Sanierung von Schloß Broich nach zehn Jahren abgeschlossen
Schloss strahlt in farbigem Licht - mit Video

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Stockdunkel ist es auf dem Innenhof des Schlosses, es nieselt leicht. Eine Stimme zählt herunter: "10,9,8....3,2,1". MST-Chefin Inge Kammerichs und Simone Ehlen, Leiterin der Region Rhein bei innogy Westenergie, drücken auf den roten Knopf, Scheinwerfer leuchten auf und hüllen das Schloss in farbiges Licht. Die Installation energiesparender LED-Beleuchtung setzte den Schlusspunkt unter die zehnjährigen Sanierung des historischen Schlosses und lässt das alte Gemäuer nun in ganz neuem Licht erstrahlen.

2009 wackelte der erste Stein. Bei der ersten groben Untersuchung stellte sich heraus, dass die Schäden in dem Gemäuer deutlich größer waren, als angenommen. Die Schlosssanierung erwies sich, auch im Hinblick auf die finanzielle Situation der Mülheimer Stadtmarketing, die für den Erhalt des Schlosses zuständig ist, als langwierig und kompliziert. Erste Schätzungen des Sanierungsbedarfes lagen bei 5,4 Millionen Euro. Letztlich, so freut sich Inge Kammerichs, ist man mit 4,6 Millionen ausgekommen, davon konnte man 1,5 Millionen Euro an Fördergeldern akquirieren, dazu kamen rund 370.000 Euro an Spenden im Rahmen der erfolgreichen Schloss-Retter-Aktion.

Aber die Situation 2010 war zunächst mehr als ernüchternd. "Das Schloß war kaputt, und wir waren zunächst etwas überfordert mit der Situation. Wir haben noch nie ein Schloss saniert. Aber schnell war klar, dass wir die Mülheimer mitnehmen müssen". So entstand die Idee an der Schloss-Retter-Aktion. Ebenso wichtig für die erfolgreiche Sanierung war das Engagement von Dr. Ägidius Strack, der als Projektkoordinator eine hohe Fachkompetenz mitbrachte.

Schützenswerte Flora und Fauna

Inge Kammerichs hat in den zehn Jahren gelernt, welche Vielzahl von Interessen bei einer solchen Sanierung beachtet werden müssen. Denn nicht nur der Zustand sollte möglichst originalgetreu wieder hergestellt werden. Auch der Schutz von Insekten und Pflanzen, die es in einer Vielzahl im Schloss gibt, mussten beachten werden. Man musste Firmen finden, die überhaupt in der Lage waren, Baumaßnahmen auf so einem Niveau durchzuführen. Gerüste und abgehängte Wände gehörten von da an jahrelang zum Erscheinungsbild des Schlosses. Gebaut wurde in verschiedenen Bauabschnitten, auch abhängig davon, wie gerade Fördermittel fließen konnten.

 "Wir haben etwas geschaffen, was hoffentlich 100 Jahre hält."
Inge Kammerichs, Geschäftsführerin der MST

Der Arbeitsaufwand war enorm. "Jede einzelne Fuge wurde ausgekratzt und neu verfüllt, jeder einzelne Stein kartiert, um die Mauern originalgetreu wieder aufzubauen. Es wurde sehr kleinteilig gearbeitet, es gab alleine 160 Mörtelanalysen", erklärt Inge Kammerichs.

Nun strahlt das Schloss in neuem Glanze, und das soll nach Wunsch der MST auch länger so bleiben. Regelmäßig will man in die Instandhaltung investieren, um das Schloss in Schuss zu halten.
Zum Abschluss der langen Bauphase wurde die Beleuchtung des Schlosses erneuert. Auch hierfür hat die MST mit innogy einen Sponsor gefunden. Da bei der Sanierung auch das Strom- und Datennetz erneuert worden ist, wurde damit auch die Voraussetzung für eine kostengünstige Beleuchtung geschaffen. Die alten Scheinwerfer, 22 an der Zahl, waren in die Jahre gekommen und teils defekt. Bei größeren Veranstaltungen mussten bis zu 100 mobile Scheinwerfer zusätzlich eingesetzt werden. Das ist nun nicht mehr nötig.

Umstellung auf LED

Die komplette Beleuchtung ist auf energiesparende, farbige LED-Strahler umgestellt, es gibt mehrere Lichtszenarien mit wechselnden Farben. Für Events können zusätzliche individuelle Lichtkonzepte programmiert werden. Mit nun 51 fest installierten Strahlern kann das Schloss optimal ausgeleuchtet werden. Die Reduzierung der Lampen führt auch zu Kosteneinsparungen, denn es werden nun 5600 Kilowatt pro Stunde weniger verbraucht. Auch der CO2-Austoß wird um 2,7 Tonnen jährlich gesenkt.

Weniger Strom und CO2-Verbrauch

Der Schlosshof wird aber abends nicht mehr zugänglich sein, dann kann das angestrahlte Gebäude nur von außen bewundert werden. Die Hoftore schließen im Winter um 18 Uhr, im Sommer um 20 Uhr, und öffnen morgens um 8 Uhr. Die Beleuchtung wird von der Dämmerung bis zum Morgen eingeschaltet sein. Mit geladenen Gästen wurde am Dienstagabend die neue LED-Beleuchtung erstmals eingeschaltet. Foto: PR-Foto Köhring/AK Man sieht die Unterschiede in der Mauer vor (links) und nach der Sanierung.
PR-Foto Köhring

Hintergrund

>>883 wurde Schloß Broich als Sperrfort gegen die Normannen gebaut.
>>Am 7. März 1938 erwarb die Stadt das Schloss, das heute Repräsentationsräume der Stadt beherbergt sowie Sitz der Mülheimer Stadtmarketing ist. Auch Privatleute können Räume für Feiern anmieten.
>>2002 übernahm die MST den Betrieb und den Erhalt des Schlosses.

Autor:

Regina Tempel aus Mülheim an der Ruhr

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