortmann (SG-Abteilungsleiter Fußball), Heinz-Werner Papenhoff (SG-Vizepräsident), Jens Liebetanz (zweiter TuS-Vorsitzender) und Michael Lenz (SG-Geschäftsführer Fußball). Foto: Römer
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Blankenstein und Welper sind als Stadtteile Nachbarn. In der Fußball-Kreisliga A stehen sie nachbarschaftlich auf den Plätzen fünf und sechs. In ihrer letzten sportlichen Begegnung trennten sie sich schiedlich-friedlich mit 1:1. Und ab der kommenden Saison spielen und trainieren beide Clubs im Althoff-Stadion an der Marxstraße – auf Kunstrasen.

„Das ist völlig neu für die Hattinger Fußballwelt“, sind sich Wolfgang Zimmermann, Präsident der SG Welper, und der Vorsitzende des TuS Blankenstein, Frank Schwedt, einig. Nicht einmal einen endgültigen Zusammenschluss beider Vereine wollen beide Vereinsbosse ausschließen. „Aber erst einmal einen Schritt und dann vielleicht den nächsten“, sagen sie übereinstimmend im Welperaner Vereinsbüro an der Thingstraße.
Vor dem Beschluss, gemeinsam das Projekt Kunstrasen auf dem Platz der SG Welper an der Marxstraße anzugehen, gab es zahlreiche Gespräche zwischen beiden Fußballclubs.
Inzwischen ist der TuS Blankenstein den Welperanern dahingehend voraus, dass er bereits ein überwältigendes Votum seiner Mitglieder mit über 90 Prozent Zustimmung hat.
Worauf Wolfgang Zimmermann bauen kann, das ist der mit gut 70prozentiger Mehrheit gefasste Vereinsbeschluss, doch in das Abenteuer Kunstrasen einzusteigen. Anfangs, gibt der seit Oktober 2010 amtierende SG-Präsident zu, habe er dem Projekt ablehnend gegenüber gestanden: „Meiner Meinung nach war das finanziell nicht zu schultern, zumindest nicht allein. Das hat vereinsintern zu heftigen Diskussionen geführt. Sicher ist, dass dem Verein ohne Kunstrasen eine Zukunftsperspektive fehlt, denn Kinder gehen nun einmal lieber zu modernen Sportstätten und ohne Nachwuchs geht ein Verein nunmal zugrunde.“
Also rechneten die Welperaner neu, riefen eine Sondersitzung ein, die sehr gut besucht war. 427.000 Euro an Kosten für einen Kunstrasenplatz wurden kalkuliert. 207.000 Euro steuert die Stadt bei, 150.000 Euro sollten per Kredit aufgenommen werden und die fehlenden 70.000 aus Eigenkapital und Spenden stammen.
Da an der Marxstraße außer den Welperaner Mannschaften auch der AC Hattingen trainiert, wurde dessen Vorstand angesprochen, sich an den Kosten für Kunstrasen zu beteiligen oder künftig Miete für die Nutzung zu zahlen. Wolfgang Zimmermann: „Bis heute hat der AC Hattingen uns kein Zeichen gegeben, dass er sich beteiligen will.“
Also wurde der, so der Präsident, „Wunschpartner“ TuS Blankenstein angesprochen, mit dem die Welperaner schon lange erfolgreich im Jugendbereich zusammenarbeiten. Den Blankensteinern wurde vorgeschlagen, den kompletten Spielbetrieb nach Welper zu verlegen. Das soll nach dem eindeutigen TuS-Mitgliederwillen geschehen mit der Spielzeit 2013/14.
„Wie der Jugendbereich gezeigt hat, wo wir seit langem kooperieren, funktioniert das Miteinander und Nebeneinander hervorragend“, fasst TuS-Vorsitzender Frank Schwedt zusammen. „Künftig werden wir gerade im Jugendbereich durch den Kunstrasen auf eine attraktive und moderne Sportfläche zählen können. Zum Saisonstart werden wir auch unser Vereinsheim hier neu errichten als Anbau an das der Welperaner.“
Seine Zukunftsvision sieht so aus: „Unseren Kinder- und Jugendspielern wollen wir sagen, dass sie nicht für den TuS oder Welper spielen, sondern für uns. Sie sollen sich später selbst entscheiden können, welchem Verein sie letztlich beitreten. Bis dahin werden ihre Beiträge in einen gemeinsamen Topf eingezahlt.“
Eine kleine Ausnahme ist die Alt-A-Jugend. Aus deren Kreis kann der Trainer der ersten Mannschaft nach wie vor Spieler in seinen Kader berufen.
Zurzeit haben der TuS Blankenstein und die SG Welper außerhalb der (teilweise) gemeinsamen Jugendabteilung je zwei Seniorenmannschaften und je eine Altherrenelf, die ebenfalls bereits gemeinsam trainiert. Zusätzlich hat der TuS Blankenstein noch ein Damen-Senioren-Team. „Da wissen wir die Entwicklung noch nicht, weil gerade hier die Fluktuation hoch ist“, beschreibt Frank Schwedt. Alles in allem werden zu den rund 340 Fußballern der SG Welper noch einmal 300 des TuS Blankenstein stoßen.
Bei den Trainingszeiten werde man sich nicht ins Gehege kommen, da ja künftig die momentanen Zeiten des AC Hattingen zur Verfügung stünden. Da sind beide Vereinsführungen „d‘accord“, Details würden noch gelöst.
„Aus meiner langjährigen Praxis als Verantwortlicher in verschiedenen Vereinen kann ich nur sagen, das der Weg, den wir hier in Welper gehen werden, der richtige für alle ist“, fasst SG-Abteilungsleiter Fußball Wolfgang Wortmann zusammen.
Während ja in Blankenstein hinsichtlich der endgültigen Entscheidung für den neuen Standort bereits Nägel mit Köpfen gemacht wurden, wartet da auf Welpers Präsident Wolfgang Zimmermann noch genau diese Aufgabe. Neue gemeinsame Kalkulationen zum Kunstrasenplatz haben ergeben, dass dieser in Welper doch um knapp 35.000 Euro teuerer wird als zunächst gedacht.
Wolfgang Zimmermann: „Das zeigt doch erst recht, wie wichtig der Entschluss war, künftig gemeinsam den neuen Weg zu gehen. Wir sind dem TuS Blankenstein dafür sehr dankbar. Auch wenn der Eigenanteil für jeden Verein höher wird, wobei auf den TuS ja auch noch die Kosten fürs Vereinsheim zukommen, sehe ich bei uns von der SG Welper keine Schwierigkeiten, auch wenn ich das unseren Mitgliedern noch zur Abstimmung gebe. Aber wir sind eine Sportgemeinschaft und an diese Gemeinschaft kann ich nur appellieren, mitzuziehen. Keine der Sparten unseres Vereins wird durch den Kunstrasenplatz belastet werden. Es wird für sie keine finanziellen Einbußen geben. Wir sind vielmehr sicher, dass unser neuer Kunstrasenplatz ein Magnet und ein Schmuckstück werden wird, auch wenn der Weg dorthin für alle nicht ganz einfach ist.“
Der TuS Blankenstein, der seit 1972 sportlich an der Behrenbeck beheimatet war, hat bereits seinen wirtschaftlichen Vertrag zum Sommer bei der Stadt gekündigt. Wer dort in Holthausen sein Nachfolger wird, ist nun Sache der Stadtverwaltung. Laut TuS gebe es genügend Interessenten. FrankSchwedt: „Die Stadt ist froh über unseren Zusammenschluss und freut sich über die gute Auslastung des Platzes.“

Autor:

Roland Römer aus Hattingen

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