Hockey-Spaß dank Hanni und Nanni

Hinter der Gittermaske ihres Helmes kann man Marcias strahlendes Lächeln nur erahnen. Doch das ist dem kleinen Wildfang total egal.
Marcia steht bei den Mädchen des Hockey-Clubs Herne im Tor. Und da muss solche Schutzkleidung eben sein, denn so ein Hockey-Ball kann ganz schön weh tun, wenn er einen trifft. Das macht Marcia aber gar nichts aus. Dafür macht ihr das schnelle Spiel nämlich viel zu viel Spaß. Alle Fotos: Detlef Erler
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  • Hinter der Gittermaske ihres Helmes kann man Marcias strahlendes Lächeln nur erahnen. Doch das ist dem kleinen Wildfang total egal.
    Marcia steht bei den Mädchen des Hockey-Clubs Herne im Tor. Und da muss solche Schutzkleidung eben sein, denn so ein Hockey-Ball kann ganz schön weh tun, wenn er einen trifft. Das macht Marcia aber gar nichts aus. Dafür macht ihr das schnelle Spiel nämlich viel zu viel Spaß. Alle Fotos: Detlef Erler
  • hochgeladen von Dirk Marschke

Er ist klein und rund, wiegt 160 Gramm und wird ständig mit Schlägern malträtiert: der Hockeyball. Seit vielen Jahren ist Deutschland in der Weltspitze mittendrin, auch wenn das den meisten nur dann auffällt, wenn mal wieder Olympische Spiele stattfinden. Doch auch in unserer Stadt kann man diesem rasanten Sport frönen.
Die richtige Adresse dafür ist der Hockey-Club Herne. Noch nie davon gehört? Dann wird es aber höchste Zeit! Denn obwohl noch jung an Jahren, hatte der Verein schon einige Widrigkeiten zu überstehen.
Die Geschichte beginnt im Jahr 1984 als Teil des Herner SC. Dies war ein Zusammenschluss mehrerer Vereine, zu denen der Herner EV und auch der SV Sodingen gehörten. Doch die Hockeyspieler waren dabei „die einzige Abteilung, die auch den Vereinsnamen trug“, erklärt Ronald Kuhn.
Der 42-jährige ist seit 1988 mit dabei und noch heute in der Herrenmannschaft aktiv. „Manchmal frage ich mich selbst, warum ich mir das antue“, verrät er lachend. Angefangen hat damals alles bei der Ruhrolympiade, als ihn sein Bruder zum Mitmachen brachte.
„In seiner Blütezeit hatte der HSC 2500 Mitglieder“, weiß Kuhn. Doch nach und nach gingen die Vereine wieder ihre eigenen Wege – und so wurde 1993 die Umbenennung in Hockey-Club Herne vollzogen.
Wer schon einmal ein Hockey-Spiel im Fernsehen verfolgt hat, kann sich kaum vorstellen, dass der Verein lange Jahre auf einem Aschenplatz antreten musste. Denn ein solch huckeliger Untergrund kommt der Passgenauigkeit nicht wirklich zugute. „Wir haben 20 Jahre lang mit Sondergenehmigung gespielt“, verrät Kuhn. Inzwischen werden die Spiele normalerweise nur auf Kunstrasen ausgetragen. Doch in den Genuss, einen solchen nutzen zu können, kam der HCH erst mit der Errichtung der Anlage an der Forellstraße anno 2005.
Dies ist natürlich ein Segen für das unglaublich schnelle Spiel. Richtig getroffen, fliegt der Ball schon mal mit 120 Kilometern pro Stunde ins Tornetz. Durch die Abschaffung von Abseits und der Möglichkeit des fliegenden Wechsels der Spieler wurde diese Rasanz sogar noch verstärkt. Was allerdings im Vergleich den bekannen Sportarten nicht bekommt: „Wenn ich mir ein Fußball-Bundesliga-Spiel anschaue, wird mir langweilig. Das ist einfach zu langsam“, bekennt Kuhn mit einem Schmunzeln.
Dem Verein ist zu wünschen, dass noch viel mehr Sportinteressierte zu dieser Erkenntnis gelangen. Derzeit hat der HCH etwa 100 Mitglieder. Davon sind 50 in vier Teams aktiv: Herren und Damen in der 2. Verbandsliga, dazu ein Knaben A-Team (13-14 Jahre) sowie die Mädchen C (9-10 Jahre). Dies kann sich aber immer wieder ändern, denn „wir können nicht kontinuierlich Jugendmannschaften stellen“, macht Kuhn klar. Dafür fehle einfach der personelle Unterbau. Dies wird noch verstärkt durch den Ganztagsunterricht, „dadurch haben die Kinder noch weniger Zeit“, erlärt Ronald Kun. Er muss es wissen, ist er doch im „wahren“ Leben selbst Lehrer.
Um dieser Misere zu begegnen, hat sogar der Kinobesuch oder der Griff zur DVD einen Nutzen. „Die meisten der Mädchen sind wegen ‚Hanni und Nanni‘ hier“, verrät Kuhn. Denn im letzten Film hatten die ursprünglich aus Enid Blytons Feder stammenden jungen Heldinnen mit dem Hockeyschläger in der Hand offenbar einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Nicht zuletzt deshalb freut sich der Verein über neue Gesichter. Mädchen zwischen sechs und elf Jahren, Jungen von acht bis 15, Damen ab 17 sowie jeder, der Spaß am Hockey hat, ist willkommen. Über zu viel Leistungsdruck muss man sich dabei keine Gedanken machen. „Wir sind breitensportorientiert, zunächst steht der Spaß am Spiel im Vordergrund“, macht Kuhn deutlich. „Einige, die bei uns mitspielen, würden in großen Vereinen aussortiert.“
Eltern die sich jetzt ängstlich vorstellen, was mit einem Schläger und dem Ball so alles passieren könnte, beruhigt Ronald Kuhn. „Wie legen großen Wert auf die Sicherheit“, betont er. „Die Verletzungsgefahr ist auch nicht größer als bei anderen Sportarten.“ Zudem ist die Ausrüstung vergleichsweise preiswert. Ein Handschuh, der Mundschutz für die Beißerchen und Schienbeinschoner sind für knapp 50 Euro zu haben. Bei den Kleinen wird der Schläger zudem gestellt. Das ist allemal günstiger, als ehrgeizigen jungen Kickern die neuesten Fußballschuhe ihres Idols zu besorgen.
Für den Torwart ist die Ausrüstung natürlich umfangreicher. Schließlich fliegen die Bälle meist auf ihn zu. Da kann bei den Nachwuchsspielerinnen die Ausrüstungstasche schon mal fast so groß sein wie die junge Dame selbst und das Tragen zum Trainingsort wird zur kleinen Konditionseinheit.
Dafür ist man im Hockey praktisch durchgehend aktiv. Denn im Sommer geht es auf den Kunstrasenplatz, im Winter spielt man in der Halle eine eigene Meisterschaft. Wer also daran interessiert ist, selbst den Schläger in die Hand zu nehmen, findet alle nötigen Infos unter www.hcherne.de

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