Sprockhövel: Knappenverein am Ende

Der Knappenverein Sprockhövel hätte in diesem Jahr seinen 120. Geburtstag feiern können. Doch der traditionsreiche Verein, der die Geschichte des Bergbaus hochgehalten hat, ist am Ende. Neun Mitglieder traten jetzt aus, bis auf den Vorsitzenden der komplette Vorstand.

Günther Beinhoff ist gesundheitlich schwer angeschlagen, Wie im übrigen auch fast alle anderen Mitglieder des Knappenvereines Sprockhövel, sind doch die meisten von ihnen achtzig Jahre und älter. Im Kündigungsschreiben, das die neun ausgetretenen Mitglieder unterschrieben haben, sprechen sie deshalb auch von gesundheitlichen Gründen.
Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Denn, wie Beinhoff im persönlichen Gespräch mit der STADTSPIEGEl-Redaktion erläutert, sei man auch mit dem Vorsitzenden Friedhelm Erlbruch schon lange nicht mehr einverstanden gewesen.
Er habe keine Versammlungen abgehalten, sich auch nicht mehr zur Wahl gestellt und nur noch zum Jahrsende das Barbarafest als einzige Veranstaltung durchgeführt. „Dafür braucht man aber keinen Verein“, so Beinhoff. Gespräche mit dem Vorsitzenden zur Verbesserung der Situation seien nicht möglich gewesen. Er sei einfach nicht erschienen und nicht gesprächsbereit.
Beinhoff war früher Reiseleiter des Vereines, seine Frau erste Kassiererin. Auch nennenswertes Vermögen kann der Verein nicht mehr aufweisen. „Wir haben in der Satzung stehen, dass Mitglieder ab achtzig Jahre nichts bezahlen müssen. Da bleibt doch jetzt nichts mehr übrige“, so Beinhoff.
Neben Friedhelm Erlbruch seien jetzt nur noch einige wenige zahlende, aber nicht aktive Mitglieder übrig sowie der „Ehrenknappe“ Walter Vielmetter. Der SPD-Politiker, der im rat der Stadt Sprockhövel sitzt und auch einmal stellvertretender Bürgermeister gewesen ist, erklärt auf Nachfrage des STADTSPIEGEL: „Ich bedauere es, dass man nicht noch ein paar Monate durchgehalten hat, um den 120. Geburtstag zu feiern. Danach hätte man den Verein ja offiziell auflösen können, denn die Mitglieder sind natürlich schon alt und die gesundheitlichen Gründe kann ich nachvollziehen. Ich verstehe diese personellen Querelen jetzt zum Schluss nicht. So ganz genau weiß ich jetzt auch nicht, wie es weitergehen wird. Offiziell aufgelöst ist der Verein nicht, aber einen amtierenden Vorstand oder entsprechende Mitglieder hat er eben auch nicht mehr.“
Vielmetter hat bereits im Auftrag von Friedhelm Erlebruch die Knappen-Requisiten von Günther Beinhoff abgeholt.

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