Des Pastors schwarze Taube

Das Foto zeigt (v.l.) Pfarrer Hansjörg Federmann, Ernst Schmale (Nachbar von Michael Görler und Ideengeber), Willi Herold, der mit Michael Görler (rechts) die Kästen baute. Foto: Biene
  • Das Foto zeigt (v.l.) Pfarrer Hansjörg Federmann, Ernst Schmale (Nachbar von Michael Görler und Ideengeber), Willi Herold, der mit Michael Görler (rechts) die Kästen baute. Foto: Biene
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(von H.-J. Federmann) Der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) baut vier Nisthilfen für den Vogel des Jahres, die Dohle. Die evangelische Kirchengemeinde Welper-Blankenstein stellt dazu die Fensternischen im Glockenturm der Kirche an der Burg in Blankenstein zur Verfügung.

Die zur Familie der Rabenvögel gehörenden Dohlen stehen aufgrund ihres sinkenden Bestandes auch in NRW auf der Roten Liste der gefährdeten Brutvogelarten.
Aus diesem Grund wurde die Dohle auch vom Naturschutzbund (Nabu) und dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) zum Vogel des Jahres auserkoren.
Die Nistmöglichkeiten in NRW sind stark zurückgegangen. Im Zuge von Gebäuderenovierungen sind Brutnischen in geeigneter Höhe und Kirchtürme abgeriegelt worden – auch um Tauben fernzuhalten. Das Fällen alter und höhlenreicher Bäume und die Zunahme an menschlichen Störungen im Felsbereich verschärfen diese Situation noch weiter.
Doch nicht nur der Mangel an Nistplätzen macht den Dohlen zu schaffen: Durch die Abnahme der artenrei­chen Landschaft und eine Zunahme von Raps- und Maisfeldern verringert sich das Nahrungsangebot erheblich.
Zum Schutz der Dohle, die früher aufgrund ihrer Vorliebe für Kirchtürme auch „des Pastors schwarze Taube“ genannt wurde, ist daher ein ausreichendes Nistplatzangebot und der Erhalt von artenreichen Flächen unumgänglich.
Auf die Idee, in der Blan­kensteiner Kirche Dohlen anzusiedeln, kam Ernst ­Schmale aus Blankenstein, der sich in der finnischen Heimat seiner Ehefrau an den zahlreichen Dohlen erfreute.
Sein Blankensteiner Nachbar Michael Görler, Bildhauer und BUND-Mitglied, ließ sich nicht lange bitten und baute mit einem „seiner Bildhauer“ – Willi Herold – vier Dohlenkästen, die hinter den Schalllamellen der Glockenfenster im Kirchturm installiert werden.
Die Dohlen selbst können nur in die Kästen, nicht aber in den Glockenraum gelangen, so dass keine Verschmutzungsgefahr besteht.
Die Einlasslöcher der Kästen sind mit 8 x 8 cm zu klein für Tauben. Willi Herold, der auch schon an Michael Görlers Skulpturprojekten maßgeblich beteiligt war, finanzierte das Material.
Thomas Griesohn-Pflieger, Stadtsprecher und Ornithologe, und Thorsten Kestner, Chef der Wildvogelstation, begrüßen die Maßnahme.
Viel Zustimmung fanden die Vogelschützer auch beim Presbyterium der Kirchengemeinde und bei Pfarrer Hansjörg Federmann. Nun bedarf es nur noch der Geduld: Die Tiere müssen das Angebot erst noch entdecken.

Autor:

Dr. Anja Pielorz aus Hattingen

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