Akut kranke Kinder müssen bald in das EKO nach Oberhausen
Aus für die Notfallversorgung!

Die Mülheimer Kinderärzte kämpften um den Erhalt des Mülheimer Notdienstes für Kinder, der zentral im Marienhospital an der Kaiserstraße (im Bild) durchgeführt werden sollte. Foto: Marienhospital
  • Die Mülheimer Kinderärzte kämpften um den Erhalt des Mülheimer Notdienstes für Kinder, der zentral im Marienhospital an der Kaiserstraße (im Bild) durchgeführt werden sollte. Foto: Marienhospital
  • hochgeladen von Marc Keiterling

Die Mülheimer Kinderärzte kämpfen seit Monaten um den Erhalt des Notdienstes für Kinder in ihrer Stadt. Diese Rechnung haben sie allerdings ohne die Kassenärztliche Vereinigung gemacht.

Der Notdienst sollte nach dem Vorschlag der Kinderärzte - um den Anforderungen der Kassenärztlichen Vereinigung entgegenzukommen und die Erreichbarkeit zu verbessern - ab 1. Juli nicht mehr in den einzelnen Kinderarztpraxen, sondern zentral, parallel zum allgemeinen ärztlichen Notdienst, im Marienhospital an der Kaiserstraße durchgeführt werden. Dies hat mit mehr als 4.000 Unterschriften auf Papier und in einer online Petition der Mülheimer Bevölkerung eine breite Zustimmung gefunden.

KV lehnte weitere Gespräche ab

Der Vorschlag wurde nun von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) abgelehnt, statt dessen soll ab 1. Juli eine gemeinsame Notdienstsprechstunde für Mülheimer und Oberhausener Kinder am Oberhausener EKO stattfinden. Diese Entscheidung wurden den Mülheimer Kinderärzten von der KV Ende Mai mitgeteilt.

Weitere Gespräche zum Erhalt des Mülheimer kinderärztlichen Notdienstes wurden von den Kinderärzten vorgeschlagen, aber von der Kassenärztlichen Vereinigung ohne hinreichende Begründung abgelehnt. Die Ärztekammer wurde in diese Entscheidung nicht, wie erforderlich, eingebunden. Die Verlagerung des Notdienstes an die Oberhausener Kinderklinik führt ohne Notwendigkeit zu einer Verschlechterung der Versorgung Mülheimer Kinder.
Eltern müssen mit ihren kranken Kindern weite Wege außerhalb normaler Verkehrszeiten an Sonn- und Feiertagen auf sich nehmen - in Zeiten, in denen dem öffentlichen Nahverkehr weitere Reduzierung droht. Hinzu kommt, dass nur ein Notdienst für beide Städte zuständig ist, der mit der Menge der Patienten überfordert sein könnte.

Die Gemeinschaft der Kinder- und Jugendärzte in Mülheim meint, dass es nicht sinnvoll sein kann, den Notdienst in eine andere Stadt zu verlegen. Dies würde der Notfallversorgung bei einer besonders verletzlichen Gruppe, nämlich der Kinder, damit nicht voll gerecht, zumal es in Mülheim keine Kinderklinik gibt.

Juristische Schritte werden geprüft

Die Gemeinschaft der niedergelassenen Mülheimer Kinderärzte beabsichtigt nun juristische Schritte zur Überprüfung der Angemessenheit und Rechtmäßigkeit der Entscheidung der kassenärztlichen Vereinigung einzuleiten, um dem Wunsch ihrer Patienten, der mit 4.000 Unterschriften dokumentiert wurde, Geltung zu verschaffen.

Eine Stadt ohne eigene Kinderklinik

Dass Mülheim ohnehin schon zu den Städten ohne eigene Kinderklinik gehört, betont in diesem Zusammenhang der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Bernd Dickmann. "Wenn Eltern mit ihren Kindern, insbesondere aus den Stadtteilen links der Ruhr, selbst mit dem Auto mehr als eine halbe Stunde unterwegs sind, um eine Notfallpraxis zu erreichen, ist das Angebot der Kassenärztlichen Vereinigung vollkommen unzureichend und nicht zu akzeptieren. Die CDU-Fraktion schließt sich deshalb der Forderung an, diese Entscheidung rückgängig zu machen und stattdessen dem Kompromissvorschlag der Kinderärzte zu folgen, parallel zum allgemeinen ärztlichen Notdienst im Marienhospital an der Kaiserstraße, diesen Notdienst für Kinder aufrecht zu erhalten“, erklärt Dickmann.

„Erneut droht der ärztlichen Notversorgung für Kinder in Mülheim das Ende“, kommentiert Rodion Bakum, der sozialpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, die Ankündigung der Kassenärztlichen Vereinigung. Und fährt fort: „Wir stehen wieder vor dem Problem, dass sich im Notfall die Anfahrts- und Wartezeit für Mülheimer Eltern deutlich verlängert. Hinzu kommt, dass die Kinderärzte in Oberhausen bereits jetzt an der Belastungsgrenze arbeiten. Statt einer Fusion wäre es wichtiger, das Angebot zu erweitern. Die Verwaltung, hier besonders der zuständige Sozialdezernent Marc Buchholz, und die Landesregierung müssen auf die Kassenärztliche Vereinigung einwirken. Die SPD-Fraktion akzeptiert nicht, dass auf Kosten der Gesundheit unserer Kinder gespart wird."

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