Alltagskälte

Alltagskälte

Alltagskälte

Sechs Uhr in der Frühe,
Ströme von Menschen steigen aus der U-Bahn,
drängeln schonungslos, rempeln sich an
enteilen mit beschleunigenden Schritten geschäftig in alle Richtungen,
gehetzt schon jetzt.

Mit starren Blicken, scheinbar gebündelt auf ihr Ziel gerichtet
drängeln und schieben sie störende Nachbarn rücksichtslos beiseite
wie ferngelenkte Roboter.
Stereotype Handlung von Menschen, automatischer Ablauf jeden Morgen an der Bahn.
Einsamkeit im Gewühle, inmitten der Menge.

Ein schriller Pfiff, schmerzhaft für noch müde Ohren.
Die Bahn setzt sich in Gang, fährt weiter zur nächsten Haltestelle,
immer noch voll eng gedrängter ausdrucksloser Gesichter im erwachenden Alltagstrott, geisterhaft bleich im fahlen Licht der Station
hemmungslos gähnende, aufgerissene Münder.

Ich beobachte das Morgenerwachen
der Geschäftigkeit des Tages, ihrer Menschen.
Jeder scheint für sich allein, sagt nichts, schaut sich nicht um,
wirkt gefühllos.

Leere, floskelartige Worthülsen aus dem Umfeld
streifen taube Ohren; lassen kalt.
Unberührt, ungehört, überhört;
prallen ab ins Nichts.

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