Original Kuhlmann steht für 4,2 Milliarden D-Mark zum Verkauf
Entschuldung dank der Mülheim Mark?

Kämmerer Frank Mendack (l.) bekam vom Künstler Mike Kuhlmann die Mülheim Mark geschenkt.
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In diesen Tagen wird vielerorts auf 30 Jahre Wirtschafts- und Währungsunion zurückgeblickt. So auch in Mülheim. Was vor Corona als Bürgerfest mit Kunstausstellung im Garten der Stadthalle geplant war, wurde kleiner - aber es blieb fein.

Von Andrea Rosenthal

Marc Buchholz, Dezernent für Bildung, Soziales, Jugend, Gesundheit, Sport und Kultur, erzählt: "Ich kenne den Künstler Mike Kuhlmann von früher und habe ihn um eine Ausstellung in Mülheim gebeten." Was als großes Bürgerfest geplant war, musste Corona-bedingt nun auf eine Feierstunde im Ratssaal mit offener Ausstellung in der ersten Etage des Rathauses zusammengestrichen werden. Im kleinen Kreis wurde der Einführung der D-Mark in Ostdeutschland am 1. Juli 1990 gedacht.

Zur Feierstunde konnte Dezernent Marc Buchholz nicht nur die Mitglieder des Rates begrüßen, sondern auch den NRW-Finanzminister Lutz Lienenkämper, der in seiner Rede launig auf den Wert des Geldes über den Kaufwert hinaus einging. Er betonte den Wert des Währung als Integrationsmittel. Das habe man nicht nur bei der Wiedervereinigung gemerkt, sondern auch bei der Einführung des Euro.

Das unterstrich auch der Künstler. Mike Kuhlmann (*1966) lebt und arbeitet in Frankfurt am Main. Er ist gelernter Grafiker und für seine Bilderserien bekannt. Mike Kuhlmann betont: "Wer sich verdient gemacht hat, verdient Bewunderung. Wer sich besonders verdient gemacht hat, verdient eine Denkmal." Er hat es der Deutschen Mark gesetzt.

Seit 1998 steht die D-Mark im Mittelpunkt einer seiner Bilderserien. Seither sind hunderte Werke zu diesem Thema entstanden, die in Banken, bei Steuerberatern und privaten Sammlern hängen. Und seit Dienstag auch im NRW-Landtag und im Mülheimer Rathaus.

Geschenke des Künstlers

Denn Mike Kuhlmann hatte neben den Bildern seiner Ausstellung auch zwei eigens geschaffene Werke mitgebracht. Die NRW Mark in den Landesfarben Grün-Weiß-Rot überreichte er Finanzminister Lutz Lienenkämper als "ein Dankeschön an das Finanzministerium von Nordrhein-Westfalen für die finanzielle Unterstützung verschuldeter Kommunen. Sie ist gleichzeitig ein starkes Zeichen, dass diese Verantwortung ein Generationenprojekt bleibt." Die Mölmsche Mark bekam der Stadtkämmerer Frank Mendack als Geschenk mit der Auflage, es nur für seinen Gegenwert von 4,2 Milliarden D-Mark zu verkaufen und den Erlös in die Entschuldung der Stadt fließen zu lassen. Nun wird also ein finanzstarker Käufer gesucht. Solange hängt das Bild als Mahnung im Büro des Kämmerers.

Ein Auszug aus Mike Kuhlmanns Bilderserie zur D-Mark ist nun bis zum 12. August im ersten Obergeschoss des historischen Rathauses zu besichtigen. Dort findet man von der sexy Mark über Karl Marx und die D-Mark bis zur gespiegelten Mark die verschiedensten Zugänge zum Thema. Die Besichtigung ist nur mit Mund-Nasen-Schutz zu den Öffnungszeiten des Rathauses möglich. Der Eintritt ist frei.

Autor:

Andrea Rosenthal aus Mülheim an der Ruhr

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