Ein teures Eis
Seniorin muss 50 Euro bezahlen, weil sie keine Maske aufhat

In Teilen der Kamener Innenstadt gilt eine generelle Maskenpflicht - auch beim EIs essen.
  • In Teilen der Kamener Innenstadt gilt eine generelle Maskenpflicht - auch beim EIs essen.
  • Foto: Stadt Kamen
  • hochgeladen von Tobias Weskamp

Dieses Eis wird Renate Müller noch lange in Erinnerung bleiben: Weil sie in der Kamener Innenstadt zum Eis essen ihren Mundnasenschutz abgenommen hat, musste die Seniorin nun 50 Euro Strafe bezahlen, was sie als unnötig hart empfindet. Die Stadt verweist auf die geltenden Regeln.

Vor einigen Tagen hat die 80-jährige Renate Müller (Name der Redaktion bekannt) in einer Eisdiele in der Kamener Innenstadt für 1,20 Euro ein Eis gekauft. In einiger Entfernung setzte sie sich auf eine Bank und aß es, da es schon zu tropfen begann. „Als ich gerade fertig war, kam jemand von der Stadt und sagte mir, dass ich das hier nicht dürfte“, erzählt sie. „Ich müsse 50 Euro Strafe bezahlen.“ Für die Rentnerin ist das eine große Summe. „Ich bin eine arme Seniorin und bekomme nur eine kleine Rente“, sagt sie. Sonst habe sie die Maske immer auf. „Nur zum Eis essen habe ich sie abgesetzt. Ich war mir nicht sicher, ob es wirklich 50 Meter Abstand zur Eisdiele waren.“

Zwei Tage darauf bekam sie den Bescheid. Renate Müller hat dann bei der Stadt angerufen, wo man ihr allerdings sagte, dass man nichts machen können. Daraufhin hat sie lieber bezahlt. Die Seniorin versteht nicht, warum sie die Strafe bezahlen musste. „Eine Verwarnung hätte doch gereicht. In der Fußgängerzone war um die Zeit kaum was los. Es waren vielleicht einige Leute unterwegs. Wenn mehr Betrieb gewesen wäre, hätte ich es noch verstanden“, erinnert sie sich. Sie findet, die Stadt solle lieber Raser auf den Straßen kontrollieren.

„Die Dame hatte sich an uns gewandt“, bestätigt Rüdiger Büscher von der Stadt Kamen auf Anfrage des Stadtspiegels. Bei dem Vorfall ging es allerdings weniger um das Eis essen in der Nähe der Eisdiele (also nicht um einen 50-Meter-Radius), sondern darum, dass Renate Müller keine Maske trug. „Wir haben derzeit eine allgemeine Maskenpflicht in der Innenstadt“, erklärt Rüdiger Büscher. Dies gilt grob gesagt zwischen Adenauerstraße im Norden und dem Markt im Süden und ist durch farbige Hinweisschilder gekennzeichnet. Das Ordnungsamt sei regelmäßig unterwegs, um diese zu kontrollieren. „Nach dem Gleichbehandlungsgrundsatz müssen sie bei jedem Verstoß einschreiten“, sagt er. „Wir legen uns dafür aber nicht auf die Lauer.“

Persönlich tut ihm die Dame leid, wie er betont. „Sie ist sicherlich nicht gutbetucht.“ Er kann auch verstehen, dass sie es nicht sehr weit schafft, bis das Eis anfängt zu tropfen. „Die Kollegen hatten aber keine andere Möglichkeit, als so zu reagieren. Sie müssen nun mal alle gleich behandeln.“ Daher werden alle Verstöße geahndet. „Ob nun jemand gerade eine Bratwurst isst, raucht oder sich ein Eis gönnen möchte, ist dabei egal.“

Autor:

Tobias Weskamp aus Dortmund-Ost

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