Randthema Stoma
Am EvK Witten finden Betroffene Unterstützung

Sonja Noster berät ihre Patient*innen in der Versorgung und Pflege ihres Stomas. Solche Beinbeutel werden am Bauch befestigt.
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  • Sonja Noster berät ihre Patient*innen in der Versorgung und Pflege ihres Stomas. Solche Beinbeutel werden am Bauch befestigt.
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Stomabeutel, Einmalkatheter und Kondom-Urinale gehören zur Berufsausstattung der Stomatherapeutin Sonja Noster. Als Pflegeexpertin für Stoma, Kontinenz und Wunde im Evangelischen Krankenhaus Witten versorgt und berät sie Patienten mit einem künstlichen Darm- oder Blasenausgang, damit sie einen möglichst selbstbestimmten Alltag führen können. 
 
Damit Erkrankungen des Darms oder der Harnwege besser heilen können, ist in manchen Fällen ein künstlicher Ausgang für Stuhl oder Urin notwendig. Dieses sogenannte Stoma kann, je nach Erkrankung, sowohl temporär als auch dauerhaft angelegt werden.
 

Beratung und Kontrolle sind unverzichtbar

Betroffene und deren Angehörige finden im Evangelischen Krankenhaus Witten in Sonja Noster eine kompetente Ansprechpartnerin. Die Pflegeexpertin für Stoma, Kontinenz und Wunde versorgt alte und neue Stomaanlagen, reinigt die darum liegende Haut, wechselt die Stomabeutel und hört den Betroffenen aufmerksam zu. „Es ist sehr wichtig, die Patientinnen und Patienten einfühlsam zu beraten. Ein solcher Eingriff bedeutet einen großen Einschnitt in ihr Leben und bringt viele Fragen mit sich,“ weiß Sonja Noster aus ihrer langjährigen Erfahrung. „Meistens geht es um die richtige Ernährung, um mögliche Einschränkungen und Komplikationen,“ so die Expertin weiter. 
Im Zuge der Erstbehandlung im Krankenhaus informiert die examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin die Patientinnen und Patienten ausführlich über das Wechseln des Beutels und die Pflege der Haut an dieser Stelle. Sitzen alle notwendigen Handgriffe, behalten die Betroffenen ihre Selbstständigkeit und sind nicht auf die Hilfe anderer angewiesen. 
Da sich Stomaanlagen durch Gewichtsschwankungen im Laufe der Zeit verändern können, ist eine regelmäßige Kontrolle ratsam. Andernfalls können Entzündungen oder Hautstörungen entstehen. Die Weiterversorgung durch einen Facharzt ist somit von großer Bedeutung und auch die Angehörigen brauchen eine Anleitung zur Versorgung eines Stomas. „Es muss ein fließendes Zusammenspiel aller Beteiligten sein,“ erläutert Sonja Noster, die im EvK Teil eines interdisziplinären Teams ist.
 

Betroffene müssen mit Einschränkungen rechnen

 
Ein Stoma bedeutet für Patienten den Verlust einer wichtigen Körperfunktion. Denn bei einem künstlichen Darmausgang erfolgt die Verdauung deutlich schneller und ist nicht kontrollierbar. „Es kommt ihnen so vor, als würde ihnen der rechte Daumen fehlen,“ vergleicht Noster. 
Auch im Alltag fühlen sich Betroffene oft eingeschränkt. So dürfen sie nicht mehr als zehn Kilogramm tragen und müssen auf ihre Ernährung achten. Zudem kann es zu merkwürdigen Darmgeräuschen kommen, die sie selbst als beschämend empfinden. Ungewöhnlich ist diese Situation auch für Angehörige, die gerne helfen wollen, in manchen Fällen aber an ihre Grenze stoßen. „Verdauung ist ein sehr persönliches Thema, doch wir Fachkräfte unterstützen sowohl Erkrankte als auch deren Angehörige. Sie sind damit nicht alleine und finden an vielen Stellen gut ausgebildete Ansprechpartner,“ sagt die Fachkraft.
 

Blasenprobleme: geeignete Versorgungsmaterialien finden 

 
Als Pflegeexpertin berät Sonja Noster auch Patienten mit Harninkontinenz. Befindet sich in der Blase noch Restharn oder liegt ein schwacher Beckenboden vor, lindern geeignete Hilfsmittel die Beschwerden. „In einem persönlichen Gespräch und in Absprache mit den behandelnden Ärzten ermitteln wir den Bedarf und suchen gemeinsam nach einer idealen Lösung. Manchen helfen Einmal-Katheter, andere nutzen Windelpants und einige Männer kommen mit einem Kondom-Urinal gut zurecht,“ berichtet Sonja Noster aus ihrem Beratungsalltag. 
Ob künstlicher Darm- oder Blasenausgang oder Kontinenzbeschwerden – mit der richtigen Therapie und den geeigneten Versorgungsmitteln ist ein selbstbestimmtes Leben möglich.

Sonja Noster berät ihre Patient*innen in der Versorgung und Pflege ihres Stomas. Solche Beinbeutel werden am Bauch befestigt.
Hilfsmittel zum Entleeren der Blase: Kondom-Urinal, Beinbeutel, Einmal-Katheter.
Autor:

Nicole Martin aus Witten

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