Angst-Orte

Daumen runter (v.li.): Elke Muzyczka, Ingrid Heinen, Bettina und Kiara Hartmann, Esther-Susanne Krenz und Sylvia Sakowski stehen am Bahnhof Marl-Mitte und finden diesen schlicht unzumutbar.
  • Daumen runter (v.li.): Elke Muzyczka, Ingrid Heinen, Bettina und Kiara Hartmann, Esther-Susanne Krenz und Sylvia Sakowski stehen am Bahnhof Marl-Mitte und finden diesen schlicht unzumutbar.
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Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille - und so gibt es auch zwei Gesichter von Marl. Das hässliche und das schöne Antlitz. Bei vielen Menschen wächst allerdings das Gefühl, dass tendenziell zunehmend die unansehnlichen Ecken in der Chemiestadt die Überhand gewinnen.
Denn die Beschwerden der Bürger über Vandalismus, verdreckte Schmuddelecken und öffentliche Saufgelage werden immer vehementer. An zahlreichen Örtlichkeiten in der Stadt überkommt viele Menschen ein Gefühl der Unsicherheit, des Unbehagens, der Abscheu. Solche sogenannten „Angst-Orte“ werden gemieden, mancherorts lieber die Straßenseite gewechselt.
Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) will sich um das Thema kümmern, sich mit den Brennpunkten beschäftigen und fragt: Ist das wirklich so? Gibt es in unserer Stadt wirklich so viele Wege und Plätze von denen wir uns lieber fernhalten? Und ist das einfach so hinzunehmen?
„Auch wenn das subjektive Sicherheitsgefühl des Einzelnen oftmals nicht der objektiven Sicherheitslage entspricht, verspüren wir an bestimmten Orten Furcht. Es überkommt uns ein Gefühl des Unbehagens an Orten, die aufgrund ihres Erscheinungsbildes wenig vertrauenswürdig und einladend erscheinen. Hierzu zählen schlecht oder gar nicht beleuchtete Wege, Grünflächen, Parkplätze, Unterführungen, zugemüllte oder unübersichtliche Plätze oder solche, an denen Menschen sich treffen und Alkohol konsumieren“, erklärt AsF-Sprecherin Bettina Hartmann und weiß: „So entstehen sogenannte „No-go Areas“, Angst-Orte, die man lieber meidet, auch wenn dort nicht mehr Straftaten passieren als an anderen Orten.“
Das Ziel der Arbeitsgemeinschaft ist es, eine möglichst flächendeckende Bestandsaufnahme dieser Orte zu erreichen. Sie rufen die Bürger auf, ihnen Orte in der Stadt zu benennen, an denen sie sich unwohl fühlen, die für sie unter den Begriff „Angstort“ fallen. Die AsF fragt: Welche Orte und Plätze in der Stadt werden gemieden und warum?
„Die Stadt hat kein Geld und kein Personal alle Missstände zu beseitigen, erarbeitet jedoch bereits ein vielversprechendes Konzept. Wir möchten helfen. Manchmal reicht es schon, ein Gebüsch zurück zu schneiden, zusätzliche Müllbehälter zu installieren oder eine defekte Beleuchtung zu ersetzen. Bei härteren Fällen, insbesondere bei Ordnungswidrigkeiten und Straftaten, können nur Ordnungsamt und Polizei eingreifen“, so Bettina Hartmann.
Doch nicht nur die Mängel will Hartmann aufdecken, sondern auch das zeigen, was Marl lebenswert macht, will heißen: die schönen Seiten der Stadt präsentieren, die „Wohlfühlorte“, an denen sich die Bürger gerne aufhalten und sich sicher fühlen, Gegenden, an denen Städtebau und Kriminalprävention in Einklang stehen und erfolgreich umgesetzt wurden.
Das Ergebnis will die AsF in einem Stadtplan festhalten und am 3. Oktober auf dem Volksparkfest offen legen. „Wir werden beginnen, Missstände im Rahmen der Möglichkeiten zu beseitigen und auf die verantwortlichen Ämter zugehen. Wir hoffen auf zahlreiche Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger“, fordert Hartmann zur Beteiligung auf.
Meldungen werden von den SPD Ortsverein und dem SPD-Bürgerbüro (Telefon 933571) entgegen genommen.

Autor:

Mariusch Pyka aus Marl

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