Elternsprecher der Grundschule An den Linden wollen Sondersitzung des Rates
"Gesundheit von ca. 350 Kindern und ca. 30 Lehrern hat höchste Priorität"

Stefanie Muschenich und  Max Knippert, Elternsprecher der Grundschule „An den Linden“ in Kleve, haben am heutigen Samstg (13. April 2019) einen "Brandbrief" an Bürgermeisterin Sonja Northing geschrieben.

Wir veröffentlichen diesen hier im Wortlaut.

Sehr geehrte Bürgermeisterin Sonja Northing, sehr geehrte Mitglieder des Rates der Stadt Kleve, Kleve , den 13. April 2019

Ihnen allen dürfte mittlerweile bekannt sein, dass an der Grundschule „An den Linden“ dringender Handlungsbedarf besteht.
Sowohl die Schulleitung und Stadtverwaltung als auch die Elternschaft sind sich einig, dass die Gesundheit von ca. 350 Kindern und ca. 30 Lehrern höchste Priorität hat. Aus diesem Grund wird es am 18.4.2019, in den Osterferien, eine zweite Raumluftmessung in drei Räumen geben. Dass alle Räume mit Parkett betroffen sind, darüber besteht aber bereits jetzt kein Zweifel. Wie hoch die PAK Belastung zurzeit ist, wird diese zweite Messung ergeben. Diese Daten werden gemeinsam mit dem Gesundheitsamt zu bewerten sein.
Jedoch ist für die Elternschaft nur eine rückstandslose Beseitigung aller betroffenen Böden akzeptabel. Alle uns bekannten wissenschaftlichen Untersuchungen lassen diesbezüglich überhaupt keinen anderen Schluss zu. Um diese Situation angemessen zu bewerten, ist aus unserer Sicht eine zeitnahe außerordentliche öffentliche Ratssitzung erforderlich.
Darum fordern wir Sie, Frau Northing, als Bürgereisterin auf, eine Ratssondersitzung um den 10. Mai einzuberufen, da bis zu diesem Zeitpunkt die Ergebnisse der zweiten Messung ausgewertet sein werden.
Wir möchten an dieser Stelle hervorheben, dass die Veröffentlichung der ersten Messergebnisse sowie das Ergebnis der zweiten Messung auf der Website der Stadt Kleve eine angemessene Reaktion der Stadt auf die großen Sorgen der Eltern und Lehrern darstellten würde und bitten Sie, dies jetzt zu tun. So sind alle Betroffenen jederzeit und gleichermaßen informiert.

Mit freundlichen Grüßen
Stefanie Muschenich & Max Knippert
Elternsprecher der Grundschule „An den Linden“

Die Stadt Kleve möge folgende Maßnahmen auf der kommenden Sondersitzung des Rates beschließen.

Maßnahmen zur PAK – Sanierung der Grundschule An den Linden

(Stand 13. April 2019)

Sofortmaßnahmen bis zum rückstandlosen Ausbau aller mit Parkettbodenkleber auf Steinkohlenteerbasis betroffenen Räume und ggf. auch der Turnhalle.

1. Verstärkte Reinigung/ Staub entfernen (wird in der betroffenen Klasse gemacht)

2. Verstärktes Lüften / Stoßlüftung (wird in der betroffenen Klasse gemacht)

3. Einsatz von Raumluftfiltern/ Schadstofffiltern (in den Osterferien, nach der zweiten Messung, zu installieren)

4. Regelmäßige Messungen der Raumluft in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt bis zum Abschluss aller Sanierungsmaßnahmen. Analytisch erfasst werden sollten diese 16 PAK: Naphthalin, Acenaphthylen, Acenaphthen, Fluoren, Phenanthren, Anthracen, Fluoranthen, Pyren, Benz(a)Anthracen, Chrysen, Benzo(b)fluoranthen, Benzo(k)fluoranthen, Benzo(a)pyren, Dibenz(ah)Anthracen, Benzo(ghi)perylen, Indeno(1,2,3-cd)pyren, Leitsubstanz dieser Stoffgruppe ist das Benzo(a)pyren.

5. Informationsverstaltung in der Stadthalle, gemeinsam mit dem Gesundheitsamt, bezüglich der möglichen gesundheitlichen Auswirkungen und Risiken für Erwachsene und Kinder (bei Kindern ist die Schadstoffaufnahme besonders hoch, da von einer doppelte Schadstoffaufnahme durch die 2-3 fache Atemfrequenz auszugehen ist).

Kurzfristige, d.h. sofortige Erstellung eines frühestmöglichen Zeit- und Sanierungsplans (Sommerferien 2019!) durch die Klever Stadtverwaltung. Hierzu ist keine zeitverzögernde Ausschreibung (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen) nötig, weil Gefahr im Verzug ist und somit eine besondere Dringlichkeit vorliegt (§ 18 a VOB/A).
Diese Erfahrungen auf alle Schulen (und städtischen Gebäude) in Kleve übertragen und anwenden.

Hinweis zu B:

Falls der Ausbau in den Sommerferien 2019 nicht erfolgt, wird ein vermutlich notwendiger ausgelagerter Schulunterricht - mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit - deutlich kostenaufwändiger sein und darüber hinaus für den Schulbetrieb weitreichende nachteilige Konsequenzen haben.

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