Eine für alle! Neue Beratungsstelle für den Ennepe-Ruhr-Kreis hat ihre Arbeit aufgenommen

Die Mitarbeiterinnen von der Teilhabeberatung für den Ennepe-Ruhr-Kreis (von links): Annika Lisakowski, Patricia Augustin und Petra Schlicht.
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Für viele Menschen ist es selbstverständlich, die Schule zu besuchen, eine Ausbildung zu absolvieren, einen Beruf auszuüben, der Spaß macht und in einer eigenen Wohnung
zu wohnen. Sie fahren in den Urlaub und gestalten ihre Freizeit nach ihren Interessen und Wünschen. Für Menschen mit Behinderung ist dies alles nicht selbstverständlich. Stattdessen bewegen sie Fragen wie: Wie komme ich trotz Rollstuhl zur Schule oder Arbeit? Oder ins Kino? Wie erledige ich meine Einkäufe und schaffe ich es überhaupt, alleine zu wohnen? Welche Rechte und Ansprüche habe ich als Mensch mit Behinderung? Fragen, die überfordern können und hilflos machen. Dafür gibt es nun eine neue Beratungsstelle im Ennepe-Ruhr-Kreis: Die EUTB, die ergänzende unabhängige Teilhabeberatung! „Eine für alle“ ist das Motto: eine Anlaufstelle für alle Menschen und alle Fragen zum Thema gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe. Hierzu zählen alle grundlegenden Lebensbereiche wie Gesundheit, Bildung, Arbeit, Wohnen, Freizeit, Mobilität, Assistenz und vieles mehr.
Ziel der EUTB ist es, Wünsche und Bedürfnisse der Betroffenen zu erfassen und individuell passende Unterstützungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Über Rechte, Leistungen, Ansprechpersonen und Verfahrensprozesse werden Betroffene umfangreich aufgeklärt. Dies stärkt sie in ihrer Position, aktiviert vorhandene Ressourcen und befähigt sie, selbstbestimmt Entscheidungen zu treffen – so, wie es in der UN-Behindertenrechtskonvention und im Bundesteilhabegesetzt festgelegt ist. Denn nur wer gut informiert ist, kann eine für sich gute Entscheidung treffen.
Die EUTB berät ergänzend zu anderen Einrichtungen und ersetzt nicht andere, bestehende Einrichtungen. Stattdessen möchte sie als Lotse bessere Orientierung in der sozialen Landschaft des bestehenden Systems geben und Planungs- und Entscheidungshilfe sein. Ratsuchende können sich daher bereits vor der Beantragung von Leistungen beraten lassen – kostenlos übrigens.
Zudem arbeitet die neue Beratungsstelle unabhängig von Leistungsträgern und –erbringern, ausschließlich die Ratsuchenden stehen im Mittelpunkt.
Beratungsgespräche erfolgen immer nach einem ganzheitlichen Ansatz, was bedeutet, dass alle Lebensbereiche betrachtet werden. Dadurch können unter Umständen frühzeitig Bedarfe erkannt werden und angegangen werden.


Peer-Beratung: von Betroffenen für Betroffene

Die drei Mitarbeiterinnen der EUTB Ennepe-Ruhr sind zudem entweder selber von einer Behinderung betroffen oder haben Angehörige mit einer Behinderung. Dadurch können sie eigene Erfahrungen in ihre Arbeit einfließen lassen und Ratsuchende auf Augenhöhe beraten – peer-Beratung heißt das in der Fachsprache.
Die „Beratung von Betroffenen für Betroffene“ findet so auch in der Selbsthilfe statt, denn jeder ist „Experte in eigener Sache“. Aus diesem Grund ist eine enge Zusammenarbeit mit der Selbsthilfe im Kreis vorgesehen. Zukünftig sollen ehrenamtliche Selbsthilfeaktive und –interessierte geschult werden, um entsprechend ihres Themas andere beraten zu können.

Die Beratungsstelle hat feste Sprechzeiten: Mo 10-12 Uhr, Mittwoch 15-18 Uhr und Donnerstag 10-14 Uhr, aber auch außerhalb dieser Zeiten können Termine unter 02302 42 15 23, per Mail unter teilhabeberatung-enneperuhr@paritaet-nrw.org oder über die App „Teilhabeberatung“ vereinbart werden. Weitere Informationen sind unter www.teilhabeberatung-enneperuhr.de zu finden.
Die Büros in der Dortmunder Straße 13 in Witten sind barriefrei zugänglich und auch mit dem Bus gut erreichbar (Haltestelle Husemann-Sporthalle). Parkplätze sind am Haus oder an der Straße zu finden.

Die EUTB Ennepe-Ruhr als eine von über 400 neuen EUTBs deutschlandweit wird für maximal 5 Jahre vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) finanziert und findet sich in der Trägerschaft vom Paritätischen NRW, Kreisgruppe Ennepe-Ruhr-Kreis.

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