"Besinnliches von Ludwig Nelles, Pfarrer der ev. Kirchengemeinde Niederwenigern
"Da bin ich ganz bei Trost!"

Ludwig Nelles, Pfarrer der ev. Kirchengemeinde Niederwenigern.
  • Ludwig Nelles, Pfarrer der ev. Kirchengemeinde Niederwenigern.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Michael Köster

Liebe Leserin, lieber Leser,
ich muss gestehen, ich mag sie. Mancher empfindet sie vielleicht als kitschig oder sogar aufdringlich mit ihrer direkten Darstellung. Aber ich freue mich, wenn ich sie sehe, so wie in den letzten Wochen, als ich in meinem Urlaub im Allgäu auf Wanderungen immer wieder auf sie gestoßen bin.
Und, wissen Sie, was ich meine? Ja, genau, ich spreche von Wegkreuzen; man findet sie, wie der Name schon sagt, oft an Wegkreuzungen, an besonderen Orten und Plätzen als Einladung zum Stehenbleiben, zur Besinnung, zum Nachdenken über sich, über Gott und die Welt.
Dann und wann steht unter dem Kreuz ein kleiner Spruch, um das Nachdenken unter dem Kreuz auf die Spur zu bringen, ein Spruch wie z.B. der, den ich in der Nähe von Oberreute im Allgäu gefunden haben: Unter dem Jesus am Kreuz stand: „Gelitten unter Pontius Pilatus – auch für Dich“.
Wie gesagt, ich mag die Wegkreuze, und das hat zwei Gründe:
Zum einen halten sich mich ein Stück weit fest, unterbrechen heilsam meinen Weg zum Nachdenken: Wo geht´s jetzt hin auf dem Wanderweg, wo geht´s jetzt hin mit deinem Leben?
Ich glaube, zurzeit stehen wir als Gesellschaft, ja als Welt an solch einem Kreuzweg und werden gefragt: Wo soll´s denn jetzt hingehen? Nicht einfach weiterlaufen in die eingeschlagene Richtung, sondern stehenbleiben, nachdenken, wohin die Reise gehen soll, und vielleicht einen neuen, anderen Weg einschlagen. Und dieses Innehalten und Nachdenken können wir zurzeit „weiß Gott“ alle gut gebrauchen, bevor wir einfach so weiterleben und weitermachen.
Und zum anderen sind für mich solche Wegkreuze immer auch Trost-Zeichen. Welchen Weg auch immer ich einschlage, - und sei es auch ein Holzweg – der, der da am Kreuz hängt, hat mir einmal versprochen, immer bei mir zu sein bis an das Ende meines Lebens und weit darüber hinaus. Er begleitet mich in meinem Leben auch über den Tod hinaus, daran erinnern mich diese Wegkreuze immer wieder.
Also bleibe ich stehen, schaue auf das Kreuz, denke nach über meinen Lebensweg und lasse mich trösten, dass ER mich auf diesem Weg begleitet, wo auch immer er hinführt. Da bin ich im wahrsten Sinne des Wortes „ganz bei Trost“!
Ja, sie gefallen mir, die Wegkreuze; ich finde, es gibt davon viel zu wenige, gerade in diesen wirren, unsicheren Zeiten. Oder was meinen Sie?
Ludwig Nelles, Pfarrer der Ev. Kirchengemeinde Niederwenigern

Autor:

Michael Köster aus Essen-Borbeck

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