Ausbildung in Zeiten von Corona
Investition in die Zukunft

Für die IHK wirbt Jutta Kruft-Lohrengel für Anstrengungen auf dem Ausbildungsmarkt. Foto: Archiv
2Bilder
  • Für die IHK wirbt Jutta Kruft-Lohrengel für Anstrengungen auf dem Ausbildungsmarkt. Foto: Archiv
  • hochgeladen von Klaus Bednarz

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise machen sich auch auf dem Ausbildungsmarkt in Oberhausen bemerkbar. 817 noch unversorgten Bewerbern stehen 500 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber (Stand Mai 2020). Vor einem Jahr betrug das Verhältnis 751 zu 611.

Angesichts dieser Situation appellieren Stadt, Wirtschaftsförderung, Kreishandwerkerschaft, DGB, IHK und Arbeitsagentur an alle Unternehmen, verstärkt Ausbildungsplätze anzubieten. Denn nur wer heute ausbildet, hat morgen Fachkräfte.

Die Personalplanung gestaltet sich in der derzeitigen Situation schwierig und die Unternehmen zögern, Ausbildungsplätze anzubieten. So war zum Beispiel das persönliche Kennenlernen in der letzten Zeit kaum oder gar nicht möglich. Es konnten keine Job- und Ausbildungsmessen stattfinden, vor allem aber wenige Vorstellungsgespräche. Zahlreiche Betriebe stellten sich jedoch auf diese neue Situation ein, trafen entsprechende Schutzmaßnahmen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und setzten auf Online-Kontakte. Die Situation bleibt aber herausfordernd, sowohl für Unternehmen als auch für junge Menschen, die einen Ausbildungsplatz suchen.

Zusätzliche Ausbildungsplätze nützen nur dann etwas, wenn es auch interessierte junge Menschen gibt. Deshalb appellieren die Ausbildungsexperten auch an die jungen Menschen, sich jetzt dringend um die Zeit nach Ende des Schulbesuchs zu kümmern. Auch weil viele Veranstaltungen zur Berufsorientierung an Schulen Corona-bedingt ausfallen mussten, steht die Suche nach einem Ausbildungsplatz bei vielen jungen Menschen nicht an vorderster Stelle. Doch es gilt auch: Nur wer sich heute auf die Suche nach einem Ausbildungsplatz macht, hat die Chance, morgen eine Fachkraft zu sein.

Investition in die Zeit nach Corona

Sicher ist: Es wird eine Zeit nach Corona geben, in der gut ausgebildete Fachkräfte benötigt werden. Mit Blick auf den Start in das kommende Ausbildungsjahr im Sommer ist es deshalb umso wichtiger, dass Betriebe trotz der aktuellen Krisensituation weiterhin ausbilden. Es gilt, in der Zeit nach der Krise arbeitsfähig zu bleiben, jungen Menschen eine Perspektive zu bieten und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Insbesondere kleinere Betriebe, die sich oft noch im Auswahlverfahren befinden, sind aktuell unsicher, wie sie dieses in der momentanen Ausnahmesituation gestalten sollen. Auch für junge Menschen gibt es eine Zeit nach Corona. Wer jetzt eine Ausbildung anfängt, ist nach der Corona-Krise auf dem besten Weg zu einer gefragten Fachkraft.

Das von der Bundesregierung beschlossene Konjunkturpaket enthält einen Schutzschirm für Auszubildende. Damit der Lernerfolg von Auszubildenden auch während der Pandemie nicht gefährdet wird, sollen kleine und mittlere Unternehmen, die ihr Ausbildungsplatzangebot 2020 im Vergleich zu den drei Vorjahren nicht verringern, für jeden neu geschlossenen Ausbildungsvertrag eine einmalige Prämie in Höhe von 2.000 Euro erhalten. Diese wird nach Ende der Probezeit ausgezahlt. Unternehmen, die ihr Angebot an Ausbildungsplätzen sogar erhöhen, erhalten für jeden zusätzlichen Ausbildungsvertrag 3.000 Euro.

Die hiesige IHK-Präsidentin Jutta Kruft-Lohrengel nennt Zahlen und richtet gleichzeitig einen Appell an Jugendliche wie an Unternehmen: "In der IHK-Lehrstellenbörse bieten noch über 500 Unternehmen fast 1.000 Ausbildungsplätze in Oberhausen und Umgebung an. Mein Appell an alle jungen Menschen ist deshalb: Bewerbt Euch! Die Unternehmen erwarten Euch. Gleichzeitig appelliere ich an die Unternehmen. Bilden Sie jetzt aus, um nach der Corona-Krise genügend Fachkräfte zu haben."

"Auch nach Corona werden wir gut ausgebildete Fachkräfte brauchen, um im Markt bestehen zu können, insofern bleibt Ausbildung eine Investition in die Zukunft. Aus meiner Sicht eine ausgezeichnete Investition. Sie stärkt das Unternehmen und damit den Standort. Sie bietet aber gleichzeitig auch Perspektiven für die jungen Menschen und kann ihnen die Tür öffnen für ein selbstbestimmtes Leben in wirtschaftlicher Sicherheit. Auch wir als Verwaltung sehen die Chancen und stehen zu unserer Verantwortung, stellen deswegen in diesem Jahr 130 neue Auszubildende ein, mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2015", kommentiert Oberbürgermeister Daniel Schranz die Bedeutung des Ausbildungsmarktes. Für die IHK wirbt Jutta Kruft-Lohrengel für Anstrengungen auf dem Ausbildungsmarkt. Foto: Archiv Oberbürgermeister Daniel Schranz erklärt, dass die Verwaltung 130 Ausbildungsstellen ausschreibt, doppelt so viele wie 2015. Foto:Vorholt

Für die IHK wirbt Jutta Kruft-Lohrengel für Anstrengungen auf dem Ausbildungsmarkt. Foto: Archiv
Oberbürgermeister Daniel Schranz erklärt, dass die Verwaltung 130 Ausbildungsstellen ausschreibt, doppelt so viele wie 2015. Foto: Jörg Vorholt
Autor:

Klaus Bednarz aus Dinslaken

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

16 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.