Besinnliches: Christen für die Moschee

Wegen der Planungen für ein neues Moscheegebäude in Hattingen hat eine rechtsgerichtete Initiative Protestdemonstrationen angekündigt.
Katholische wie evangelische Geistliche haben für diesen Fall signalisiert, ein sichtbares Zeichen des Schutzes und der Solidarität mit muslimischen Mitbürgern und ihrem Projekt zu setzen.
Warum treten gerade Christenfür den Dialog ein und werben für die Verwirklichung der baulichen Träume muslimischer Gemeinden,wie es an vielen Orten rings um Moscheeneubauten geschehen ist? Ist das nicht paradox, eine fremde Religion zu unterstützen?
Dahinter steht eine Überzeugung, die zum Kernbestand unseres Glaubens gehört: Im 3. Buch Mose (Kap. 20 Vers 33) heißt es: „Wenn ein Fremdling bei euch wohnt in eurem Land, den sollt ihr nicht bedrücken. Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch und du sollst ihn lieben, wie dich selbst.“ – „Du sollst den Fremden lieben, wie dich selbst.“
Wir wissen, wie der Raum einer Kirche, für diesen Zweck gebaut und mit altvertrauten Details gestaltet, uns im Gottesdienst Kraft verleihen und im Gebet unterstützen kann. Und diese Erfahrung gönnen wir von Herzen Menschen anderer Religionen, die hier bei uns wohnen.
Gerade da, wo Menschen sich in einer neuen Umgebung einwurzeln, sind die vertrauten Zeichen ihrer eigenen Herkunft wichtig. Gott hat uns diese Achtung deutlich mit auf den Weg gegeben. Sie ist nicht immer bequem und nötigt manchmal, wie wir es jetzt in unserer Stadt erleben, dass wir uns für Ungewohntes öffnen.
Aber sie öffnet den Raum für ein Miteinander der Religionen, das Menschen in der Tiefe des Herzens verbindet. Heute sehen wir deutlicher als je zuvor, wie nötig das ist und welche Chancen darin stecken.
Darum stehen Christin­nen und Christen auf, wenn Protesttouristen Angst und Feindseligkeit säen wollen – und hoffen dabei auf die Gemeinschaft aller Menschen, die guten Willens sind.
Und sie können es als ein Zeichen in der Verbundenheit in der gemeinsamen Ehrfurcht vor Gott sehen, wenn in Hattingen verschieden geformte Türme mit ihrer Spitze Richtung Himmel zeigen.

Es grüßt herzlich,
Ihr
Pfarrer
Hansjörg Federmann
Ev. Kirchengemeinde
Welper-Blankenstein

Autor:

Dr. Anja Pielorz aus Hattingen

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