Nudeln, Reis, Mineralwasser
Corona-Virus: Kunden stürmen Läden

Suppen standen in diesem Regal bei Aldi, nun herrscht hier Leere - wie auch bei Nudeln, Reis, Mehl und Zucker.
  • Suppen standen in diesem Regal bei Aldi, nun herrscht hier Leere - wie auch bei Nudeln, Reis, Mehl und Zucker.
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  • hochgeladen von Daniel Magalski

In Deutschland verbreitet sie sich nach der Zunahme der Corona-Fälle in dieser Woche die Angst vor dem Virus. Kunden starten Hamsterkäufe, auch in Lünen und Selm.

Nudeln, Konservendosen, Reis und haltbare Milch, in manchen Läden klaffen erste Lücken im Sortiment. Die Kunden kaufen auf Vorrat, richten sich aus Unsicherheit offenbar ein auf mehrere Tage ohne die Chance auf einen Einkauf. Donnerstag noch erklärte Jörg Schröder von Getränke Gefromm im Gespräch mit dem Lüner Anzeiger, dass es in den Filialen der Kette bisher nicht zu Hamsterkäufen gekommen sei, am Freitag änderte sich die Situation in kurzer Zeit. "Die Information von gestern ist überholt", so Schröder kurz vor Redaktionsschluss am Telefon. In Dortmund mussten vier Gefromm-Filialen am Freitag Wasser nachbestellen, Auslöser für den Kundenansturm war wohl die Ankündigung der Stadt Dortmund einer Pressekonferenz zu vier Corona-Verdachtsfällen.

Wirkstoffe aus dem asiatischen Raum

Schutzmasken und Desinfektionsmittel sind in den meisten Läden und Apotheken ausverkauft, seit Bekanntwerden der neuen Corona-Infektionen in Deutschland erlebten die Händler einen wahren Ansturm. "Die Unruhe ist deutlich", berichtet Apotheker Volker Brüning. Viele Kunden fragten am Donnerstag in seinen Apotheken nach Mundschutz oder Desinfektionsmitteln, doch auch Brüning kämpft bei der Nachbestellung mit den massiven Lieferschwierigkeiten. Der Apotheker appelliert, spätestens nach der Corona-Lage das System zu überdenken, denn viele Lieferanten für Arneimittel kommen aus dem asiatischen Raum und wie so oft gehe es um das Geld. "Die Herstellung dort kostet wenig, aber in einer Situation wie dieser zeigen sich die Probleme dieser Praxis. Brüning ruft die Entscheider in Arzneimittel-Industrie und Politik dazu auf, auf mehrere Anbieter zu setzen, auch mit Standorten in Europa.

Baumarkt wartet auf Ware

"Die Verkaufszahlen haben sich beim Desinfektionsmittel verdoppelt", erklärt Thomas Melson von Rewe Melson in Lünen-Süd. Hamsterkäufe habe er in seinem Geschäft bisher nicht feststellen können, in den meisten Wagen liegen nach seiner Beobachtung die normalen Wocheneinkäufe. Kollegen aus anderen Märkten, etwa aus dem Bereich Dortmund, berichten allerdings sehr wohl über verstärkte Verkäufe, so Melson."Schutzmasken sind komplett ausverkauft", informiert auch Markus Dammann. Der Marktleiter des Hellweg-Baumarktes in Selm habe zwar noch neue Ware bestellen können, ob die Lieferung aber wirklich kommt, ist noch die Frage.

Elternversammlung vor Klassenfahrt

Schüler des Gymnasiums Altlünen wollen nächste Woche in die Ski-Freizeit starten, Ziel der Klassenfahrt der zehnten Klassen ist St. Jakob in Südtirol. Die Schüler wollen mit ihren Lehrern acht Tage in dem Wintersport-Ort bleiben, doch Eltern  wünschen sich teilweise eine Absage der Fahrt. Südtirol ist direkter Nachbar der vom Corona-Virus stark betroffenen Regionen Lombardei und Venetien. "Die Sorge vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus ist mit Blick auf solche Nachrichten natürlich da, aber im Moment steht bei mir vor allem die Befürchtung im Vordergrund, dass die Kinder fahren und nicht mehr zurückkommen, weil in Italien betroffene Regionen abgeriegelt werden", so eine Mutter. Italien stellte, um eine weitere Ausbreitung des Erregers zu verhindern, in den vergangenen Tagen bereits mehrere Dörfer unter Quarantäne.

Kreis schaltet ab Montag Hotline

Die Mutter ist mit ihren Befürchtungen offensichtlich kein Einzelfall, denn laut Michael Rausch-Holtermann, stellvertretender Schulleiter am Gymnasium Altlünen, stornierten vereinzelte Eltern die Klassenfahrt für ihre Kinder. Ihr Geld, das bereits im Vorfeld für die Teilnahme an der Ski-Freizeit gezahlt wurde, sehen sie nach aktuellem Stand wohl nicht wieder, denn dafür fehlt als gesetzliche Grundlage eine offizielle Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. "Ein Dilemma", kommentiert Rausch-Holtermann. Montag lädt die Schule die betroffenen Eltern ein zu einer Versammlung. Der Kreis Unna informiert ab sofort auf seiner Homepage über das Corona-Virus. Im Kreis ist derzeit niemand daran erkrankt, der Wunsch nach Informationen und Tipps für das richtige Verhalten sei dennoch groß. Das Kreis-Gesundheitsamt schaltet deshalb ab Montag, 2. März, ein Infotelefon frei. Die kostenfreie Rufnummer lautet 0800 / 10 20 205, zu erreichen Montag bis Freitag von 10 bis 14 Uhr. Die Corona-Virus-Hotline des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales Nordrhein-Westfalen ist ebenfalls weiter geschaltet, die Nummer lautet 0211 / 855 47 74.

Autor:

Daniel Magalski aus Lünen

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