Goldene Stichtage 1969/70: Der Super-LSV siegte bei Meister Bochum und Vize Bielefeld

3. Juni 1970. Torjubel in der Baustelle Kampfbahn Schwansbell, in die Tribüne errichtet wird. „Spatz“ Sperlich (l.) gratuliert „Schorsch“ Schymetzek zum 1:0 (10.) gegen  SC Preußen Münster. SC-Torwart Breuer (M.) lachte aber zuletzt. Durch zwei Tore von Jeworrek gewann Der SC vor 3000 Fans 2:1. Der LSV wurde am Ende der Saison  Sechster, Münster Siebter. Foto Janning (A)
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  • 3. Juni 1970. Torjubel in der Baustelle Kampfbahn Schwansbell, in die Tribüne errichtet wird. „Spatz“ Sperlich (l.) gratuliert „Schorsch“ Schymetzek zum 1:0 (10.) gegen SC Preußen Münster. SC-Torwart Breuer (M.) lachte aber zuletzt. Durch zwei Tore von Jeworrek gewann Der SC vor 3000 Fans 2:1. Der LSV wurde am Ende der Saison Sechster, Münster Siebter. Foto Janning (A)
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Von Bernd Janning

Lünen. 1963, Aufstieg in die frisch gegründete Regionalliga als zweithöchste deutsche Kicker-Klasse, Westfalen-Meister, Westdeutscher Meister, im Kampf um die Deutsche Amateur-Meisterschaft erst im Halbfinale am heutigen Bundesligisten VfL Wolfsburg mit 2:3 gescheitert. Das war damals der erste große Erfolg der Fußballer des Lüner SV 45.

Der zweite riesige Erfolg, mit dem sich die Lüner Löwen endgültig in die in das Ensemble der deutschen Erfolgsvereine einreihten, folgte vor 50 Jahren in der Saison 1969/70. Sieben Jahre spielten die Rot-Weißen in der Regionalliga West. Nie gab es mit dem sechsten Rang mit 38:30 Punkten und 52:37 Toren ein besseres Ergebnis.

Was waren das Ende der 60er und der Anfang der 70er Jahre für eine Zeit.

1969, das war das Jahr im Juli, als den USA mit Apollo die erste bemannt Mondlandung glückte, Willy Brandt im Oktober zum Bundeskanzler gewählt wurde.

1970, da belegte die Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Mexiko den dritten Rang mit einem 1:0 über Uruguay.

1969/1970 - vor Lünen in der Tabelle platzierten sich nur der VfL Bochum als Meister, Arminia Bielefeld, Wuppertaler SV, Fortuna Düsseldorf, und Schwarz-Weiß Essen. Lünen war im Angriff mit 52 Treffern nur elf Tore schlechter als der Meister. Die Abwehr, mit 37 Gegentoren nur fünf Einschüsse schwächer als die des Teams von der Castroper Straße, war die fünftbeste der Liga.

Gegen diese Spitzenklubs waren die Lüner Löwen, vom früheren Torwart des SC Preußen Münster, Herbert Eiteljörge trainiert, immer besonders gut drauf. Nach der alten Wertung, Unentschieden ein Punkt, Sieg zwei, holten die Gegen Meister mit 3:1 und 1:1 drei Zäher. So auch gegen den Vize Arminia Bielefeld mit 2:1 und 1:1 und Schwarz-Weiß Essen mit 3:0 und 1:1. Für Essen lief damals der später LSV-Regionalliga-Spieler und mehrfache Trainer Peter Wirsching auf.

Gegen den Wuppertaler SV gab es nach 2:1 und 1:3 nur zwei Punkte. Nur gegen Fortuna Düsseldorf ging das Team aus Schwansbell mit 0:1 und 0:5 gänzlich leer aus.

Der Lüner SV war damals ein Zuschauermagnet. So verfolgten in 15.000 Fans das 1:1 gegen Bochum. In Bochum beim 3:1 für die Rot-Weißen waren es 12.000. Je 8000 sahen in Lünen das 0.1 gegen Düsseldorf und das 2:1 gegen Wuppertal. Dreimal passierten 7000 Fans die Kasse beim 1:2 in Münster, 1:1 in Wattenscheid und beim2:1-Sieg in Bielefeld auf der Alm.

Hans-Jürgen „Spatz“ Sperlich war in damals der große Fang. So kann getrost die erfolgreichste Saison, 1969/70 in der Regionalliga, überschrieben werden. Dank der glänzenden Aufbauarbeit von Trainer Herbert Eiteljörge entwickelte sich der dribbelstarke Außenstürmer zu einer wahren Perle. Seinem Spiel zuzuschauen, war ein Genuss. Was die Fans vermuteten, trat am Ende der Serie auch prompt ein. Hertha BSC Berlin bot die höchste Summe. Dort, und später beim Hamburger SV, trumpfte Sperlich groß auf.
Durch überzeugende Siege in der ersten Serie erreicht der LSV den vierten Tabellenplatz.
Das Spiel gegen Tabellenführer VfL Bochum stand an. Die Südseite der Kampfbahn Schwansbell glich wegen des Tribünenbaus einer riesigen Baustelle. Das Schlagerspiel drohte zu einer finanziellen Pleite zu werden. Doch der LSV-Vorstand schaffte es, dass in das Dortmunder Stadion Rote Erde ausgewichen werden konnte.
Lünen präsentierte sich vor über 15.000 Zuschauern glänzend und erreichte durch ein Tor von Peter Demhartner in der 89. Minute ein 1:1. Das Rückspiel gewann der LSV in Bochum, das anschließend Meister wurde und in die Bundesliga aufstieg, mit 3:1
Das Fernsehen war regelmäßig bei den LSV-Spielen dabei. Der sechste Tabellenplatz war am Ende einmal mehr der Lohn für eine ausgezeichnete Saison.

Der LSV-Kader 1969/70: 20 Spieler - 2 Torleute, 18 Feldspieler
Detlef Behrens (*30. 10. 46), Horst Lanowski (*13. 4. 44) - Friedrich „Benno“ Düsenberg (*29. 3. 38), Hans-Georg Liebern (*26. 7. 49), Manfred „Alex“ Rüsing (3. 3. 46), Dieter „der Lange“ Zorc (*17. 10. 39 - †16. 10. 07), Siegfried Eitzert (*20. 1. 45), Georg „Schymmi“ Schymetzek (*25. 7. 47), Adolf „Awo“ Reimann (*6. 12. 40 - † 5. 6. 11), Ludger „Lutz“ Gärtner (1. 10. 44), Hans „Henner“ Bradatsch (*8. 5. 42 - † 24. 6. 12), Heinz Schubert (*29. 11. 43), Hans-Jürgen Biskup (*19.11. 45 - †22. 2. 09), Albert Dapprich (*23. 6. 41), Hans-Jürgen „Spatz“ Sperlich (*29. 2. 48), Peter Demhartner (*13. 6. 42- † 2009), Anton Lulic (*27. 5. 40), Peter Janke (*28. 7. 48), Karl-Heinz Unger (*28. 10 46), Karl-Heinz Lang (*23. 11. 46)

Trainer: Herbert Eiteljörge (*27. 11. 1934 - † 2. 10. 2014)

Alle LSV-Spiele Saison 1969/70
1. LSV - Fortuna Köln 1:0 Schymetzek 2500 Zuschauer
2. SC Preußen Münster - LSV 2:1 Zorc 7000
3. LSV - DJK Gütersloh 1:1 Schubert 2500
4. Hamborn 07 - LSV 1:1 Demhartner 2200
5. LSV - TSV Marl-Hüls 3:0 Schubert 2, A. Reismann 2200
6. VfR Neuss - LSV 2:1 Zorc 2500
7. LSV - Wuppertaler SV 2:1 Eitzert, Schubert 8000
8. SpVgg Erkenschwick - LSV 0:4 Zorc, Schubert, Eitzert, Demhartner 5000
9. LSV - SC Viktoria 04 Köln 4:0 Eitzert, Bradatsch, Schubert, Gärtner 4500
10. SG Wattenscheid 09 - LSV 1:1 Gärtner 7000
11. Arminia Bielefeld - Lüner SV 1:2 Gärtner, Demhartner 7000
12. LSV - SSVg Velbert 1:1 Düsenberg 2500
13. SW Essen - LSV 1:1 ET Biskup, Dapprich 6000
14. LSV - VfL Bochum 1:1 Demhartner 15000
15. Bayer Leverkusen - LSV 4:0 3500
16. LSV - Fortuna Düsseldorf 0:1 8000
17. Bonner SC - LSV 0:0 1500

18. LSV - SC Preußen Münster 1:2 Schymetzek 3000
19. DJK Gütersloh - LSV 3:3 Gärtner, Schymetzek, Bradatsch 4000
20. LSV - Hamborn 07 4:2 Sperlich, Bradatsch, Zorc, Schymetzek 2500
21. TSV Marl-Hüls - LSV 1:1 Zorc 1500
22. LSV - VfB Neuß 1:0 A. Reismann 2000
23. Wuppertaler SV - LSV 2:1 A. Reismann 1500
24. LSV - SpVgg Erkenschwick 0:1 2500
25. SC Viktoria 04 Köln - LSV 0:0 1000
26. LSV - SG Wattenscheid 09 1:1 Düsenberg 3500
27. LSV - Arminia Bielefeld 1:1 Düsenberg 5000
28. SSVg Velbert - LSV 0:0 3000
29. LSV - SW Essen 3:0 Düsenberg II, Bradatsch 3000
30. VfL Bochum - LSV 1:3 Schymetzek, Bradatsch, Sperlich 12000
31. Lüner SV - Bayer Leverkusen 5:0 Bradatsch 2, Sperlich, Gärtner, Liebern 5000
32. Fortuna Köln - LSV 0:0 500
33. LSV - Bonner SV 4:1 Sperlich, Gärtner 2, Bradatsch 1500
34. Fortuna Düsseldorf - LSV 5:0 2200

Die Torjäger-Statistik: 52:37
8 Treffer: Hans Bradatsch war der erfolgreichste
7 Treffer: Ludger Gärtner
6 Treffer: Heinz Schubert
5 Treffer: Friederich Düsenberg, Georg Schymetzek, Dieter Zorc
4 Treffer: Peter Demhartner, Hans-Jürgen Sperlich
3 Treffer: Siegfried Eitzert, Adolf Reismann
1 Treffer: Albert Dapprich, Hans-Georg Liebern

Autor:

Lüner SV Fußball e.V. aus Lünen

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