Niederrheinischer Kunstverein zur Kolumne "Angezettelt" vom 24. Oktober
"Ein Kunstwerk im öffentlichen Raum schafft einen Mehrwert"

Der Niederrheinische Kunstverein ist nicht einverstanden mit dem Inhalt der Titelkolumne "Angezettelt" im Weseler vom 24. Oktober 2018. In der Sache erreichte die Redaktion dieser

Leserbrief zu „vesalia hospitalis“

Zu Ihrer Kolumne möchten wir als Niederrheinischer Kunstverein folgende Anmerkungen machen:

Zunächst freut uns, dass sich fast 90 % der Meldungen im „lokalkompass“ (Anm.d.Red.: dort war ein Umfrage-Modul geschaltet) für die Wiedererrichtung der Skulptur ausgesprochen haben, obwohl der Kunstverein darauf in keinster Weise Einfluss genommen hat.

Die Künstlerin Victoria Bell hat sich in Ihrer Arbeit sowohl von der ersten fränkischen Holzkirche, die an der Stelle des Willibrordi-Doms gestanden hat, als auch von der gewährten Gastfreundschaft gegenüber den protestantischen Glaubensflüchtlingen aus den Niederlanden inspirieren lassen.

Sie wählte das Motiv einer „Schutzhütte“. Grob behauen, aber aus mächtigen Eichenbalken, leicht windschief, dennoch widerstandsfähig. Auf einem Fundament errichtet, welches durch seine fliehende Form den Eindruck erweckt, dass die „Schutzhütte“ fast schwebt oder schwankt, gleichsam wie eine Arche auf dem Meer. Damit passt die Skulptur erstaunlich gut in die aktuelle Lebenssituation vieler Menschen.

Der Giebel aus 5 Holzbalken, die treppenförmig angelegt sind, assoziiert einen Kirchengiebel (Reminiszenz an die Relikte der Ursprungskirche).
Die Skulptur ist eine von drei Skulpturen in Wesel, die auf der Seite NRW Skulptur benannt sind, welche eine jurierte Auswahl hervorragender Kunst in NRW nach 1945 zeigt.

Wegen einiger morscher Bauteile wurde das Kunstwerk aus Sicherheitsgründen abgebaut. Inzwischen hat ein Fachmann festgestellt, dass einige der Balken ausgetauscht werden müssen und die Skulptur dann wieder aufgestellt werden kann. Wenn man sie in Zukunft regelmäßig pflegt, kann sie dann noch viele Jahrzehnte an ihrem Platz stehen.

Einige weitere Anmerkungen zu Ihrer Kolumne:
Zum Titel: , vesalia urinalis“: Der schöne Begriff „vesalia hospitalis“, auf den die Stadt Wesel stolz ist und weiterhin versucht, ihm gerecht zu werden, wird verballhornt. Auch andere Orte in der Stadt bleiben leider nicht verschont, wenn ungehobelte Menschen ihre Notdurft verrichten (Dom, Passage Rathaus, Hauseingänge, Tiefgaragen usw). Vielleicht gibt es Wege, hier Abhilfe zu schaffen?

Was ist „schönere Kunst“? Das ist u.E. allgemeingültig nicht zu bewerten. Kunst gibt immer wieder Anlass zu Diskussionen. Im Blick auf die Skulptur kommt es u.E. vor allem auf die Aussage und den Inhalt an. Und Holz ist eigentlich schon als Material immer schön – oder?

Dass die Skulptur auswärtige Besucher verwirrt oder gar abgeschreckt, Wesel zu besuchen können wir uns wirklich nicht vorstellen. Wer lässt sich von einem interessanten Kunstwerk abschrecken, eine Stadt aufzusuchen?

Sie denken, dass man nicht an Kunstobjekten hängen soll, die ihren Zweck nicht erfüllen. Wir sind der Meinung, dass eine Straßenlaterne einen Zweck erfüllt, ein Kunstwerk im öffentlichen Raum schafft einen Mehrwert, der nicht beziffert werden kann.

Und sicherlich jeder wünscht, dass Wesel etwas für Kinder und junge Familien tut. Das ist für uns ein völlig anderes Thema. Eine Kommune hat viele Aufgaben, die nicht gegeneinander gestellt werden können und sollen.

Viele Aspekte, die man diskutieren kann. Wir laden dazu herzlich ein.

Dorothea Störmer
für den Vorstand des Niederrheinischen Kunstvereins

Autor:

Lokalkompass Kreis Wesel aus Wesel

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