Bürgerinitiative Marl-Hüls legt Einspruch gegen die Änderung des Landesentwicklungsplan (LEP) ein

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Christian Thieme,Sprecher der Bürgerinitiative Marl Hüls hat im Auftrag der  Bürgerinitiative Einspruch gegen die Änderung des Landesentwicklungsplan NRW erhöben..Die Initiative spricht sich entschieden gegen die dort im Rahmen des sogenannten Entfesselungspaketes geplanten Änderungen zu Lasten von Natur und Umwelt aus. Die von der schwarz-gelben Landesregierung vorgelegte Fassung ist ein umweltpolitisches Armutszeugnis und fördert einseitig wirtschaftliche und kommunale Interessen. Die .drängenden Umweltprobleme, Flächenverbrauch,, Rückgang der Artenvielfalt und Klimawandel sind nicht richtig berücksichtigt.

Der Einspruch der Bürgerinitiative Marl Hüls

Im Namen und im Auftrag der Bürgerinnen und Bürger, die in der Bürgerinitiative Marl Hüls gegen die kommunale Bau und Umweltpolitik unserer Stadt aktiv sind, protestiere ich gegen die geplante Gesetzesänderung und lege hiermit Einspruch ein.
Gründe:1.) Durch die geplante Novellierung des LEP wird unserem kommunalen Entscheidungsträger die rechtliche Handhabe gegeben, weitestgehend unkontrolliert durch eine übergeordnete Instanz wie dem Regionalverband Ruhr-RVR, über das öffentliche Eigentum der endlichen Ressource Boden, Freiraum und Grünfläche zu verfügen. Die vorgesehene Änderung des LEP ist ein Freibrief für Landschaftsszersiedelung, Bodenversiegelung und der Nachverdichtung der Wohnquartiere in unserer Stadt. Obwohl die nachteiligen Auswirkungen der bereits geschaffenen Tatsachen, die in Sachen Bau und Infrastruktur überall im Marler Stadtgebiet offen sichtlich sind, rechnen wir mit weiteren Fehlplanungen. Abschreckende Beispiele gibt es zuhauf. Zb. Die Ansiedlung der Supermarkt Kette"Kaufland" auf dem ökologisch wichtigen "grünen Band",einem Natur-Korridor, der das nördliche Ruhrgebiet mit den Münsterländer Lippeauen verbindet. Allein diese Baumaßnahme hat zu vermehrten innerstädtischen Individualverkehr geführt. Dieser staut sich an nahezu allen Knotenpunkten, weil die bestehenden Anlagen und Verkehrswege der Entwicklung des Verkehr nicht gewachsen sind. In ihrer Gesamtheit sind die negativen Auswirkungen auf das Stadtklima von Fachleuten und Umweltverbänden bemängelt worden. Weitere, bereits projektierte umweltschädliche Bauvorhaben in unserer Stadt, könnten durch die beabsichtigte LEP- Änderung einfacher in die Wege geleitet werden. Zb.die Öffnung der Fußgängerzone am Creiler Platz und das Neubaugebiet am Eduard Weitsch Weg für den Autoverkehr, sowie die beabsichtigte Bebauung des Hülser Waldpark rund um das Jahnstadion. Diese Baumaßnahmen werden nachweislich zur Verschlechterung der Atemluft in unseren Stadtteilen führen, ausserdem werden den Bürgerinnen und Bürgern ihre Fußläufige Naherholungsmöglichkeit genommen. 2.) Durch die Nachverdichtung, besteht fur Investoren, die Möglichkeit die letzten verbliebenen Frei- und Grünräume mit geringen Bürokratischen Aufwand zu bebauen, und zwar mit allen nachteiligen Folgen für das soziale Leben der Menschen, die in diesen städtischen Ballungsraum wohnen müssen. Im Jahr 2050 werden 70% der Bevölkerung in diesen Ballungsräumen leben, gefragt ist also eine intelligente Stadtplanung die nachhaltig mit der zur Verfügung stehenden Räumlichkeit umgeht. Ein wichtiger Aspekt der entscheidend für das friedliche Zusammenleben zukünftiger Generationen sein wird, ist somit die Erhaltung von Freiräumen. Jane Jakobs die amerikanische Schriftstellerin und Urbanistin schrieb bereits 1961, das die durchplante, verdichtete Stadt krank macht. "Menschen kapseln sich dann von anderen ab, wenn es in ihren Quartieren kein zwangloses öffentliches Leben gibt. Allzu durchplante Städte zerstören demnach die Spontaneität. Dort, wo Menschen sich nicht mehr unbeabsichtigt begegnen können, wächst auch das zwischen-menschliche Unbehagen und mit ihm die Isolation.
 

Mfg.

Christian Thieme,Sprecher der Bürgerinitiative Marl Hüls

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