Fachtagung der Liberation Route Europe
Weseler Stadtarchivar Dr. Heiko Suhr zu Besuch in Groesbeek

Die Mitglieder der Liberation Route Europe diskutierten, aus welchen Perspektiven der Begriff der Befreiung im Zweiten Weltkrieg betrachten werden kann. Unter den Fachleuten war auch Wesels Stadtarchivar Dr. Heiko Suhr. | Foto: Stadt Wesel
  • Die Mitglieder der Liberation Route Europe diskutierten, aus welchen Perspektiven der Begriff der Befreiung im Zweiten Weltkrieg betrachten werden kann. Unter den Fachleuten war auch Wesels Stadtarchivar Dr. Heiko Suhr.
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Am 9. November haben sich die Mitglieder der Liberation Route Europe zu einem Workshop im Freiheitsmuseum Groesbeek in den Niederlanden getroffen. Der Weseler Stadtarchivar Dr. Heiko Suhr beteiligte sich mit seinem Impulsreferat über den Bedeutungswandel des Begriffs der Befreiung an dem Diskurs des Gremiums.

Der Veranstaltungsort ist noch vielen Weselern bekannt: Im Frühjahr 2020 besuchte eine große Weseler Delegation das Museum im Rahmen der Weseler Gedenkveranstaltung „Nie wieder Krieg“ zum 75. Jahrestag der Zerstörung der Stadt Wesel.

Begonnen hatte die Fachtagung mit einer Führung durch das Freiheitsmuseum. Das Freiheitsmuseum in Groesbeek ist ein gutes Beispiel für ein grenzüberschreitendes Museum, das aus verschiedenen Blickwinkeln die erlebte Geschichte darstellt. Dabei werden die deutsche und die niederländische Perspektive auf das 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart herausgearbeitet. Die Erfahrungen anderer ethnischer, sozialer oder politischer Gruppen werden ebenso berücksichtigt.

Überblick über den Zweiten Weltkrieg und das Konzept der Befreiung
Es folgten Beiträge des Historikers Jory Brentjens und des Kurators des Freiheitsmuseums, Rense Havinga. Die Projektpartner von „EASTory through their Eyes“ stellten anschließend ihre Arbeit, ihre Institution und ihre Methodik vor und boten einen umfassenden Überblick über den Zweiten Weltkrieg und das Konzept der Befreiung aus ost- und westeuropäischer Sicht. Den historischen Rahmen des Projekts umspannte der Weseler Historiker Dr. Heiko Suhr. In seinem Beitrag leitete er her, wie sich die Befreiung in Deutschland konzeptionell entwickelte. Diese wurde von einer individuellen zu einer kollektiven zu einer nationalen und später zu einer gesamteuropäischen Erinnerung entwickelt. Dabei betonte er, dass der damit verbundene Freiheitsbegriff die Chance bietet, Europa vor Angriffe von innen und außen zu schützen. Das sei „die Grundlage und der Ansporn des gesamten Projekts Liberation Route Europe“, so Dr. Suhr.

Projekt „EASTory through their Eyes“
Die Veranstaltung fand im Rahmen des Projekts „EASTory through their Eyes“ statt, das durch das Programm „Europe for Citizens“ der Europäischen Union finanziert wird.
Das Projekt „EASTory through their Eyes“ besteht aus einer Wanderausstellung und einer Reihe von Veranstaltungen für junge Menschen aus ganz Europa. Die Wanderausstellung visualisiert persönliche Geschichten von jungen Menschen aus Ost- und Westeuropa. Sie wurde zum ersten Mal in Groesbeek gezeigt.
Anschließend wird sie in das Kriegsmuseum Bastogne in Belgien umziehen, wo am 10. Dezember 2021 die erste Jugendveranstaltung stattfinden wird. Die anderen Jugendveranstaltungen werden im ersten Halbjahr 2022 in Krakau, Pilsen und Berlin organisiert.

Autor:

Lokalkompass Wesel aus Wesel

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