Bilanz der Agentur für Arbeit
Arbeitsmarkt von der Pandemie stark geprägt

Volker Riecke und Sandra Pawlas von der Agentur für Arbeit im Märkischen Kreis. Foto: Kira Muth
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„Der Arbeitsmarkt war auch in 2021 noch immer stark durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt, hat sich insgesamt aber robust gezeigt: Die Arbeitslosenzahlen sind wieder zurückgegangen, die Stellenmeldungen stark angestiegen“, so fasst Sandra Pawlas, Chefin der Iserlohner Arbeitsagentur, die Entwicklung am Arbeitsmarkt für 2021 zusammen.
Im gemeinsamen Jahresrückblick ziehen Sandra Pawlas und Volker Riecke Bilanz zur Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in 2021.  Seit Beginn des Jahres ist die Zahl der arbeitslosen Männer und Frauen im Märkischen Kreis kontinuierlich – entgegen dem saisonalen Muster – gesunken. Zum Jahresende waren rund 14.200 Männer und Frauen im Kreis arbeitslos gemeldet, 15 Prozent weniger als im Dezember 2020. Damit sinkt auch die Jahresarbeitslosenquote auf 6,9 Prozent (Vorjahr: 7,6 Prozent).

Was ist mit Kurzarbeit?

Eine große Rolle bei der Entlastung der Wirtschaft und der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Krise hat das Instrument der Kurzarbeit gespielt: „Wir können in 2021 auf eine insgesamt stabile Beschäftigungslage zurückblicken, was maßgeblich auf den Einsatz des Instruments Kurzarbeit zurückzuführen ist. E
ine Vielzahl an Beschäftigten konnte in den Betrieben gehalten werden und die Auswirkungen der Pandemie und des Hochwassers konnten abgefedert werden“, fasst Pawlas zusammen. Die aktuellsten Daten zur abgerechneten und damit realisierten Kurzarbeit für den Kreis beziehen sich auf den Monat August 2021.
In diesem Monat gab es nach ersten Hochrechnungen 635 Betriebe in Kurzarbeit, 4.589 Menschen waren betroffen. Im Vergleich dazu waren im April 2020 waren 2.958 und 39.229 Personen in Kurzarbeit.

Stellenmarkt erholt sich

Auch die Meldung der sozialversicherungspflichten Stellen hat im Jahresverlauf wieder stark zugenommen (+31,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr), sodass der Stellenbestand zum Jahresende wieder bei knapp über 5.000 offenen Stellen liegt. Stellenmeldungen wurden neben einem großen Anteil im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung, (+13,7%) und im verarbeitenden Gewerbe (+12,5%) auch im Handel (+2,8 Prozent) und im Gesundheitsbereich.

Die größten Herausforderungen für den Arbeitsmarkt der nächsten Jahre sieht die Agenturchefin aber vor allem beim Fachkräftebedarf: Pawlas prognostiziert: „Wir gehen davon aus, dass die Arbeitslosigkeit im ersten Quartal 2022 saisonbedingt zunächst wieder steigen wird. Aktuell sind keine seriösen Prognosen oder Einschätzungen möglich, wie sich die Omikron-Variante im gesellschaftlichen und privaten Leben auswirken wird. Auch die ohnehin angespannte Lage auf Grund der Lieferengpässe und die Brückensperrung der A 45 werden für unseren heimischen Arbeitsmarkt Herausforderungen in diesem Jahr sein."
"Insgesamt gehen wir aber davon aus, dass sich der Arbeitsmarkt vermutlich im 2. Quartal erholen wird. Bekannt, aber durch die Pandemie etwas in den Hintergrund gerückt, wird das Thema „Fachkräftemangel“ wieder zunehmend bedeutender und eines der wichtigsten Themen sein, denen wir uns in den kommenden Jahren stellen müssen."
"Schon jetzt steht nicht ausreichend qualifiziertes Personal zur Verfügung, das von heimischen Betrieben benötigt wird. Die wichtigsten Instrumente, um diesen Herausforderungen zu begegnen, sind die Stärkung der dualen Ausbildung sowie die Ausbildung und Qualifizierung von Arbeitslosen und Beschäftigten. Mit spezialisierten Beratungsteams und finanziellen Fördermöglichkeiten sind wir in der Lage diesen Prozess positiv zu unterstützen“, erklärt Pawlas.
Nachdem die Anzahl der vom Jobcenter Märkischer Kreis betreuten arbeitslosen Personen zu Jahresbeginn angestiegen ist und sich bis Mitte des Jahres auf nahezu gleichbleibender Höhe bewegte, hat sich im 2. Halbjahr ein deutlicher Rückgang auf 9.622 Personen zum Jahresende ergeben. Damit wird das Niveau vor Beginn der Corona-Pandemie nunmehr um 58 Personen bzw. um 0,6 % unterschritten. „Durch die erhöhte Aufnahmefähigkeit des heimischen Arbeitsmarktes – insbesondere auch im Helferbereich – haben die Abgänge in Erwerbstätigkeit gegenüber 2020 um 30,1 Prozent zugenommen“, berichtet Volker Riecke, Geschäftsführer des Jobcenters Märkischer Kreis, und ergänzt: „Dies machte sich im ersten Halbjahr bei der Arbeitslosenzahl jedoch noch nicht direkt bemerkbar. Neben einem zunächst vermehrten Zugang an Arbeitslosen, die zuvor von der Agentur für Arbeit betreut wurden und die nach Auslaufen ihres Arbeitslosengeld I-Anspruchs in die Betreuung des Jobcenters Märkischer Kreis wechselten, standen diesen Abgängen zudem auch Zugänge von Personen aufgrund der Lockdown-bedingten Unterbrechung von Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen gegenüber.“
Im Vergleich zu Dezember 2020 reduzierte sich die Anzahl der Arbeitslosen um 608 Personen bzw. um 5,9 Prozent. Mit einem Minus von knapp 25 Prozent verzeichnete die Altersgruppe der unter 25 Jährigen dabei den prozentual stärksten Rückgang. Der Anteil dieser Altersgruppe gemessen an der Gesamtzahl der Arbeitslosen fällt mit 5,7 Prozent wesentlich günstiger aus als auf Bundes- und Landesebene (7,4 % / 7,2 %).
Im Dezember 2021 betreute das Jobcenter Märkischer Kreis in 15.205 Bedarfsgemeinschaften 20.551 erwerbsfähige Leistungsberechtigte im Alter von 15 bis 65 Jahren. „Auch hier machte sich die positive Entwicklung des Arbeitsmarktes im Märkischen Kreis bemerkbar. Beide Kennzahlen sind seit Beginn des 2. Quartals 2021 kontinuierlich zurückgegangen und erreichten zum Jahresende den niedrigsten Stand seit Bestehen des Jobcenters im Jahr 2005“, führt Volker Riecke weiter aus.

Autor:

Anja Jungvogel aus Hagen

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