Humanitäre Hilfe durch Hattinger Rotarier in Jalna

Dies ist eines der deutsch-indischen Ärzteteams, die regelmäßig einen Teil ihres Jahresurlaubs opfern, um in Jalna durch eine Operation vielen zu einem menschenwürdigen Leben zu verhelfen. Der Rotary-Club Hattingen/Ruhr unterstützt das Projekt seit vielen Jahren.   Foto: privat
  • Dies ist eines der deutsch-indischen Ärzteteams, die regelmäßig einen Teil ihres Jahresurlaubs opfern, um in Jalna durch eine Operation vielen zu einem menschenwürdigen Leben zu verhelfen. Der Rotary-Club Hattingen/Ruhr unterstützt das Projekt seit vielen Jahren. Foto: privat
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Rotary International ist eine weltweite Vereinigung von Männern und Frauen, die sich unter dem Motto „Service above Self“ – Selbstlos dienen – in Clubs zusammengefunden haben. Frieden, Völkerverständigung und die Schaffung menschenwürdiger Lebensbedingungen überall auf der Welt sind dabei ihre Hauptziele.

So beschreiben sich „die Rotarier“ selbst. Der Rotary-Club Hattingen/Ruhr besteht zurzeit aus rund 60 Frauen und Männern, die in Hattingen und Umgebung „verwurzelt“ sind.
Seit 2006 engagiert sich der Hattinger Rotary-Club für das Jalna-Projekt, über das der STADTSPIEGEL in der Vergangenheit ja bereits mehrfach berichtete. Jalna ist eine 240.000 Einwohner zählende Stadt im indischen Bundesstaat Maharashtra.
„Hierhin reist regelmäßig eine Gruppe von Medizinern aus dem Ruhrgebiet“, berichtet Rotary-Pastpräsident Rudolf Hermanns. „Das Team verbringt dort einen Teil seines eigenen Jahresurlaubs, um Kinder mit Missbildungen der Hände und Füße, Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, akuten Verbrennungen und Verbrennungsfolgen kostenlos zu operieren.“
Unterstützung dafür wird geleistet von den Rotary Clubs in Hattingen, Bombay Midtown und Jalna sowie den German Rotary Volunteer Doctors (GRVD).Von Anfang an halfen die guten Kontakte zum Jalna Mission Hospital, dessen Räumlichkeiten für OPs genutzt werden können.
Die gesamte Ausrüstung von Medikamenten über Nahtmaterial bis hin zu OP-Instrumenten und Monitoren – etwa 500 Kilogramm – Gepäck wird dazu aus Deutschland mitgebracht. Anders sei das organisatorisch leider momentan noch nicht machbar, bedauert Rudolf Hermanns.
Am ersten Einsatztag findet stets das sogenannte „Screening“ statt, bei dem aus einer Gruppe von rund 250 Kindern, welche die Kollegen des Krankenhauses vor Ort ausgewählt haben, die Patienten für den aktuellen Einsatz ausgesucht werden. Die verbleibenden Kinder werden in der Regel auf den OP-Plan für das nächste Jahr gesetzt.
Aus Gesprächen mit Dr. Gerhard Schlosser, Chefarzt für Anästhesie und Intensivmedizin im Ev. Krankenhaus Hattingen (EvK), ebenfalls Rotarier und „Einsatzleiter“ für das Jalna-Projekt, weiß Rudolf Hermanns: „Ein weit verbreitetes Problem in der Region stellen angeborene Missbildungen wie die Lippen-Kiefer-Gaumenspalte dar, die bei uns ,Hasenscharte‘ genannt wird. Sie führt bei Betroffenen häufig zu Ausgrenzung und Isolation – nicht nur wegen ihres Aussehens, sondern beispielsweise auch wegen mangelhafter Sprachentwicklung. In Deutschland werden derartige Fehlbildungen kurz nach der Geburt behoben, weshalb man sie hier fast nie zu Gesicht bekommt.“
In Indien können Eltern der kleinen Patienten ihren Kindern eine solche OP nicht ermöglichen, so dass diese fast immer im sozialen Abseits landen. Für uns Europäer hingegen kostet eine solche buchstäblich einschneidende Operation vergleichweise geringe rund 150 Euro.
Daneben werden auch Verbrennungen und deren Folgen behandelt: Viele Menschen in den Armenvierteln kochen an offenem Feuer, so dass es beinahe täglich zu Unfällen kommt. Vernarbt wegen mangelnder Versorgung die verbrannte Haut so ungünstig, dass beispielsweise das Kinn auf der Brust „festwächst“ oder die Arme nicht mehr bewegt werden können, müssen die plastischen Chirurgen die Narben so operieren, dass die Funktionalität wieder voll hergestellt wird.
Im Rahmen des Hattinger Jalna-Projektes, für das sich auch die EvK-Ärztin Dr. Jihan Mohasseb sehr engagiert, wurden in all den Jahren bereits über 1.000 indische Kinder operiert und aus dem Krankenhaus in ein besseres, verheißungsvolleres und ein wenig einfacheres Leben entlassen.
Im Februar 2013 wird zum zehnten Mal von hier aus ein Team nach Jalna starten, das der Rotary-Club Hattingen/Ruhr unterstützt. Weitere Spenden sind für einen Fortbestand dieser Aktion dringend erforderlich, „Patenschaften“ für die Operationen ebenfalls möglich.
Rudolf Hermanns: „Wir freuen uns über jede noch so kleine Spende, die den Menschen in Jalna hilft, ihr Leben zwar in einer Welt voller Armut, aber wenigstens als gesunder Mensch zu leben.“
Spenden dafür (auf Wunsch gegen eine abzugsfähige Spendenquittung) sind möglich auf das Spendenkonto 20 60 11 von „Rotary Hattingen hilft e.V.“ bei der Sparkasse Hattingen (BLZ 430 510 40).
Der STADTSPIEGEL wird ab sofort regelmäßig über den humanitären Einsatz der Mediziner und ihre Unterstützung durch den Rotary-Club Hattingen berichten.

Autor:

Roland Römer aus Hattingen

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