Neues Heim für Hernes Wasserretter

Jörg Müller, stellv. Rettungswart, bringt gemeinsam mit den Wasserrettern Nicolas Weber und Timo Gojowczyk ein Motorboot ins Freie.Foto: Detlef Erler
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„Endlich ist es geschafft!“ Mit einem Stoßseufzer eröffnete Ursel Müller, Vorsitzende der DLRG-Gruppe Wanne-Eickel den offiziellen Teil der Feier zur Einweihung der neuen Rettungswache des DLRG-Bezirks Herne/ Wanne-Eickel am Kanal in Unser Fritz. Schließlich hat es neun Jahre gedauert zwischen Grundsteinlegung und Eröffnung.
Was verschiedene Gründe hatte. Der wichtigste: Das Schuldenmachen ist nicht die Sache unserer Wasserretter. „Eigenleistung und Betteln“, brachte es Egbert Müller, Vorsitzender des DLRG-Bezirks Herne/ Wanne-Eickel, auf den Punkt. Über viele Jahre angesparte Eigenmittel der Ortsgruppen Wanne-Eickel und Herne, Zuschüsse von Stadt, Sparkasse, Unternehmen und privaten Sponsoren waren das eine. Der Arbeitseinsatz der Mitglieder, vor allem der jungen, das andere.
Jeder, der in den vergangenen Jahren seine Schritte auf das Gelände am Kanal lenkte und auf der Terrasse der alten hölzernen Wache einen Kaffee trank, konnte sich davon überzeugen. Der Geruch von Zement und Farbe lag allenthalben in der Luft. Die Maxime lautete „Bauen, wenn Geld da ist“, wie Oberbürgermeister Horst Schiereck Freitagmittag in seiner Rede betonte.
Jetzt endlich ist das Ziel erreicht. Von einer modernen, technisch gut ausgestatteten Zentrale können die Einsätze der Wasserretter koordiniert werden. Alles toll, trübte nicht ein kräftiger Wermutstropfen die Freude über das Erreichte: Rostige Spundwände trennen weiterhin das DLRG-Gelände vom Kanal und – wie bereits seit Jahren – kann hier kein Boot zu Wasser gelassen werden. „Schon vor über einem Jahr hätten die Arbeiten zur Kanal-Verbreiterung abgeschlossen sein sollen“, sagt Egbert Müller. Doch immer kam etwas dazwischen, zuletzt der Fund verunreinigten Bodens (das Wochenblatt berichtete). Der Bezirksvorsitzende befürchtet, dass noch ein weiteres Jahr die Boote für ihre Streifenfahrten im Oberwasser, beim Steag-Kraftwerk eingesetzt werden müssen.
„Nicht schön für unsere Jugend, die natürlich von der Wache aus aufs Wasser möchte“, spricht Ursel Müller die Sorgen der Vereinsjugend an, die schließlich die Zukunft unserer Wasserretter sind. Allein ihre Ortsgruppe zählt rund 600 Jugendliche.
Einen wichtigen Effekt der DLRG-Arbeit nannten Oberbürgermeister Horst Schiereck und der Bundestagsabgeordnete Gerd Bollmann: die Arbeit in den Schulen, damit kein Kind Nichtschwimmer bleibt.
Einen Namen bekommt die Rettungswache auch: „Unser Fritz“ wird sie heißen. Im Gedenken an den früheren Vorsitzenden Prof. Fritz Wix, der kurz nach der Grundsteinlegung verstorben war.

Info:

„DLRG: Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft wird im kommenden Jahr 100 Jahre alt. In unserer Stadt gibt es die Ortsgruppen Wanne-Eickel und Herne, die 950 bzw. 200 Mitglieder haben.

„Geschichte: Mit der Taufe des Motorbootes „Alt Crange“ im März 1958 begann die Wach-Arbeit am Kanal.

„Rettungswache: Belgorodstraße 1, Tel.: 02325 / 79 41 64.

Jörg Müller, stellv. Rettungswart, bringt gemeinsam mit den Wasserrettern Nicolas Weber und Timo Gojowczyk ein Motorboot ins Freie.Foto: Detlef Erler
Bei Sonnenschein wurde am Freitag die neue Rettungswache eingeweiht.  Darüber freuen sich DLRG-Bezirksvorsitzender Egbert Müller (l.) und die beiden Ortsgruppen-Vorsitzenden Ursel Müller (Wanne-Eickel) und Dirk Bielefeld (Herne). Flankiert werden sie von den Wasserrettern Nicolas Weber (l.)  und Timo Gojowczyk.         Foto: Rüsing

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